Himmel, Hölle, Lauheit





Alarmstufe rot - Änderungen bei der Priesterweihe

Papst Franziskus ist bereit, den Zölibat abzuschaffen!!!

Alle Informationen dazu in:

Pan-Amazon Synod Watch
https://panamazonsynodwatch.com/





Zölibats-Offenbarungen an die Hl. Birgitta und andere Mystikerinnen
https://www.gloria.tv/photo/KijNzmjQSAVg1cFyPRSy4X1pG


Zölibat

Versprechen, für das weitere Leben die Verpflichtung zur Ehelosigkeit zu übernehmen
Der Zölibat (von lateinisch caelebs‚ „allein, unvermählt lebend“, lateinisch caelibatus, „Ehelosigkeit“ nichtfachsprachlich auch das Zölibat) ist im Christentum das Versprechen, für das weitere Leben die Verpflichtung zur Ehelosigkeit zu übernehmen. Neben der römisch-katholischen Kirche kennen auch die orthodoxe, anglikanische und evangelische Kirche für Ordensfrauen und -männer, Eremiten, geweihte Jungfrauen und Diakonissen das Versprechen bzw. Gelübde der Ehelosigkeit.
Während das zölibatäre Leben in der lateinischen Teilkirche der römisch-katholischen Kirchefür die Priester verpflichtend ist, gilt dies in den katholischen Ostkirchen sowie in den orthodoxen Kirchen nur für Bischöfe und Mönche sowie für Priester, die zum Zeitpunkt der Weihe unverheiratet sind. Für evangelische, altkatholische und anglikanische Geistlichebesteht keine Zölibatsverpflichtung.



Römisch-katholische Kirche - Die Zölibatsverpflichtung

Der Zölibat, der auch als Befolgung eines evangelischen Rates (neben Armut und Gehorsam) gilt, beruht auf der frei gewählten Lebensform der Ehelosigkeit „um des Himmelreiches willen“, von der Jesus Christus in Mt 19,12 EU spricht. Er wird verstanden als ungeteilte Nachfolge Christi und Zeichen für das endzeitliche Heil.[2]
Personen des gottgeweihten Lebens (Religiosen) leben in allen Konfessionen in aller Regel zölibatär. Ordensleute, Mitglieder von Säkularinstituten und Eremiten verpflichten sich in der öffentlich abgelegten Profess oder in Versprechen zu einem Leben nach den evangelischen Räten (Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam). Kirchenrechtlich bestimmt can. 599 CIC: „Der um des Himmelreiches willen übernommene evangelische Rat der Keuschheit, der ein Zeichen der künftigen Welt und eine Quelle reicherer Fruchtbarkeit eines ungeteilten Herzens ist, bringt die Verpflichtung zu vollkommener Enthaltsamkeit im Zölibat mit sich.“ Geweihte Jungfrauen geloben ebenfalls öffentlich ein Leben in Stande der Jungfräulichkeit oder vollkommener Keuschheit in die Hände des Diözesanbischofs (dabei schließt dieses Propositum die Beachtung der beiden anderen evangelischen Räte implizit ein). Von einem Ortsbischof oder Ordensoberen im Namen der Kirche entgegengenommene Gelübde oder Versprechen der Jungfräulichkeit oder Ehelosigkeit stellen kirchenrechtlich ein Ehehindernis dar.




Das Lehramt Papst Benedikts XVI. zum Zölibat

‚Dominus pars heriditatis meae et calicis mei’: christologisch-eucharistische Begründung einer frei gewählten Lebensform als besondere Angleichung an den Lebensstil Christi. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net) An vielen Stellen seines Lehramtes hat sich Papst Benedikt XVI. im Verlauf seines Pontifikats zum frei gewählten Zölibat der Priester und dessen „heiligen Wert“ geäußert und zu erkennen gegeben, dass es sich dabei um keine relative „gesetzliche“ Bestimmung handelt, sondern um eine Lebensform, die in der apostolischen Tradition gründet und im Priester als „alter Christus“ die irdische Daseinsweise Jesu Christi widerspiegelt. Denn: „Die Zentralität Christi bringt die richtige Wertung des Amtspriestertums mit sich, ohne das es keine Eucharistie und erst recht keine Sendung, ja selbst die Kirche nicht gäbe“ (Ansprache an die Vollversammlung der Kongregation für den Klerus, 16.3.2009).

An dieser Stelle soll im Besonderen auf zwei Äußerungen Benedikts XVI. eingegangen werden. Die erste findet sich im nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Sacramentum caritatis“ (SC, 2007), wo der Papst dem Thema „Eucharistie und priesterlicher Zölibat“ einen ganzen Abschnitt widmet (Nr. 24). Sodann ging Benedikt XVI. auch während des internationalen Priestertreffens zum Abschluss des Priesterjahres im Rahmen der Gebetswache am 10. Juni 2010 auf das Thema ein, indem er (wie dies bei derartigen Treffen Tradition geworden ist) in freier Rede auf eine diesbezügliche Frage eines Priesters aus Europa antwortete.

In seinem nachsynodalen Apostolischen Schreiben fasst der Papst die Ergebnisse der Beratungen und Äußerungen der Synodenväter zusammen und gibt ihnen mit der Autorität seines universalen Lehramtes eine verbindliche Form.

In Nr. 24. von „Sacramentum caritatis“ ist zu lesen: „Die Synodenväter haben hervorgehoben, dass das Amtspriestertum durch die Weihe eine vollkommene Gleichgestaltung mit Christus erfordert. Bei aller Achtung gegenüber der abweichenden ostkirchlichen Praxis und Tradition ist es doch notwendig, den tiefen Sinn des priesterlichen Zölibats zu bekräftigen. Dieser wird zu Recht als ein unschätzbarer Reichtum betrachtet und auch durch die ostkirchliche Praxis bestätigt, gemäß der die Bischöfe nur unter zölibatär lebenden Männern ausgewählt werden und die Entscheidung vieler Priester für den Zölibat in hohen Ehren gehalten wird. In dieser Wahl des Priesters kommen nämlich in ganz eigener Weise seine Hingabe, die ihn Christus gleichgestaltet, und seine Selbstaufopferung ausschließlich für das Reich Gottes zum Ausdruck“.

„Die Tatsache, dass Christus, der ewige Hohepriester, selber seine Sendung bis zum Kreuzesopfer im Stand der Jungfräulichkeit gelebt hat, bietet einen sicheren Anhaltspunkt, um den Sinn der Tradition der lateinischen Kirche in dieser Sache zu erfassen. Deshalb reicht es nicht aus, den priesterlichen Zölibat unter rein funktionalen Gesichtspunkten zu verstehen. In Wirklichkeit stellt er eine besondere Angleichung an den Lebensstil Christi selbst dar“.

„Eine solche Wahl hat vor allem hochzeitlichen Charakter; sie ist ein Sicheinfühlen in das Herz Christi als des Bräutigams, der sein Leben für die Braut hingibt. In Einheit mit der großen kirchlichen Tradition, mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und meinen Vorgängern im Petrusamt bekräftige ich die Schönheit und die Bedeutung eines im Zölibat gelebten Priesterlebens als ausdrucksvolles Zeichen der völligen und ausschließlichen Hingabe an Christus, an die Kirche und an das Reich Gottes und bestätige folglich seinen obligatorischen Charakter für die lateinische Tradition. Der in Reife, Freude und Hingabe gelebte priesterliche Zölibat ist ein sehr großer Segen für die Kirche und für die Gesellschaft selbst.“

SC betont wiederholt die zölibatäre Lebensform des Priesters als persönliche und öffentliche Gleichgestaltung mit Christus, welche eine eucharistische Logik seines Daseins erkennen lässt. Auch die Umkehrung gilt: die Zentralität der Eucharistie für das priesterlichen Leben und Wirken kann keine andere Folge haben als die der völligen Selbsthingabe an den, dessen heiliges Opfer der Priester jeden Tag am Altar darbringt.

So sagte Benedikt XVI. am 22. Dezember 2006 in seiner Ansprache an die Römische Kurie beim Weihnachtsempfang: „Der Priester kann und muss auch heute mit dem Leviten sagen: Dominus pars heriditatis meae et calicis mei. Gott selbst ist mein Anteil am Land, der äußere und innere Grund meiner Existenz. Diese Theozentrik der priesterlichen Existenz ist gerade in unserer ganz funktionalistischen Welt nötig, in der alles auf errechenbaren und greifbaren Leistungen beruht. Der Priester muss wirklich Gott von innen her kennen und ihn so zu den Menschen bringen: Das ist der allererste Dienst, den die Menschheit heute braucht“.

Während der Gebetswache zum Abschluss des Priesterjahres bat ein Priester aus Europa Benedikt XVI., die Tiefe und den echten Sinn des Zölibats des Klerus zu erhellen. In seiner Antwort stellte der Papst erneut die eucharistische Identität des Priesters in den Mittelpunkt: „Christus erlaubt es uns, sein ‚Ich’ zu benutzen, wir sprechen im ‚Ich’ Christi, Christus zieht uns in sich hinein und erlaubt uns die Vereinigung mit ihm, er vereint uns mit seinem ‚Ich’. Und so, durch sein Handeln, durch diese Tatsache, dass er uns in sich ‚hineinzieht’, so dass unser ‚Ich’ mit seinem ‚Ich’ vereint wird, verwirklicht er das Andauern, die Einzigartigkeit seines Priestertums; so ist er wahrhaft immer der einzige Priester, und dennoch sehr gegenwärtig in der Welt, weil er uns in sich hineinzieht und so seine priesterliche Sendung gegenwärtig macht“.

Benedikt XVI. betonte: „Es ist wichtig, dass wir uns immer von neuem von dieser Identifikation des ‚Ichs’ Christi mit uns durchdringen lassen, von diesem ‚Hinausgezogen werden“ in die Welt der Auferstehung. In dieser Hinsicht ist der Zölibat eine Vorwegnahme. Wir übersteigen diese Zeit und gehen weiter, und so ‚ziehen’ wir uns selbst und unsere Zeit auf die Welt der Auferstehung hin, auf die Neuheit Christi, das neue und wahre Leben zu. Das heißt, der Zölibat ist eine Vorwegnahme, die möglich wird durch die Gnade des Herrn, der uns zu sich ‚zieht’, zur Welt der Auferstehung hin; er lädt uns immer von neuem ein, uns selbst zu übersteigen, diese Gegenwart, hin auf die wahre Gegenwart der Zukunft, die heute Gegenwart wird“.

In der heutigen Zeit stehe das Christentum jedoch vor einem großen Problem, das darin bestehe, dass man nicht mehr an die Zukunft Gottes denke: „Wir wollen nur diese Welt haben, nur in dieser Welt leben. So schließen wir die Tür für die wahre Größe unseres Lebens“.

Der Sinn des Zölibats als Vorwegnahme der Zukunft aber sei gerade das Öffnen dieser Türen, die Welt größer werden zu lassen, die Wirklichkeit der Zukunft zu zeigen, „die von uns schon jetzt als Gegenwart gelebt werden muss“.

Und so werde die weltliche Kritik am Zölibat sichtbar: „Es ist wahr, dass für die agnostische Welt, die Welt, in der Gott keine Rolle spielt, der Zölibat etwas ist, das großen Anstoß erregt, weil gerade er zeigt, dass Gott als Wirklichkeit betrachtet und erlebt wird. Mit dem eschatologischen Leben des Zölibats tritt die zukünftige Welt Gottes in die Wirklichkeiten unserer Zeit. Und das soll beseitigt werden!“

„In gewisser Hinsicht mag diese beständige Kritik am Zölibat überraschen, in einer Zeit, in der es immer mehr Mode wird, nicht zu heiraten. Aber dieses Nicht-Heiraten ist etwas vollständig und grundlegend anderes als der Zölibat, denn das Nicht-Heiraten ist auf den Willen gegründet, nur für sich selbst zu leben, keine endgültige Bindung zu akzeptieren, das Leben zu jedem Zeitpunkt in vollkommener Autonomie zu leben, jeden Augenblick zu entscheiden, was zu tun ist, was man vom Leben nimmt; es ist daher ein ‚Nein’ zur Bindung, ein ‚Nein’ zur Endgültigkeit, es bedeutet, das Leben nur für sich allein zu haben“.

„Der Zölibat dagegen ist genau das Gegenteil: er ist ein endgültiges ‚Ja’, ein sich von den Händen Gottes Ergreifenlassen, ein sich in die Hände Gottes, in sein ‚Ich’ Hineinlegen, das heißt es ist ein Akt der Treue und des Vertrauens, ein Akt, der auch Voraussetzung ist für die Treue in der Ehe. Es ist genau das Gegenteil dieses ‚Nein’, dieser Autonomie, die sich nicht verpflichten will, die keine Bindung eingehen will. Es ist das endgültige ‚Ja’, das das endgültige ‚Ja’ der Ehe voraussetzt und bestätigt“.

Wenn dieses „Ja“ der Ehe verschwinde, werde die Wurzel unserer Kultur zerstört: „Deshalb bestätigt der Zölibat das ‚Ja’ der Ehe mit seinem ‚Ja’ zur zukünftigen Welt, und so wollen wir weitergehen und diesen Anstoß eines Glaubens gegenwärtig machen, der sein ganzes Leben auf Gott setzt“.

„Wir wissen, dass es neben diesem großen Ärgernis, das die Welt nicht sehen will, auch die zweitrangigen Skandale unserer Unzulänglichkeiten, unserer Sünden gibt, die das große Ärgernis verdunkeln und denken lassen: ‚Aber sie gründen ihr Leben nicht wirklich auf Gott!’ Aber es gibt sehr viel Treue! Der Zölibat, das zeigt gerade die Kritik, ist ein großes Zeichen des Glaubens, der Gegenwart Gottes in der Welt. Bitten wir den Herrn, dass er uns hilft, uns von den zweitrangigen Skandalen zu befreien, dass er das große ‚Ärgernis’ unseres Glaubens gegenwärtig macht: das Vertrauen, die Kraft unseres Lebens, das auf Gott und Jesus Christus gegründet ist!“




Ansprache Seiner Heiligkeit Papst Johannes Paul II.
Generalaudienz in Rom am 17.7.1993


ZÖLIBAT BEDEUTET VOLLE ZUGEHÖRIGKEIT ZU CHRISTUS
1. Als Jesus die ersten Apostel berief, um sie zu Menschenfischern zu machen (Mt 4,19), ließen sie alles zurück und folgten ihm nach, so heißt es in den Evangelien(Lk 5,11). Einmal erinnerte sich Petrus selbst an diesen Aspekt der Apostelberufung und sagte zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt (Mt 19,27). Daraufhin zählte Jesus alle Trennungen auf, die – so sagte er – um meinetwillen und um des Evangeliums willen (Mk 10,29) notwendig sind. Es handelte sich nicht nur darum, auf materielle Güter wie Haus oder Äcker zu verzichten, sondern sich auch von den liebsten Menschen zu trennen: Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder, sagen Matthäus und Markus, Frau, Brüder, Eltern oder Kinder, sagt Lukas (18,29).
Achten wir hier auf die unterschiedlichen Berufungen. Nicht von allen seinen Jüngern forderte Jesus den totalen Verzicht auf das Familienleben, auch wenn er von allen den ersten Platz im Herzen eines jeden verlangte, als er sagte: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig (Mt 10,37). Der geforderte tatsächliche Verzicht ist dem apostolischen Leben oder dem besonderen geweihten Leben eigen. Von Jesus gerufen, verließen Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes nicht nur das Boot, in dem sie ihre Netze herrichteten, sondern auch ihren Vater, mit dem sie waren (Mt 4,22).
Diese Feststellungen helfen uns, den Grund der kirchlichen Gesetzgebung hinsichtlich des Priesterzölibats zu verstehen. Denn die Kirche war und ist der Auffassung, dass der Zölibat in der Logik der Priesterweihe und der daraus folgenden vollkommenen Zugehörigkeit zu Christus liegt im Hinblick auf die bewusste Verwirklichung des Auftrags für das geistliche Leben und die Evangelisierung.
2. Im Matthäusevangelium, kurz vor der soeben zitierten Stelle über die Trennung von den lieben Menschen, spricht Jesus in der starken semitischen Ausdrucksweise von einem anderen um des Himmelreiches willen geforderten Verzicht, das heißt dem Verzicht auf die Ehe. Manche sind zur Ehe unfähig, und manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen (Mt 19,12). Das heißt, sie haben sich zum Zölibat verpflichtet, um sich ganz in den Dienst des Evangeliums vom Reich zu stellen (Mt 4,23).
In seinem ersten Brief an die Korinther bekräftigt der Apostel Paulus, dass er entschlossen diesen Weg beschritten habe, und offenbart die Kohärenz der eigenen Entscheidung mit den Worten: Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn, er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt, er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt (1Kor 7,32-34). Gewiss ist es nicht günstig, dass derjenige geteilt ist, der als Priester berufen ist, sich um die Sache des Herrn zu sorgen. Wie das Konzil lehrt, hat die Kirche die Verpflichtung zum Zölibat – erwachsen aus einer Tradition, die an Christus anknüpft – besonders im Hinblick auf das priesterliche Leben immer hoch eingeschätzt. Ist sie doch ein Zeichen und zugleich ein Antrieb der Hirtenliebe und ein besonderer Quell geistlicher Fruchtbarkeit in der Welt.
Es ist wahr, dass in den orientalischen Kirchen viele Priester rechtmäßig nach dem sie betreffenden kanonischen Recht verheiratet sind. Aber die Bischöfe und eine gewisse Anzahl von Priestern leben auch in diesen Kirchen zölibatär. Diese unterschiedliche Ordnung, die mit den von der Kirche bemessenen Zeit- und Ortsverhältnissen zusammenhängt, erklärt sich aus der Tatsache, dass die vollkommene Enthaltsamkeit, wie das Konzil sagt, nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert wird. Sie gehört nicht zum Wesen des Priestertums als Stand und wird infolgedessen keinesfalls in allen Kirchen auferlegt. Jedoch bestehen keine Zweifel über ihre Angemessenheit, ja Übereinstimmung mit den Anforderungen der heiligen Weihe. Sie gehört, wie gesagt, zur Logik der Priesterweihe.
3. Das konkrete Ideal dieser Bedingung des geweihten Lebens ist Jesus, das Vorbild aller, aber besonders der Priester. Er lebte als Unverheirateter und konnte deshalb alle seine Kräfte der Verkündigung des Reiches Gottes und dem Dienst an den Menschen widmen mit einem für die gesamte Menschheit offenen Herzen und als Stammvater einer neuen Generation im Geist. Er entschied sich wirklich für das Himmelreich (Mt 19,12).
Durch sein Beispiel gab Jesus eine Ausrichtung, der man gefolgt ist. Nach den Evangelien scheint es, dass die Zwölf, dazu bestimmt, als erste an seinem Priestertum teilzuhaben, auf ihr Familienleben verzichteten und ihm nachfolgten. In den Evangelien ist nie die Rede von Frauen oder Kindern in Bezug auf die Zwölf, auch wenn sie uns wissen lassen, dass Petrus, bevor er von Jesus gerufen wurde, ein verheirateter Mann war (Mt 8,14).
4. Jesus hat kein Gesetz erlassen, sondern ein Ideal des Zölibats vorgelebt für das neue Priestertum, das er stiftete. Dieses Ideal hat sich immer mehr in der Kirche durchgesetzt. Es ist verständlich, dass in der ersten Zeit der Verbreitung und Entwicklung des Christentums eine große Anzahl von Priestern verheiratete Männer waren, erwählt und geweiht gemäß der jüdischen Tradition. Wir wissen, dass in den Briefen an Timotheus (1Tim 3,2-3) und an Titus (1,6) von den zu Priester gewählten Männern die Eigenschaft gefordert wird, gute Familienväter und mit einer einzigen Frau verheiratet (das heißt ihren Ehefrauen treu) zu sein. Es ist eine Kirche in der Organisierungs- und, man kann sagen, Versuchsphase im Hinblick auf das, was als Ordnung des Lebensstandes besser dem Ideal und den vom Herrn angebotenen Räten entspricht. Aufgrund der Erfahrung und der Einsichten hat sich nach und nach die Zölibatsordnung durchgesetzt, bis sie in der westlichen Kirche durch die kanonische Gesetzgebung allgemein gültig wurde. Sie war nicht nur die Folge einer juridischen und ordnungsmäßigen Tatsache: Sie war die Reifung eines kirchlichen Bewusstseins hinsichtlich der Zweckmäßigkeit des priesterlichen Zölibats nicht nur aus geschichtlichen und praktischen Gründen, sondern auch aufgrund der Übereinstimmung, die man zwischen dem Zölibat und den Anforderungen des Priestertums immer mehr entdeckte.
5. Das II. Vatikanische Konzil zählt die Gründe dieser tiefen Übereinstimmung des Zölibats mit dem Priestertum auf: Durch die Jungfräulichkeit und die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen werden die Priester in neuer und vorzüglicher Weise Christus geweiht. Sie hangen ihm leichter ungeteilten Herzens an, schenken sich freier in ihm und durch ihn dem Dienst für Gott und die Menschen, dienen ungehinderter seinem Reich und dem Werk der Wiedergeburt aus Gott und werden so noch mehr befähigt, die Vaterschaft in Christus tiefer zu verstehen. So weisen sie auf jenen geheimnisvollen Ehebund hin, der von Gott begründet ist und im anderen Leben ins volle Licht treten wird, in welchem die Kirche Christus zum einzigen Bräutigam hat. Darüber hinaus sind sie ein lebendiges Zeichen der zukünftigen, schon jetzt in Glaube und Liebe anwesenden Welt, in der die Auferstandenen weder heiraten noch geheiratet werden.
Diese Gründe edler geistlicher Erhebung können wir in den folgenden wesentlichen Punkten zusammenfassen: Vollkommenere Zugehörigkeit zu Christus, der mit ungeteiltem Herzen geliebt und dem besser gedient wird (1Kor 7,32-33). Größere Bereitschaft für den Dienst des Reiches Christi und für die Erfüllung der eigenen Aufgaben in der Kirche. Die Außerordentliche Entscheidung zur geistlichen Fruchtbarkeit (1Kor 4,15). Eine Lebensform, die dem endgültigen Leben im Jenseits ähnlicher und deshalb vorbildlicher für das Diesseits ist. Das gilt für alle, auch für unsere Zeiten als Grund und höchstes Kriterium jeden Urteils und jeder Wahl in Übereinstimmung mit dem Ruf, alles zu verlassen, den Jesus an die Jünger und besonders an die Apostel gerichtet hat. Deshalb hat die Bischofssynode 1971 bekräftigt: Das in der lateinischen Kirche bestehende Gesetz des priesterlichen Zölibats muss unversehrt erhalten bleiben.
6. Es ist wahr, dass die Praxis des Zölibats heute unter den subjektiven und objektiven Lebensumständen der Priester manchmal auch auf schwere Hindernisse stößt. Die Bischofssynode hat sie berücksichtigt, war aber der Meinung, dass die heutigen Schwierigkeiten zu überwinden sind, wenn dazu geeignete Voraussetzungen geschaffen werden, nämlich: Das Wachstum des inneren Lebens durch das Gebet, die Abtötung, die selbstlose Liebe zu Gott und dem Nächsten und andere Hilfen des geistlichen Lebens, ferner eine natürliche innere Ausgeglichenheit durch eine geordnete Eingliederung in das Gesamtgefüge zwischenmenschlicher Beziehungen. Der brüderliche Verkehr und Gedankenaustausch mit den übrigen Mitbrüdern im Priesteramt und dem Bischof, die durch eine bessere Anpassung der pastoralen Strukturen und auch durch die Mithilfe der Gemeinde möglich gemacht werden.
Es ist eine Art Herausforderung seitens der Kirche an die Mentalität, die Strömungen, die Krankheiten des Jahrhunderts mit dem immer wieder neuen Willen, dem Ideal des Evangeliums gegenüber kohärent und treu zu sein. Deshalb hat die Bischofssynode – auch wenn sie zugibt, dass der Papst das Vorgehen in einigen Fällen besonders abwägen und bestimmen kann – bekräftigt, dass in der lateinischen Kirche die Priesterweihe von verheirateten Männern nicht gestattet wird, auch nicht in Sonderfällen. Die Kirche ist der Meinung, dass das in Jahrhunderten gereifte Bewusstsein vollkommenerer Weihe immer noch Grund hat, zu bestehen und sich immer besser zu entfalten.
Die Kirche weiß – und sie weist die Priester und alle Gläubigen mit den Worten des Konzils daraufhin -, dass der himmlische Vater die Berufung zum ehelosen Leben, das ja dem neutestamentlichen Priestertum so angemessen ist, großzügig geben wird, wenn nur diejenigen, die durch das Sakrament der Weihe am Priestertum Christi teilhaben, zusammen mit der ganzen Kirche demütig und inständig darum bitten.
Aber vielleicht ist es zuvor noch notwendig, die Gnade zum Verständnis des priesterlichen Zölibats zu erbitten, der zweifellos ein gewisses Geheimnis umfasst: Das der Bitte um Kühnheit und Vertrauen im ausschließlichen Verbunden sein mit der Person und dem Erlösungswerk Christi im totalen Verzicht, der in menschlichen Augen erschütternd sein mag. Jesus selbst macht, als er davon spricht, darauf aufmerksam, dass ihn nicht alle verstehen können (Mt 19,10-12).Selig, die die Gnade erhalten, ohne zu verstehen, und auf diesem Weg treu bleiben.