Tagesspruch

Luisa Piccarreta
Das Reich des Göttlichen Willens


01.09.2020

Aufruf von Luisa - der kleinen Tochter des Göttlichen Willens

»Und nun ein Wort an euch alle, die ihr diese Schriften lest … Ich bitte euch, ich flehe euch an, empfangt mit Liebe das, was Jesus uns geben will, nämlich Seinen Willen.

Aber um euch Seinen Willen zu geben, will Er euren Willen haben, denn sonst kann Sein Wille nicht regieren. Wenn ihr wüsstet … Mit dieser Liebe möchte euch mein Jesus das größte Geschenk geben, das es im Himmel und auf Erden gibt, nämlich Seinen Willen! «.

Oh, wie viele bittere Tränen vergießt Er, weil Er sieht, dass ihr mit eurem Wollen über die ganze erbärmliche Erde streift! Ihr schafft es nicht, einen guten Vorsatz einzuhalten, und wisst ihr auch, warum? Weil Sein Wille nicht in euch herrscht.

Oh, wie weint Jesus und seufzt über euer Schicksal! Schluchzend bittet Er euch, dass ihr Seinen Willen in euch regieren lasst. Er möchte, dass sich euer Schicksal ändert: Ihr sollt nicht mehr kranke Gesunde sein, nicht mehr arme Reiche, nicht mehr schwache Starke, nicht mehr launische Unüberzeugbare und nicht mehr versklavte Könige. Er will keine große Buße, keine langen Gebete oder ähnliches, sondern Er will, dass Sein Wille in euch herrsche und dass euer Wollen kein Leben mehr habe.

Bitte hört doch auf Ihn, und ich bin auch bereit, mein Leben für einen jeden von euch zu lassen, jegliche Pein zu erdulden, wenn ihr Ihm nur die Pforten eurer Seele öffnet, und der Wille meines Jesus über das Menschengeschlecht herrsche und triumphiere!

Das höchste Fiat erwartet uns, es ruft uns, es drängt uns, Besitz zu ergreifen. Wer würde es wagen, das abzulehnen, wer wäre so töricht, nicht auf Seinen Ruf zu hören und so viel Glückseligkeit auszuschlagen?

Legen wir die ärmlichen Lumpen unseres Willens, das Trauergewand unserer Sklaverei ab, in welche dieser uns gestoßen hat. Lasset uns die königlichen Gewänder anlegen und uns mit göttlicher Zierde krönen!"


Die kleine Tochter des Göttlichen Willens

Die Dienerin Gottes, Luisa Piccarreta wurde am Morgen des 23. April 1865 in der Stadt Corato; der Provinz von Bari, in Italien, geboren. Sie wurde an einem Weißen Sonntag (heute auch als der Barmherzigkeitssonntag gefeiert) geboren und, wie es damals üblich war, noch am gleichen Tag getauft. Sie lebte bis zu ihrem Tod in ihrer Geburtsstadt Corato und starb im Ruf der Heiligkeit am 4. März 1947.
Luisa war durch ein geheimnisvolles, medizinisch nicht erklärbares, Leiden für die Dauer von 62 Jahren völlig bettlägerig. In diesem „kleinen Gefängnis" bereitete Jesus sie auf ihre Mission vor, das Leben im Göttlichen Willen kennenzulernen und bekanntzumachen.
In der Zeit von 1884 an bis zu ihrem Tod im Jahre 1947, unterstand Luisa der Leitung und dem Gehorsam verschiedener, vom Bischof ihrer Diözese beauftragter Beichtväter. Unter dem Gehorsam ihres zweiten Beichtvaters sollte sie seit 1899 all das aufschreiben, was zwischen ihr und Jesus geschah, ebenso alles über die Gnaden, die sie kontinuierlich bekam.
So schrieb sie mehr als 2.000 Kapitel, Sammlungen in 36 Bänden (Tagebüchern). Daneben schrieb sie Hunderte von Briefen, "Die Stunden der Passion unseres Herrn Jesus Christus" und "Die Jungfrau Maria im Reich des göttlichen Willens".
Der Heilige Annibale Maria di Francia, der der kirchliche Prüfer der von Luisa geschriebenen Bände war veröffentlichte die ersten 19 Bände ihrer Tagebücher mit Imprimatur des zuständigen Bischofs.
Luisa starb am 4. März 1947, noch bevor sie zweiundachtzig Jahre alt wurde, an einer kurzen, doch tödlichen Lungenentzündung - die einzige diagnostizierte Krankheit in ihrem Leben.
Im Jahre 1993 wurden ihre Überreste dank ihres letzten Beichtvaters Don Benedetto Calvi, ins Heiligtum Santa Maria Greca (Corato) gebracht.
Am 20. November 1994, am Christkönig Fest, gab der Heilige Stuhl dem Erzbischof von Trani-Barletta-Bisceglie, geführt von S.E. Mons. Carmelo Cassati, seine Approbation für die offizielle Eröffnung des Seligsprechungsprozesses.
Am 29. November 2005 schloss S.E. Mons. Giovan Battista Pichierri, aktueller Erzbischof der Erzdiözese, die diözesane Phase, um somit die römische Stufe des Prozesses zu erreichen.
Seit dem 7. März 2006 wird der Prozess für die Seligsprechung Luisas auf vatikanischer Ebene geführt.



Die besondere Mission von Luisa Piccarreta

In den Schriften Luisas spricht Jesus immer wieder über die Gabe des Lebens im Göttlichen Willen. Es ist die gleiche Gabe, die Adam vor dem Sündenfall empfangen und besessen hat.
Die Doktrin (Lehre) über die Gabe des Göttlichen Willens ist in der Heiligen Schrift an vielen Stellen schon grundgelegt und enthalten, aber noch nicht ausführlich geoffenbart.
Die bisherigen Heiligen haben vor allem die äußere Seite der Menschheit Jesu nachgebildet. Sie haben nach dem Willen Gottes gelebt, so wie sie Ihn erkennen und verstehen konnten.
In Luisa sollte das Leben des Göttlichen Willens "auf Erden wie im Himmel" verwirklicht werden. Sie ist das Modell für diese neue Heiligkeit, nach der alle zukünftigen Heiligen des Göttlichen Willens sich bilden sollen.
Jesus hat sie im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten über die Güter und Wirkungen des Göttlichen Willens unterrichtet und sie permanent angehalten, alle Akte ihres Lebens in Seinem Göttlichen Willen zu leben, um aus ihnen genügend Samen zu bilden für die nachfolgenden Generationen der Kinder des Göttlichen Willens.
Die ihr geoffenbarten Wahrheiten des Göttlichen Willens waren für Luisa mit vielen inneren und äußeren Leiden verbunden. So konnte Jesus in ihr das Wirken Seiner eigenen Menschheit gleichsam fortsetzen, um in ihr das Reich des Göttlichen Willens inmitten der Menschheit zu beginnen.


Die besondere Mission von Luisa Piccarreta (Pdf)

Die Schriften der Dienerin Gottes

Luisas Schriften gehören zu den sogenannten Privatoffenbarungen, d.h. sie fügen der allgemeinen Offenbarung, die wir in der Heiligen Schrift finden, nichts hinzu, legen diese jedoch aus und entfalten sie, damit wir sie in einem tieferen Verständnis erfassen und leben können. (Vgl. KKK § 66)
Luisa hat im Laufe von fast vierzig Jahren 36 Bände (Tagebücher) geschrieben, welche Jesus ihr diktiert, bzw. die sie unter Seiner Inspiration verfasst hat. Diese Bände sind unter dem Titel "Das Buch des Himmels" zusammengefasst.
Jesus hat diesen Schriften - den Tagebüchern Luisas - Selber den Titel "Buch des Himmels" verliehen, mit dem besonderen Untertitel: „Der Ruf an das Geschöpf, zurückzukehren in die Ordnung, zum Platz und Zweck, für den es von Gott erschaffen worden ist."
Der Heilige Annibale di Francia war der bischöflich beauftrage Zensor für Luisas Schriften. Die ersten 19 Bände von Luisas Tagebüchern wurden von ihm mit Imprimatur des Bischofs herausgegeben.
Daneben hat sie kleinere Werke wie "Die Stundenuhr der Passion Jesu" und die Betrachtungen über "Die Jungfrau Maria im Reich des göttlichen Willens" verfasst.
Neben den oben aufgeführten Werken sind von Luisa auch zahlreiche Briefe an Personen aus allen Lebensständen hinterlassen, in welchen sie immer wieder auf das Leben im Göttlichen Willen zurückkommt.
Im Zuge des Seligsprechungsprozesses fand auch eine theologische Prüfung ihrer Schriften statt. Mittlerweile wurde bekannt, dass die vom Vatikan beauftragten Zensoren der Schriften beide unabhängig voneinander ein positives Urteil abgegeben hätten.




09.03.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 5 bis 6 Uhr
Jesus im Kerker (Teil IV)

Mein gütigster Jesus! Ich gedenke der Schmähungen, die Deine Ohren die ganze Nacht hindurch vernehmen mussten, und aller Sünden, die durch Anhören böser Reden begangen werden. Ich bitte um Verzeihung und möchte Sühne leisten, weil wir taub waren für Deine Stimme, wenn Du uns gerufen hast, oder uns stellten, als hätten wir sie nicht vernommen. Ich möchte beständige und vollkommene Sühne leisten, das Gehör aller Menschen mit dem Deinen vereinigen, dass fernerhin alle ausnahmslos Deine göttlichen Worte vernehmen und sie zur Ausführung bringen.
Mein liebevollster Jesus! Ich bete Dein heiligstes Angesicht an, das ganz entstellt ist von den Backenstreichen. Ich bitte um Verzeihung für alles, was wir fehlten, wenn du uns zur Sühne aufriefst und wir Deiner Stimme nicht folgten und uns abwandten. Mein Jesus! Ich möchte mein Antlitz in dem Deinigen verbergen, um Dir Deine natürliche Schönheit zurückzugeben und zu sühnen für alle Verachtung, die Deine Feinde sich gegenüber Deiner göttlichen Majestät zuschulden kommen ließen.
Mein leidvollster Jesus! Wie ist Dein Mund zerschlagen von den Fäusten der Henkersknechte! Ich möchte alle bösen Reden der Menschen sühnen. Ich möchte die Stimmen aller Menschen mit der Deinigen vereinen, um die sündhaften Reden zum Schweigen zu bringen, und sie verwandeln in Stimmen göttlichen Lobes und göttlicher Liebe.
Mein in Ketten geschlagener Heiland! Ich sehe Dich beschwert von Stricken und Tauen, die Dir von Hals und Schultern herabhängen, deine Arme belasten und Dich an die Säule fesseln; Deine Hände geschwollen, schwarz und blau vom straffen Anziehen der Fesseln. Die Säule ist sogar mit Blut benetzt. Gestatte doch, mein Jesus, dass ich Dich losmache. Willst Du aber angebunden sein, dann binde ich Dich mit den Ketten der Liebe, da sie wohltuend sind und Dir Deine Pein versüßen, anstatt Dich leiden zu lassen. Während ich Dich losmache, möchte ich mich mit Dir vereinigen, um für jede
sündhafte Anhänglichkeit Genugtuung zu leisten und allen Menschen die Ketten der Liebe anzulegen.



08.03.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 5 bis 6 Uhr
Jesus im Kerker (Teil III)

Jesus, göttlicher Meister! Da wir in diesem Kerker eine Stunde allein sind, so nähere ich mich Deinem heiligen Haupte, um Dir die Haare zu ordnen. Damit will ich für so viele verwirrte Geister sühnen, die, ganz ins Irdische versunken, keinen Gedanken für Dich übrig haben. Indem ich mich in Deinen Geist versenke, will ich alle Deine Gedanken anbeten, um durch sie gebührende Sühne leisten zu können für alle bösen Gedanken und für so viele unbeachtete und zurückgewiesene Erleuchtungen und Einsprechungen. Alle Gedanken der Menschenkinder möchte ich eins mit den Deinigen machen, um Dir die wahre Genugtuung und vollkommene Verherrlichung darbringen zu können.
Mein betrübter Jesus! Ich küsse Deine traurigen Augen, deren Tränen Du nicht trocknen, und Dein Angesicht, das Du nicht von der Besudelung der Ruchlosen reinigen kannst, weil Du an die Säule gebunden bist. Da Deine Haltung durch die Fesselung so überaus qualvoll für Dich ist, kannst Du nicht Deine müden Augen schließen, um ein wenig Ruhe zu finden. O meine Liebe, wie gern möchte ich Dich in meine Arme schließen, um Dir Ruhe zu geben! Ich will auch Deine Tränen trocknen, Dich um Verzeihung bitten und gut machen, was wir gefehlt haben, wenn wir bei unseren Handlungen nicht die Absicht hatten, Dir zu gefallen; wenn wir nicht auf Dich schauen, um zu erfahren, was Du von uns wolltest, was wir tun und wohin wir unsere Schritte lenken sollten. Alle meine Blicke und die aller Menschen möchte ich mit den Deinigen vereinen, um dadurch für alle Sünden zu sühnen, die wir durch Augenlust begangen haben.



07.03.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 5 bis 6 Uhr
Jesus im Kerker (Teil II)

Ich sehe mit Staunen, dass Du, statt Dich mit Deinen eigenen Leiden zu beschäftigen, mit unbeschreiblicher Liebe nur an die Verherrlichung des Vaters denkst, um Ihm Ersatz zu leisten für all das, was wir Ihm schulden. Du rufst alle Seelen zu Dir, um ihre Übel auf Dich zu nehmen und ihnen alle Deine Güter zu schenken. Da es schon zu tagen beginnt, scheint es mit, als spräche Deine süße Stimme:
„Heiliger Vater! Ich sage Dir Dank für alles, was Ich schon gelitten habe und was Mir noch zu leiden übrig bleibt. Wie die Morgenröte den Tag ruft und den Aufgang der Sonne ankündigt, so leuchte auch die Morgenröte der Gnade in allen Herzen auf. Wenn es dann Tag wird, will Ich, die Sonne der Gerechtigkeit, in ihnen aufgehen und über alle die Herrschaft führen. Siehe Vater, diese Seelen!
Für alle ihre Gedanken, Worte, Werke und Unterlassungen stehe Ich ein auf Kosten Meines Blutes und Lebens.“
Jesus, Liebe ohne Ende! Ich vereinige mich mit Dir und danke Dir für alles, was Du mich hast leiden lassen und was Du mir noch zu leiden geben wirst. Auch ich bitte Dich, lass in allen Herzen die Morgenröte der Gnade aufleuchten.
Ich sehe, wie Du Ersatz leistest für die Gedanken, Neigungen, Regungen und Worte, die bei Beginn des Tages nicht zu Deiner Ehre aufgeopfert werden. Du rufst die Gedanken, Worte und Neigungen der Geschöpfe zu Dir, weil sie Dir gebühren, und machst sie vollkommen durch die gute Meinung,
um dem Vater die schuldige Ehre zu geben.



06.03.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 5 bis 6 Uhr
Jesus im Kerker (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Jesus, nach kurzem Schlummer bin ich wach geworden und finde Dich nicht. Mein Herz pocht stark, seine Liebe schmachtet nach Dir. Sag mir, wo bist du? Mein Engel, bring mich in das Haus des Kaiphas. Ich suche und suche, forsche überall nach und finde Jesus nicht. Meine Liebe, schnell, zieh
mich an Dich heran, damit ich den Flug zu Dir nehme und in Deine Arme flüchte. ... Jesus, nun haben sie Dich im Kerker eingeschlossen. Während mein Herz frohlockt, weil es Dich gefunden hat, wird es verwundet von Schmerz, wenn es sieht, in welchen Zustand sie Dich versetzt haben. Deine Hände, auf den Rücken gebunden, sind auch noch an eine Säule gefesselt, gefesselt auch die Füße. Dein Antlitz ist zerschlagen, geschwollen, blutend von den Faustschlägen, die man Dir gegeben hat. Deine Augen haben ihren Glanz verloren. Dein Blick ist müde und traurig, Deine Haare sind zerrauft.
Wie ist Deine ganze Person zerschunden! Und Du kannst Dir gar nicht helfen, weil Du gefesselt bist.
Ich breche in Tränen aus, umfasse Deine Füße und spreche voll Mitleid: „Wie bist Du zugerichtet, mein Jesus!“
Du gibst mir zur Antwort: „Komm, meine Seele, achte auf alles, was du Mich tun siehst, dass du es auch tuest mit Mir und mein Leben in Mir fortsetzen könnest.“



05.03.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 4 bis 5 Uhr
Jesus dem Spott der Soldaten preisgegeben, mit Schmähungen und Beschimpfungen überhäuft (Teil III)

Erwägungen und praktische Übungen

Jesus steht in dieser Stunde inmitten der Soldaten mit unerschütterlichem Mut und eiserner Standhaftigkeit. Als Gott duldet Er alle Misshandlungen, die Ihm die Soldaten antun, betrachtet diese jedoch mit solcher Liebe, als wollte Er sie einladen, Ihn noch mehr leiden zu lassen.
Sind auch wir, wenn Leiden wiederkehren, standhaft? Oder gehören wir zu jenen, die sich beklagen, ihren Widerwillen zeigen und jenen Frieden des Herzens verlieren, der so notwendig ist, wenn Jesus in uns eine beglückende Wohnung finden soll?
Die Tugend der Standhaftigkeit lässt erkennen, ob der Herr wahrhaftig in uns herrscht. Ist unsere Tugend echt, dann werden wir einen Starkmut in der Prüfung bewahren, der nicht zeitweise anhält, sondern sich immer gleich bleibt. Nur dieser Starkmut gibt uns den Frieden. Je mehr Festigkeit wir
in der Übung des Guten, im Arbeiten und Leiden zeigen, desto eher und mehr gelangen wir dazu, das Wirkungsfeld in unserer Umgebung zu erweitern, und dann wird Jesus auch die Mitteilung Seiner Gnaden ausdehnen. Sind wir unbeständig, dann ist unser Wirkungskreis beschränkt, und Jesus kann gar nicht oder nur wenig Raum gewinnen. Sind wir hingegen stark und beständig, dann findet Jesus einen ausgedehnten Wirkungskreis und eine Stütze und einen Halt an uns, von dem aus Er das Reich Seiner Gnaden erweitert.
Wenn wir wollen, dass unser geliebter Jesus in uns ruhe, dann umgürten wir uns mit derselben Standhaftigkeit, mit der Er für das Heil der Seelen gewirkt hat. So wird Er in uns eine Verteidigung finden und einen süßen Ruheort in unserem Herzen.
Jesus hat Seine Peiniger mit Liebe betrachtet. Betrachten auch wir jene mit Liebe, die uns beleidigen? Ist die Liebe, die wir ihnen gegenüber an den Tag legen, so stark, dass ihre Stimme machtvoll in ihre Herzen dringt und sie für Jesus gewinnt?
Mein Jesus, Liebe ohne Grenzen, gib mir diese Liebe und bewirke, dass mich jedes Leid zu Dir ruft.

Aufopferung und Danksagung



04.03.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 4 bis 5 Uhr
Jesus dem Spott der Soldaten preisgegeben, mit Schmähungen und Beschimpfungen überhäuft (Teil II)

Mein einziges Gut und mein Alles! Der Schmerz, den ich beim Anblick Deiner Leiden empfinde, ist so groß! Ich möchte laut aufschreien, dass es zu Himmel dringe, um den Vater, den Hl. Geist und alle Engel herbeizurufen, Dir zu Hilfe zu kommen und Dich zu trösten. Ich möchte auch auf Erden Deine gütige Mutter und alle Dich liebenden Seelen herbeirufen. Sie sollen sich um Dich scharen und verhindern, dass diese schamlosen Soldaten Dich weiterhin beschimpfen und peinigen.
Mit dir, o Jesus, möchte ich alle Sünden sühnen, die zur Nachtzeit begangen werden. Besonders für jene will ich Genugtuung leisten, die von den geheimen Sekten gegen Dich im Heiligsten Sakramente begangen werden. Sühnen will ich alle Schwächen jener Seelen, die in der Nacht der Prüfung Dir nicht treu bleiben.
Mein beschimpfter Jesus, die Soldaten, müde und zum Teil berauscht, wollen sich dem Schlaf überlassen. Mein armes, niedergeschlagenes, vom Anblick Deiner Qualen zerrissenes Herz will nicht allein bei dir bleiben und sucht nach einer anderen Gesellschaft.
Meine süße Mutter Maria, lass mich auch unzertrennlich bei Dir bleiben. Ich halte Deine mütterlichen Hände fest und küsse sie voll Ehrfurcht. Du aber stärke mich mit Deinem Segen. Lass uns Jesus umarmen und unser Haupt auf Sein anbetungswürdiges Herz legen, um es zu trösten.
Jesus, mit Deiner Mutter liebkose ich Dich. Mit Deiner Mutter werde ich mich dem Schlummer der Liebe hingeben in Deinem anbetungswürdigen Herzen.



03.03.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 4 bis 5 Uhr
Jesus dem Spott der Soldaten preisgegeben, mit Schmähungen und Beschimpfungen überhäuft (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Jesus, mein süßes Leben! Während ich an Deinem Herzen ruhe, fühle ich die Dornen, die es verwunden. Du willst eine Dich liebende Seele in der Nähe haben. Siehe, ich achte auf alle Deine Leiden und fühle Mitleid mit Dir. O wie gerne möchte ich Dich an meinem Herzen bergen, um mich an Deiner statt den Unbilden auszusetzen und über mich jene Schmähungen, Pein und unaussprechlichen Demütigungen ergehen zu lassen. Nur Deine Liebe vermag solche Schmähungen zu erdulden.
Was kannst Du von einem so unmenschlichen Volk erwarten?
Mein geduldigster Jesus! Deine Feinde treiben mit Dir ihren Spott. Sie speien Dir ins Angesicht. Das Licht Deiner schönen Augen wird verdunkelt, während Du Ströme von Tränen für unsere Rettung weinst. Aber den Ausdruck Deiner göttlichen Majestät, gepaart mit unendlicher Sanftmut, können sie nicht verdunkeln. Sie erschaudern selbst vor ihren Freveltaten und schämen sich. Um jedoch mit größerer Willkür Deine anbetungswürdige Person zu behandeln und ihrem schändlichen Treiben die Zügel schießen zu lassen, verbinden sie Dir die Augen mit einem schmutzigen Tuch, schlagen Dich mitleidlos, zerren Dich hin und her, treten Dich mit Füßen und geben Dir immer wieder aufs Neue Faustschläge und Backenstreiche. Sie raufen Dir die Haare Deines Haupts und Bartes aus, und werfen Dich bald dahin, bald dorthin.
Jesus, meine Liebe! Mein Herz möchte mir stillstehen. Ich erschaudere und möchte meine Augen verhüllen, um Dich nicht in solchem Leid und so schmerzvollen Szenen anschauen zu müssen. Aber Du willst, dass ich auf alles achte, und die Liebe zwingt mich, Dich anzuschauen. Jesus, was geschieht mit Dir? Du sprichst nicht ein Wort zu Deiner Verteidigung. Du bist den Händen dieser Soldaten preisgegeben, ein Spielball ihrer rohen Willkür. Sie schleudern Dich auf den Boden und treten Dich mit teuflischer Wut, dass ich fürchte, Du könntest unter ihren Füßen sterben.



02.03.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 3 bis 4 Uhr
Jesus vor dem Gerichtshof des Kaiphas, fälschlich angeklagt und des Todes schuldig erklärt (Teil V)

Erwägungen und praktische Übungen

Jesus, Kaiphas vorgestellt, wird ungerechterweise angeklagt und unerhörten Misshandlungen unterworfen. Gefragt, spricht Er immer die Wahrheit. Wenn der Herr zulässt, dass man auch uns verleumdet und ungerechterweise anklagt, suchen dann auch wir bei Gott allein unsere Zuflucht, Der weiß, dass wir unschuldig sind? Oder erbetteln wir Achtung und Ehre von den Menschen?
Thront auf unseren Lippen stets die Majestät der Wahrheit? Sind wir jeder Art von Verschlagenheit und Lüge abhold? Ertragen wir mit Geduld Spott und Hohn, womit uns die Menschen überschütten? Sind wir bereit, zu ihrer Rettung unser Leben hinzugeben?
Mein Jesus, wie bin ich doch so ganz anders! Verleihe mir die Gnade, dass meine Lippen stets die Wahrheit sprechen und das Schwert meines Wortes in Liebe jedes Herz verwunde, das mich anhört, um alle Menschenkinder zu Dir zu führen.

Aufopferung und Danksagung



01.03.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 3 bis 4 Uhr
Jesus vor dem Gerichtshof des Kaiphas, fälschlich angeklagt und des Todes schuldig erklärt (Teil IV)

Deine Feinde fahren in ihren Anklagen fort. Kaiphas, der sieht, dass niemand ihre Anschuldigungen erwidert, ruft aus: „Ich beschwöre Dich bei dem lebendigen Gott, dass Du uns sagest, ob Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Und Du, meine Liebe, die du stets das Wort der Wahrheit auf deinen Lippen hast, nimmst die majestätische und würdevolle Haltung an. Mit klarer und doch sanfter Stimme, so dass alle betroffen sind, ja selbst die bösen Geister in die ewigen Abgründe stürzen, gibst Du zur Antwort: „Du hast es gesagt. Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Kraft Gottes sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen“, alle Völker des Erdkreises zu richten. – Bei diesen Worten herrscht tiefes Schweigen, alle erbeben vor Schrecken.
Jedoch nach einigen Augenblicken gewinnt Kaiphas seine Fassung wieder. Wütender als ein wildes Tier ruft er aus: „Was brauchen wir noch Zeugen? Er hat Gott gelästert. Er ist des Todes schuldig“.
Um seinen sakrilegischen Worten mehr Nachdruck zu geben, zerreißt er sein Gewand mit solcher Wucht, dass alle schreien: „Er ist des Todes schuldig, Er ist des Todes schuldig!“
Die rohen Soldaten nähern sich Jesus wieder. Der eine versetzt Ihm Faustschläge, der andere gibt ihm Backenstreiche. Wieder andere speien Ihm ins Angesicht und geben ihm Fußtritte. Solche Qualen lassen sie Dich, mein Jesus erleiden, dass die Erde erzittert und die Himmel erschüttert werden.
Meine Liebe und mein Leben, wie quälen sie Dich! Mein Herz ist zerrissen von Schmerz. Gestatte, Jesus, dass ich aus Deinem Herzen heraustrete und an deiner Stelle diese Beschimpfungen über mich ergehen lasse. Ach, wenn es mir möglich wäre, möchte ich Dich den Händen Deiner Feinde entreißen. Allein Du willst es nicht. So fordert es das Heil der Menschheit und ich bin gezwungen, mich zu fügen. So will ich mich in Deinem Herzen verschlossen halten. Ich sehe, Kaiphas zieht sich zurück und überlässt Dich den Händen der Schergen. Aber ich bete Dich an, und du segne mich. Gib meiner Seele auch den Kuss der mystischen Liebe. Ich verbleibe im Feuerofen Deines göttlichen Herzens, um ein wenig zu ruhen, mein Haupt an Dein Herz geneigt.


28.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 3 bis 4 Uhr
Jesus vor dem Gerichtshof des Kaiphas, fälschlich angeklagt und des Todes schuldig erklärt (Teil III)

Während ich mit dir dieselben Sühneakte vornehme, bemerke ich, wie ein neuer Schmerz Dein zart fühlendes Herz betrübt, ein Schmerz, wie Du ihn bisher nicht erfahren hast. Sag mir doch, mein Jesus, warum dieser Schmerz? Lass mich an allem, was Dich bedrückt, teilnehmen. Und Jesus spricht:
„Mein Kind, willst du es wissen? Ich höre die Stimme des Petrus, der sagt, er kenne Mich nicht. Er schwört, schwört falsch und sagt sich los von Mir. Wie, Petrus, du kennst Mich nicht? Denkst du nicht daran, wie viel Gutes Ich dir erwiesen habe? Wenn die andern mich sterben lassen an äußeren Qualen, lässt du Mich sterben an Seelenschmerz. Wie übel hast du gehandelt, Mir erst von ferne zu folgen und dabei der Gefahr auszusetzen zu fallen!“
Mein verleugnetes Gut! Wie rasch folgen doch die Beleidigungen vonseiten jener, die dir am teuersten sind! Jeden Schlag meines Herzens möchte ich in den deinen übergehen lassen, um die bitteres Qual zu mildern, die du erduldest. Dieser mein Herzschlag schwört dir Treue und Liebe und wiederholt tausend- und abertausendmal mit einem Schwur, dass er Dich kennt. Doch Dein Herz beruhigt sich noch nicht, und Du schaust dich nach Petrus um. Bei Deinem liebevollen, von Tränen des Schmerzes über seine Verleugnung umflorten Blick geht Petrus in sich und entfernt sich weinend. Nachdem Du ihn in Sicherheit weißt, beruhigst Du Dich und sühnst die Vergehen der Dir geweihten Seelen, besonders jener, die sich freiwillig den Gelegenheiten zur Sünde aussetzen und dabei kläglich zu Fall kommen.



27.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 3 bis 4 Uhr
Jesus vor dem Gerichtshof des Kaiphas, fälschlich angeklagt und des Todes schuldig erklärt (Teil II)

Nun kommst Du bei Kaiphas an. Voll Sanftmut, Bescheidenheit und Demut stehst Du da. Deine Sanftmut und Geduld flößen selbst Deinen Feinden Ehrfurcht ein. Doch Kaiphas, der in Wut gerät, scheint Dich in Stücke reißen zu wollen. Welch ein Gegensatz zwischen Unschuld und Sünde!
Meine Liebe, Du erscheinst vor Kaiphas als der Schuldbeladenste, der verurteilt werden soll. Schon fragt er die Zeugen nach Deinen Vergehen. Er hätte besser getan, Deine Liebe zu befragen. Der eine klagt Dich über diese, der andere über jene Sache an. Aber sie reden Albernheiten und widersprechen sich. Während sie ihre Anklagen erheben, ziehen Dich die Soldaten an den Haaren, schlagen Dir ins Angesicht, so grausam, dass es im Gerichtssaal widerhallt, misshandeln Dich, geben Dir Stöße, und du leidest schweigend. Wenn du Deine Feinde anschaust, strahlt das Licht Deiner Augen in ihre Herzen, und da sie diesem Blick nicht widerstehen können, lassen sie von Dir ab.
Nun treten andere an ihre Stelle, um Dich zu verspotten. Dein Herz pocht so stark, als wollte es von Schmerz zerspringen. Du erträgst jedoch alle Misshandlungen Deiner Feinde mit Liebe, ja, wartest darauf und opferst sie auf für unser Heil. So sühnt Dein Herz mit seiner unentwegten Ruhe die Verleumdungen, den Hass, die falschen Zeugnisse und all das Übel, das man Unschuldigen mit Vorbedacht zufügt; es sühnt auch für jene, die sich vergehen, angestachelt von Höhergestellten, und sühnt die Beleidigungen der Dir geweihten Seelen.



26.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 3 bis 4 Uhr
Jesus vor dem Gerichtshof des Kaiphas, fälschlich angeklagt und des Todes schuldig erklärt (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Betrübter und verlassener Jesus! Die schwache Natur fordert ihre Rechte. Aber selbst der Schlummer wird oft unterbrochen von den Aufschwüngen der Liebe und den Ausbrüchen des Schmerzes in Deinem göttlichen Herzen. Zwischen Wachen und Schlafen fühle ich die Stöße, die Dir Deine Feinde geben. Mein Jesus, Du bist von allen verlassen. Ist denn keiner, der Deine Verteidigung übernimmt? Ich opfere mein Leben auf, Dir einen Halt zu bieten, wenn sie Dich hin und her stoßen. Jetzt vernehme ich ein Ohren betäubendes Geschrei von Leuten, die zusammenlaufen, höhnen und schmähen. Meine Liebe, warum sind sie alle gegen Dich? Was hast Du getan, dass sie Dich wie heißhungrige Wölfe zerfleischen möchten? Mir erstarrt das Blut in den Adern, wenn ich sehe, was Deine Feinde vorhaben. Ich erzittere und bin traurig, weil ich nicht weiß, wie ich Dich verteidigen soll. Es kommt mir vor, als wolltest Du zu mir sagen: „Mein Kind, Ich habe noch nicht alles vollbracht.
Heldenhafte Liebe bringt jedes Opfer. Die Liebe ist von unschätzbarem Wert, wir stehen erst am Anfang. Du bist in Meinem Herzen. Gib acht auf alles, liebe Mich, schweige und lerne. Dein von Mitleid erstarrtes Blut schenke Mir, um meinem Blut Erquickung zu geben, das brennend wie Feuer ist. Eins mit mir, wirst Du stark und in Liebe entzündet, um an Meinem Leiden teilzunehmen. Das wird die beste Verteidigung sein, die du für Mich übernehmen kannst. Sei getreu und auf alles bedacht“.
Meine süße Liebe! Deine Feinde werden immer gewalttätiger. Ich höre das Klirren der Ketten, mit denen man Dich so fest gebunden hat. Aus Deinen Handgelenken rinnt frisches Blut, das Deinen Weg bezeichnet.



25.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 2 bis 3 Uhr
Jesus von Annas verhört, beschimpft und ins Angesicht geschlagen (Teil II)

Erwägungen und praktische Übungen

Jesus, dem Hohenpriester Annas vorgestellt, wird von ihm über Seine Lehre und Seine Jünger ausgefragt. Um den Vater zu verherrlichen gibt Er Antwort über Seine Lehre, aber nicht über Seine Jünger, um nicht gegen die Liebe zu verstoßen.
Sind wir unerschrocken und mutig, wenn es sich darum handelt, den Herrn zu verherrlichen, oder lassen wir uns von der Menschenfurcht besiegen? Immer sollen wir die Wahrheit sagen, auch vor Personen von hohem Rang.
Suchen wir in unseren Reden immer die Ehre Gottes? Ertragen wir alles mit Geduld wie Jesus, um den Herrn zu verherrlichen? Vermeiden wir es, vom Nächsten schlimm zu sprechen, und entschuldigen wir ihn, wenn andere so über ihn reden?
Jesus bewacht unser Herz. Bewachen auch wir das Herz Jesu, auf dass Ihm keine Beleidigung zuteil wird, die wir nicht sühnen? Bewachen wir uns selbst in allem so, dass jeder unserer Gedanken, jeder Blick, jedes Wort, jede Neigung, jede Begierde, jeder Schlag unseres Herzens ebenso viele Wächter um Jesus bildet, die Sein Herz behüten und alle Beleidigungen von Ihm abwehren? Beten wir darum zu Jesus, dass Er über jede unserer Handlungen und über unser eigenes Herz wache.
Jede Handlung, die wir in Gott verrichten, ist eine göttliche Lebensquelle, die sich in uns erschließt. Da wir sehr beschränkt sind, Gott aber unermesslich ist, so können wir Gott nicht in einem einfachen Akt aufnehmen. Vervielfältigen wir also unsere Akte, soweit es möglich ist, um auf diese Weise unser Erkenntnis und Liebesvermögen zu erweitern.
Wenn Jesus uns ruft, sind wir sofort bereit, Seinem Ruf zu entsprechen? Der Ruf Gottes kann in verschiedener Weise erfolgen: mittels Einsprechungen, durch das Lesen guter Bücher, durch gutes Beispiel. Er kann sich aber auch im Gefühl bemerkbar machen durch den Zug seiner Gnade. Mit gewaltiger Stimme aber spricht Er zu uns durch Naturkatastrophen.
Mein süßer Jesus! Deine Stimme ertöne stets in meinem Herzen. All das, was mich innerlich und äußerlich umgibt, sei ein beständiger Zuruf, Dich zu lieben. Der Wohllaut Deiner göttlichen Stimme möge mich stets hindern, auf eine menschliche Stimme zu hören, die mich zerstreut und von dir ablenkt.

Aufopferung und Danksagung



24.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 2 bis 3 Uhr
Jesus von Annas verhört, beschimpft und ins Angesicht geschlagen (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Jesus, mein göttlicher Wächter! Nun habe ich mich ein wenig dem Schlummer hingegeben. Da du jedoch nicht allein und ohne mich bleiben willst, hast Du mich geweckt und lässt mich mit Dir im Hause des Annas zusammen sein. Er fragt Dich nach Deiner Lehre und Deinen Jüngern. Und Du, o Jesus, öffnest Deinen heiligen Mund und sprichst mit würdevoller und klarer Stimme: „Ich habe öffentlich vor der Welt geredet, in der Synagoge und im Tempel gelehrt, Ich habe nichts im Verborgenen geredet. Frage jene, die Mich gehört haben. Die wissen, was Ich gesagt habe.”
Bei diesem würdevollen Auftreten staunen die Ratsherren. Aber die Ruchlosigkeit eines Dieners, der sich Annas gefällig zeigen will, ist so groß, dass er sich dir nähert und Dir mit eiserner Faust einen solchen Schlag ins Gesicht versetzt, dass Du wankst und Dein Angesicht anschwillt.
Nun begreife ich, mein süßes Leben, warum Du mich geweckt hast. Du hattest recht. In der Tat, ich hätte Dich gehalten, als Du nahe daran warst umzufallen. Und Deine Feinde brechen in teuflisches Gelächter aus und klatschen johlend in die Hände bei dieser ungerechten Handlungsweise. Doch ich stütze Dich und erkläre mich bereit, mutig jedes Leid für Dich zu ertragen. Ich bemitleide dich wegen dieser Beschimpfung. Im Verein mit Dir möchte ich Sühne leisten für so viele furchtsame Seelen, die sich so leicht einschüchtern lassen; für jene, die aus Menschenfurcht nicht die Wahrheit sagen; für solche, die es an der schuldigen Hochachtung Priestern gegenüber fehlen lassen, und für so viele Fehler, die durch Murren begangen werden.
Nun sehe ich, mein betrübter Jesus, dass Annas dich zu Kaiphas schickt und Deine Feinde Dich die Treppe hinabstürzen. Und Du, meine Liebe, sühnst durch diesen Fall für jene, die sich zur Nachtzeit in Sündenschuld stürzen, wobei die Dunkelheit ihnen günstig ist. Du berufst zum Licht des Glaubens die Irrlehrer und Ungläubigen. – Auch ich will meine Sühnewerke mit den Deinen vereinigen.
Bis Du im Hause des Kaiphas ankommst, sollen meine Seufzer Dich begleiten, um Dich gegen Deine Feinde zu verteidigen. Schlummere ich inzwischen wieder ein, dann stehe Du Schildwache bei mir.
Wecke mich, wenn Deine Liebe Dich antreibt, mich wieder zu Dir zu rufen.



23.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 1 bis 2 Uhr
Jesus auf dem Weg zum Hohenpriester Annas ist in den Bach Cedron gestoßen (Teil III)

Jesus, mein Herz möchte stillstehen, wenn ich Dich sehe, durchnässt und von schmutzigem Wasser triefend. Du zitterst vor Kälte vom Kopf bis zu den Füßen, schaust umher, um mit den Augen zu sagen, was Du nicht mit dem Munde sagen möchtest. Du suchst einen, der Dich abtrocknet, Dich vom Schmutz reinigt und erwärmt, aber vergebens. Niemand zeigt Mitleid mit Dir. Die Schergen machen sich über Dich lustig und verhöhnen Dich, Deine Jünger haben Dich im Stich gelassen, Deine Mutter weilt ferne, weil es so der Wille des Vaters ist. So komm in meine Arme, o Jesus! Mit meinen Tränen möchte ich Dir ein Bad bereiten, Dich waschen, reinigen und Dein zerrauftes Haar wieder in Ordnung bringen. Meine Liebe, ich möchte Dich in meinem Herzen bergen, Dich wärmen mit dem Feuer meiner Liebe. Ich möchte den wohlriechenden Balsam meiner heiligen Begierden über Dich ausgießen, alle Dir zugefügten Unbilden sühnen und mein Leben mit dem Deinigen hingeben, um alle Seelen zu retten. Mein Herz will ich Dir als Zufluchtsstätte darbieten, um Dich einigermaßen zu erquicken in den Leiden, die Du bisher ertragen hast. Danach werden wir gemeinsam den Weg Deiner Passion wieder aufnehmen.

Erwägungen und praktische Übungen

In dieser Stunde gab Sich Jesus der Willkür Seiner Feinde preis. Sie gingen so weit, dass sie Ihn in den Bach Cedron warfen. Aber Jesus schaute sie liebreich an und ertrug alle Unbilden aus Liebe zu ihnen.
Geben auch wir uns dem göttlichen Willen zur freien Verfügung hin? Wenn wir schwach sind und fallen, sind wir dann bereit, wieder aufzustehen und uns in die Arme Gottes zu werfen? Der gequälte Jesus empfand im Bach Cedron Abscheu und Ekel. Hegen auch wir Abscheu vor dem geringsten Makel und dem Schatten der Sünde? Sind auch wir bereit, Jesus einen Zufluchtsort in unserem Herzen zu gewähren, damit Er den Widerwillen und Abscheu nicht empfinde, den andere Seelen Ihm durch die Sünde bereiten, und Ihm Genugtuung zu leisten für den Abscheu, den wir Ihm bereitet haben?
Mein leidvoller Jesus, schone mich in nichts. Mache doch, dass ich ein Gegenstand Deiner göttlichen und liebevollen Absichten werden könne.



22.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 1 bis 2 Uhr
Jesus auf dem Weg zum Hohenpriester Annas ist in den Bach Cedron gestoßen (Teil II)

Gewiss, mein Jesus, ich verspreche dir, dass ich gänzlich mit Deinem göttlichen Willen eins werde, wenn Du mir den Beistand Deiner Gnade verleihst. Während Du aber, mein Jesus, Klage führst, ersparen Dir deine Feinde keine Beschimpfungen, die sie Dir antun können. Festgebunden, dass du Selbst keinen Schritt machen kannst, geben sie Dir Fußtritte und schleppen Dich über steinige und raue Wege. Du kannst keine Bewegung machen, ohne an Steinen anzustoßen oder Dich zu verwunden. Aber während sie Dich dahinschleppen, sehe ich, dass Du Spuren Deines kostbaren Blutes zurücklässt und Haare Deines Hauptes, die sie Dir ausraufen. Mein Leben und mein Alles! Gestatte, dass ich sie sammle, um damit die Füße jener zu fesseln, die sich gerade der Nachtzeit bedienen, um Dich desto schwerer zu beleidigen; die schlechte Gesellschaft aufsuchen, zweifelhaften Vergnügungen nachgehen und gottesräuberische Diebstähle ausführen. O mein Jesus, ich vereinige mich mit Dir, um alle diese Vergehen zu sühnen. Nun, Jesus, sind wir am Bach Cedron angelangt. Deine Feinde schicken sich an, Dich hineinzuwerfen. Sie lassen Dich an einem Felsen dort mit solcher Wucht aufprallen, dass dir das Blut aus dem Mund quillt und Du auf dem Felsen Spuren zurücklässt. Sodann ziehen Dich Deine Schergen in das trübe, schlammige Wasser, dass es Dir in Mund und Ohren dringt. O meine unerreichbare Liebe! Du bist überströmt und eingetaucht in jene schmutzige, kalte und widerliche Flut. Damit zeigst Du mir deutlich den beklagenswerten Zustand jener, die in eine schwere Sünde fallen. O wie ist ihre Seele mit Schmutz bedeckt, ein Gegenstand des Abscheus für Himmel und Erde. Sie ziehen sich die Blitzstrahlen der göttlichen Gerechtigkeit zu. O Leben meines Lebens, kann es eine größere Liebe geben als die Deinige? Um den Sündern das besudelte Gewand der Sünde abzunehmen, lässt Du zu, dass Deine Feinde Dich in diesen Bach stoßen. Alles leidest Du gern, um die Sakrilegien und Kälte jener Seelen zu sühnen, die Dich auf gottesräuberische Weise empfangen und zwingen, in ihre ruchlosen Herzen einzugehen, die Dir zum Ekel sind. Jesus, Du lässt die Wasser ganz und gar in Dich eindringen, sodass die Schergen aus Furcht, Du möchtest ersticken, Dich aus dem Bach wieder herausziehen, um Dich für größere Qualen aufzubewahren. Allein Dein Anblick ist so entsetzlich, dass selbst diese Rohlinge Widerwillen empfinden, dich anzurühren.



21.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 1 bis 2 Uhr
Jesus auf dem Weg zum Hohenpriester Annas ist in den Bach Cedron gestoßen (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Jesus, mein geliebtes Gut! Wie könnte ich mich dem Schlummer hingeben, wenn ich sehe, dass alle Dich verlassen und fliehen! Unter den Jüngern sogar der feurige Petrus, der kurz zuvor erklärte, sein Leben für Dich hingeben zu wollen, auch der Lieblingsjünger, den Du beim Abendmahl mit so viel Liebe an Deiner Brust ruhen ließest, alle verlassen Dich und geben Dich als Spielball Deinen grausamen Feinden preis. Mein Jesus, nun bist Du ganz allein! Deine reinsten Augen schauen umher, ob wenigstens einer Deiner Begnadeten folge, um Dir seine Liebe zu zeigen und Dich zu verteidigen. Da Du aber wahrnimmst, dass nicht ein einziger Dir treu geblieben ist, blutet Dein Herz. Die Verlassenheit vonseiten Deiner Getreuen bereitet Dir größeren Schmerz als die Misshandlungen vonseiten Deiner Feinde. O lass mich mit Dir Dein Los beweinen! Es scheint mir, als wolle Jesus zu mir sprechen: „Kind, lass uns weinen über so viele Mir geweihte Seelen, die sich nicht mehr um Mich kümmern und Mich allein lassen, wenn keine Prüfungen oder sonstiges Ungemach über sie kommen; über andere, furchtsame und feige Seelen, die Mich aus Mangel an Mut und Vertrauen verlassen; über Unzählige, die in heiligen Dingen keinen Vorteil für sich finden und deswegen kein Interesse an Mir haben; über so viele Priester, die predigen, Messe lesen, Beichte hören nur aus Gewinnsucht oder eitler Ruhmsucht. Sie lassen andere glauben, sie seien stets auf Mich bedacht, Ich jedoch bin meistens allein. Kind, wie hart ist eine solche Verlassenheit! Nicht allein Meine Augen weinen Tränen, es blutet auch Mein Herz. Ach, Ich bitte dich, Meinen herben Schmerz zu mildern, indem du Mir versprichst, mich nie allein zu lassen.



20.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von Mitternacht bis 1 Uhr
Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane (Teil IV)

So werde ich Dir treue Gefolgschaft leisten können. Keines Deiner Leiden wird mir entgehen, für alle will ich Dir als Gegengabe meine Liebe schenken.
Jesus, mein süßes Gut, es ist ein Uhr nachts. Mein Geist beginnt einzuschlummern. Doch werde ich tun, was ich kann, mich wachzuhalten. Sollte mich aber trotzdem der Schlaf übermannen, dann wird er mich in Dir lassen. Von nun an lasse ich meine Gedanken in Dir, um Dich gegen Deine Feinde zu verteidigen, jeden Atemzug, dass er Dir Gefolgschaft und Gesellschaft leiste, jeden Pulsschlag, dass er Dir sage: „Ich liebe dich!“ und Dich entschädige für die Liebe, welche Dir die andern nicht geben.
Ich lasse jeden Tropfen meines Blutes in Dir, um dir Ersatz zu leisten und die Ehre und Hochachtung zurückzugeben, die Deine Feinde durch ihre Beschimpfungen, ihre Backenstreiche und Besudelungen Dir verweigern, lasse schließlich mein ganzes Wesen in Dir als Schutzwache zurück. Jesus, liebkose, umarme und segne mich. Wenn Du willst, dass ich mich ein wenig der Ruhe hingebe, lass mich ruhen in Deinem Herzen, auf dass ich durch Deine von Liebe und Leid beschleunigten Herzschläge oft und oft wach werde, um Dir ohne Unterbrechung Gesellschaft zu leisten.

Erwägungen und praktische Übungen

Jesus übergibt Sich bereitwillig den Händen Seiner Feinde, weil Er darin den Willen Seines Vaters erblickt. Wenn wir von den Geschöpfen enttäuscht und verraten werden, sind auch wir dann sofort bereit zu verzeihen, wie Jesus verziehen hat? Nehmen auch wir alles Böse, das uns von den Menschen zukommt, als etwas an, das von der Hand Gottes kommt? Sind wir bereit, unverzüglich das zu tun, was Jesus von uns verlangt?
Können wir sagen, dass in Kreuzen und Trübsalen unsere Geduld der Geduld Jesu nahe kommt?
In Banden geschlagener Jesus! Deine Ketten mögen mein Herz fesseln und festhalten, dass ich stets
bereit sei, das zu leiden, was Du willst.

Aufopferung und Danksagung



19.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von Mitternacht bis 1 Uhr
Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane (Teil III)

Mein geduldigster Jesus! Es dünkt mich, als ob diese Stricke und Ketten Deiner göttlichen Person noch eine besondere Schönheit verliehen. Auf Deiner Stirn thront eine Majestät, der selbst Deine Feinde Aufmerksamkeit schenken. Deine Augen strahlen, Dein göttliches Antlitz nimmt den Ausdruck tiefsten Friedens und höchster Güte an, die fähig ist, selbst auf Deine Henkersknechte Eindruck zu machen. Deine wenigen durchdringenden und doch so milden Worte lassen sie erbeben.
Wenn sie sich erkühnen, sich Dir zu nähern, geschieht es nur, weil Du es zulässt.
O meine Liebe! Wirst Du je zugeben können, dass Du für mich gefesselt und angekettet wirst, und ich, Dein Geschöpf, soll keine Ketten tragen? Nein, nein! So fessle mich mit Deinen eigenen Stricken und Ketten, fessle mich mit eigenen Händen. Darum bitte ich, während ich Deine anbetungswürdigen Hände küsse, allen meinen Gedanken, meinen Augen, meinen Ohren, meiner Zunge, meinem Herzen, meinen Neigungen, meinem ganzen Wesen Fesseln anzulegen. Zugleich mit mir fessle aber auch alle Menschenkinder, denn sie werden sich nicht mehr erdreisten, Dich zu beleidigen, wenn sie die Süßigkeit Deiner liebevollen Ketten empfinden.
Mein Jesus! Schon hast Du Dich den Händen deiner Feinde überliefert, weil Du ihnen die Macht gabst, mit Dir zu tun, was sie wollen. Auch ich, mein Jesus, übergebe mich Deinen Händen, damit Du in voller Freiheit mit mir tun kannst, was Dir gefällt. Mit Dir will ich mich in die Gefolgschaft Deines Willens begeben, Deine Sühneleistungen nachahmen und Deine Leiden erdulden. Ich möchte immer in Deiner Nähe sein, auf dass es keine Beleidigung gebe, für die ich nicht sühne, keine Bitterkeit, die ich nicht versüße, keine Backenstreiche, keine Besudelung Deines Angesichts, die nicht von meinen Liebkosungen und Zärtlichkeiten begleitet wären. Wenn Du auf deinem Leidensweg fällst, werden meine Hände stets bereit sein, Dich aufzuheben. Immer will ich bei Dir sein, keinen Augenblick Dich allein lassen. Um dessen mehr versichert zu sein, lass mich eingehen in Dich. Bin ich in Deinem Geiste, in Deinen Blicken, in Deinem Herzen, in Dir Selbst, dann kann das, was Du tust, auch ich tun.



18.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von Mitternacht bis 1 Uhr
Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane (Teil II)

Jesus, mein süßes Gut! Ich werde Dir zur Seite sein und Dich verteidigen. Ich werde Deine Lehren entgegennehmen und alle Deine Worte, eines nach dem anderen, beachten. Ach, wie wohl tut meinem Herzen dein Wort, das du an Judas richtest: „Freund, wozu bist du gekommen?“ Mir scheint, als würdest Du auch an mich dieses Wort richten, aber nicht, um mich Freund, sondern beim süßen Namen „Kind“ zu rufen. „Kind, wozu bist du gekommen?“, fragst Du, um die Antwort vernehmen zu können: „Jesus, ich komme, Dich zu lieben.“ -
„Wozu bist du gekommen?“, sprichst Du zu mir, wenn ich am Morgen erwache; sprichst Du zu mir, wenn ich bete; sprichst Du zu mir aus der konsekrierten Hostie, wenn ich komme, Dich in mein Herz aufzunehmen. Welch schöner Anruf für mich und alle anderen Seelen! Wie viele geben aber auf Deine Frage die Antwort: „Ich bin gekommen, Dich zu beleidigen.“ Andere, die sich stellen, als wüssten sie nichts von Dir, geben sich jeder Art von Sünden hin und antworten auf Deine Frage: „Ich gehe zur Hölle!“
Wie sehr bemitleide ich Dich, mein Jesus! Ich möchte die Stricke nehmen, mit denen Deine Feinde bereitstehen, Dich zu fesseln, um jene Seelen an Dich zu fesseln und Dir diesen Schmerz zu ersparen.
Wieder vernehme ich Deine sanfte Stimme, die, während Du ihnen entgegengehst, an Deine Feinde die Frage stellt: „Wen suchet ihr?“ Und sie antworten: „Jesus von Nazareth.“ Und du: „Ich bin es!“
Mit diesen wenigen Worten sagst Du alles und gibst Dich als den zu erkennen, Der Du wirklich bist, so dass Deine Feinde vor Schrecken erzittern und wie tot zu Boden stürzen. Du, meine Liebe, Der Seinesgleichen nicht hat, rufst sie mit einem zweiten „Ich bin es!“ zum Bewusstsein zurück und überlieferst Dich ihren Händen. Aber anstatt sich zu demütigen und erschüttert zu Deinen Füßen niederzuwerfen, misstrauen die Treulosen und Undankbaren Deiner Güte, missachten Deine Gnaden und Wunder, legen Dir die Hände auf den Rücken, binden und fesseln Dich mit Stricken und Ketten, werfen Dich auf den Boden, treten Dich mit Füßen und raufen Dir die Haare aus. Du aber schweigst mit unerhörter Geduld, erträgst und sühnst alle diese Unbilden, die man Dir ungeachtet Deiner Wunder mit immer größerer Hartnäckigkeit zufügt. Mit den Stricken und Ketten, die Dich binden, sprengst Du die Ketten unserer Sündenschuld und fesselst uns mit den süßen Banden der Liebe an Dich. - Liebevoll tadelst Du Petrus, der Dich mit dem Schwert verteidigen will und Malchus ein Ohr abhaut, das jedoch von Dir wieder geheilt wird. Damit willst Du Ersatz leisten für jene guten Werke, die nicht mit heiliger Klugheit verrichtet werden, und für jene sühnen, die aus allzu großem Eifer in Schuld fallen.



17.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von Mitternacht bis 1 Uhr
Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Mein Jesus, es ist Mitternacht. Deine Feinde kommen näher. Du, der du die Fassung wiedererlangt hast, Dir das Blut abtrocknest und vom Himmel gestärkt worden bist, begibst dich erneut zu Deinen Jüngern, rufst sie, ermahnst sie, nimmst sie mit Dir und gehst Deinen Feinden entgegen. So machst Du mit Deiner Bereitwilligkeit meine Lässigkeit, Unlust und Trägheit im Arbeiten und Leiden gut. Aber, mein süßes Gut, welch ergreifende Szene bietet sich dem Auge dar! Der Erste, der sich zeigt, ist der treulose Judas. Er nähert sich Dir, umarmt Dich, grüßt und küsst dich. Du, Fleisch gewordene Liebe, hältst es nicht für unter Deiner Würde, Dich von diesen teuflischen Lippen küssen zu lassen. Du umarmst ihn sogar, drückst ihn ans Herz, willst ihn der Hölle entreißen, indem Du ihm ein neues Zeichen Deiner Liebe gibst.
Wie ist es nur möglich, Dich, Jesus, nicht zu lieben! Die Zärtlichkeit Deiner Liebe ist so groß, dass sie mit Macht jedes Herz anziehen sollte, Dich auch zu lieben. Und trotzdem wirst du nicht geliebt!
Indem Du Dich von Judas küssen lässt, sühnst Du den Verrat, die Verstellung, den Betrug unter der Maske der Freundschaft und Heiligkeit besonders jener Seelen, die Dir geweiht sind. Da erflehst du Verzeihung für jeden Sünder, der wahre Reue hat und in Demut zu Deinem Herzen seine Zuflucht nimmt.



16.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil XII)

Erwägungen und praktische Übungen

In der dritten Stunde der Todesangst am Ölberg flehte Jesus den Himmel um Beistand an. Seine Seelenleiden waren so groß, dass Er Trost auch von Seinen Aposteln begehrte.
Nehmen auch wir in allen Wechselfällen des Lebens, besonders in Schmerz und Unglück, immer unsere Zuflucht zum Himmel? Wenn wir uns auch an die Geschöpfe wenden, tun wir es dann der Ordnung gemäß bei jenen, die uns auf heilige Weise Trost bereiten können? Sind wir wenigstens ergeben, wenn wir den erwarteten Trost nicht finden, da sich die Vorsehung der Sorglosigkeit der Geschöpfe oft bedient, um uns in die Arme Jesu zu legen? Jesus wurde gestärkt von einem Engel. -
Können wir sagen, wir seien der Engel Jesu, indem wir uns um Ihn scharen, Ihm Trost anbieten und an Seinen Bitterkeiten teilnehmen? Um aber als wahre Engel Jesu erscheinen zu können, ist es notwendig, dass wir unsere Leiden als von Ihm geschickt ansehen, also als göttliche Leiden. Nur dann
können wir es wagen, einen Gott zu trösten, Der in so bitteres Leid versenkt ist. Fassen wir dagegen die Leiden rein menschlich auf, dann können wir uns ihrer nicht bedienen, dem Gottmenschen eine Stärkung zu bereiten.
In den Leiden, die uns Jesus schickt, reicht Er uns den Kelch, in den wir die Frucht unserer Leiden hineinlegen sollen. Dann werden diese Leiden, mit Liebe und Ergebung getragen, sich in süßen Nektar für Jesus verwandeln. In jedem Leid lasst uns sprechen: „Jesus ruft uns, Ihm als Engel zu dienen. Er begehrt von uns Stärkung, darum lässt Er uns an Seinen Leiden teilnehmen.“
Jesus, meine Liebe! In meinen Leiden suche ich dein Herz als meine Ruhestätte auf und in Deinen Leiden will ich dir Abhilfe schaffen durch die meinigen. So nehmen wir gegenseitig einen Austausch vor, und ich werde Dein tröstender Engel sein.

Gebet der Danksagung nach jeder Heiligen Stunde am Ölberg



15.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil XII)

Mein Jesus! Da Du auch mein Leben und meinen Tod in Dir verschließen wolltest, so bitte ich Dich durch diese Deine bittere Todesangst, Du möchtest auch mir im Augenblick meines Todes beistehen.
Ich gab Dir mein Herz als Ruhestätte, meine Arme als Stütze, mein ganzes Wesen stellte ich Dir zur Verfügung. O wie gern würde ich mich den Händen Deiner Feinde ausliefern, um an Deiner statt sterben zu können. Komm, Leben meines Herzens, in jenem entscheidenden Augenblick, um mir das zurückzugeben, was ich Dir gegeben habe: Deine Gesellschaft, mich zu erfreuen, Dein Herz als Sterbebett, Deine Arme als Stütze, Deinen mühevollen Atemzug, um den meinigen im Sterben zu erleichtern, so dass ich nur in Dir atme. Dein Atemzug wird mich wie reinigende Luft von jedem Makel befreien und zum Eintritt in die ewige Glückseligkeit befähigen.
Noch mehr, mein Jesus! Gib dann meiner Seele Deine heiligste Menschheit, dass Du, wenn Du mich anschaust, in mir Dein Ebenbild erblickst. Nun wirst Du an mir nichts mehr finden, was zu richten wäre. Du wirst mich in Deinem Blute baden, mich mit dem weißen Kleide Deines heiligsten Willens bekleiden und mit Deiner Liebe schmücken. Gibst Du schließlich meiner Seele den letzten Kuss, dann lässt Du mich den Flug zum Himmel nehmen. Das, was ich aber für mich begehre, tue auch an allen, die im Todeskampf liegen. Lass alle zur liebenden Umarmung zu und gib auch ihren Seelen den Kuss der Vereinigung mit Dir. Rette sie ausnahmslos und lass nicht zu, dass eine einzige Seele zugrunde gehe.
Mein betrübtes Gut! Ich opfere Dir diese Stunde auf zum Gedächtnis Deines Leidens und Sterbens, um den gerechten Zorn Gottes wegen der vielen Sünden zu entwaffnen; für den Triumph der Kirche, für die Bekehrung aller Sünder, für den Frieden der Völker, besonders unseres Vaterlandes, für unsere Heiligung und als Sühnopfer für die leidenden Seelen im Fegfeuer.
Schon sehe ich Deine Feinde nahen. Du willst mich verlassen, um ihnen entgegenzugehen. Jesus, gestatte, dass ich alle Zärtlichkeit Deiner Mutter Dir aufopfere zur Genugtuung für jenen verräterischen Kuss, den Judas Deinen heiligen Lippen aufdrücken wird. Lass mich Dein von Blut überronnenes Angesicht abtrocknen, da es mit Backenstreichen entweiht und von Speichel besudelt wird.
Ich halte mich an Dir fest. Ich lasse Dich nicht los, ich folge dir. Du aber segne mich und steh mir bei. Amen.



14.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil XI)

In Todesangst versetzter Heiland! Es scheint, als ob Dein Leben am Erlöschen wäre. Schon vernehme ich Deine beklommenen Atemzüge, Deine schönen Augen verdunkeln sich wie beim herannahenden Tod, alle Deine Glieder sind schlaff, und mir scheint, dass Du nicht mehr atmest. Oh, es möchte mir das Herz aus der Brust springen. Ich rühre Dich an und finde dich eisig kalt, kaum gibst Du noch ein Lebenszeichen. Meine betrübte Mutter, ihr Engel des Himmels, kommt und beweint Jesus. Erwartet jedoch nicht, dass ich weiterlebe ohne Ihn. Nein, ich kann nicht. Ich rufe: „Jesus, Jesus, mein Leben, stirb nicht!“ Und schon vernehme ich den Lärm Deiner Feinde, die kommen, Dich zu ergreifen. Wer wird Dich verteidigen in dem Zustand, in dem Du Dich befindest? Doch auf einmal lebst Du auf wie einer, der vom Tode aufersteht, siehst mich an und sprichst: „Meine Seele, bist du es? Warst du also Zeuge Meiner Leiden und der Todesängste, die Ich ausgestanden habe?
Wisse nun, dass Ich in den Stunden bitterster Todesangst im Ölgarten jedes Leben der Menschen in Mir verschlossen, alle ihre Leiden und sogar ihren Tod erduldet habe. Einem jeden aber habe Ich das Leben gegeben. Durch Meine Todesängste habe Ich die ihrigen auf Mich genommen. Die Bitterkeiten Meines Todes werden sich in eine Quelle der Süßigkeit und des Lebens für sie verwandeln. Wie teuer kommen Mich doch die Seelen zu stehen! Würden sie Mir wenigstens vergelten! Du hast gesehen, Meine Tochter, dass Ich, während ich fast am Sterben war, wieder zu atmen begonnen habe. Das war der Tod der Menschen, deren Beängstigung Ich in Mir fühlte.“



13.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil X)

Mutter, gib auch mir dieses Blut. Du weißt ja, wie sehr ich dessen bedarf. Mit Deinen mütterlichen Händen besprenge mein ganzes Wesen mit dem Blut des Gottessohnes, reinige mich von meinen Makeln, heile die Wunden meiner Seele und bereichere meine Armut. Mache doch, dass Jesu Blut in meinen Adern kreise und mir Sein göttliches Leben wiedergebe. Steige in mein Herz herab, gestalte es um in das Herz Deines Sohnes. Verleihe ihm eine solche Schönheit, dass Jesus alle Seine Wünsche in mir befriedigt finden könne. Zum Schluss, Mutter, treten wir in die himmlischen Regionen ein und reichen dieses Blut allen Heiligen, allen Engeln, dass sie aus ihm größere Glorie schöpfen, in Danksagungen ausbrechen und für uns bitten, dass auch wir kraft des Erlöserblutes zu ihnen gelangen können.
Haben wir dieses Blut allen Bewohnern des Himmels, der Erde und des Fegfeuers gebracht, tragen wir es wieder zu Jesus zurück. Ihr Engel und Heiligen, kommt mit uns! Ach, Jesus seufzt nach den Seelen, will sie alle in Seine Menschheit eintreten lassen, um ihnen die Heilsfrüchte Seines Blutes zu schenken. Scharen wir uns alle um Ihn. Er wird wieder aufleben und Sich für die bittere Todesangst, die Er erduldet, entschädigt finden.
Nun, heilige Mutter, rufen wir alle Elemente und die vernunftlosen Geschöpfe zusammen, Jesus Gesellschaft zu leisten, damit alle Ihm die Ehre geben.
Licht der Sonne, komm, die Finsternis dieser Nacht zu erhellen und sie dadurch für Jesus freundlicher zu gestalten! Ihr Sterne mit euren flimmernden Strahlen, steigt vom Himmel herab und gebt Trost eurem Schöpfer! Ihr Weltmeere kommt, Jesus zu erfrischen! Er ist unser Schöpfer, unser Leben, unser Alles. Kommt, Ihm Erquickung zu bereiten, Ihm Huldigung zu erweisen als unserm höchsten Herrn. Doch ach! Jesus sucht nicht das Licht, die Sterne, die Blumen, die Vögel, die Elemente, er sucht Seelen!
Mein süßes Gut! Nun sind alle da: Nahe ist Dir Deine liebe Mutter; ruhe in ihren Armen aus. Aber auch sie findet Trost darin, wenn sie Dich ans Herz drückt, denn auch sie hat Deine schmerzvolle Todesangst gelitten. Hier ist auch Maria Magdalena, hier ist Martha, hier sind die Gott liebenden Seelen aller Jahrhunderte. O nimm sie alle an, Jesus, gib allen ein Wort der Verzeihung und der Liebe, ja, befestige sie in der Liebe, dass dir keine Seele mehr entrinne. Jedoch mir kommt es vor, als wolltest Du sagen: „Kind, wie viele Seelen entrinnen Mir gewaltsam und stürzen sich ins ewige Verderben. Wie könnte sich Mein Schmerz beruhigen, wenn ich eine einzige Seele so liebe wie alle zusammen?“



12.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil IX)

Nun begeben wir uns in den Reinigungsort. Die Armen Seelen wehklagen und verlangen dieses Blut zu ihrer Befreiung. Hörst Du nicht, Mutter, ihre Seufzer und die Ergüsse ihrer Liebe? Siehst Du nicht, wie sie leiden, weil sie sich beständig von dem höchsten Gut angezogen fühlen? Du siehst auch, wie Jesus Selbst sie sobald wie möglich reinigen möchte, um sie bei Sich zu haben. Er zieht sie mit Seiner Liebe an, und sie erwidern sie im beständigen Aufschwung ihrer Liebe zu ihm. Sie befinden sich in Seiner Gegenwart, können aber noch nicht die Reinheit des göttlichen Blickes ertragen. So sind sie gezwungen zurückzuweichen und aufs Neue in den Flammen unterzutauchen.
Mutter, steigen wir in diesen tiefen Kerker hinab und lassen wir Jesu Blut auf die Armen Seelen herabfließen. Bringen wir ihnen Licht, stillen wir ihre Sehnsucht der Liebe, löschen wir das Feuer aus, in dem sie brennen, und reinigen wir sie von ihren Makeln. Dann werden sie, von ihrer Pein befreit, in die Arme ihres höchsten Gutes fliegen. Lassen wir dieses Blut besonders jenen Seelen zuteilwerden, die am verlassensten sind, damit sie in ihm jene Fürsprache finden, welche die Menschen ihnen versagen. Allen Armen Seelen sei dieses Blut zum Heil. Alle sollen kraft dieses Blutes Erquickung und Befreiung finden. Zeige Dich als Königin an dieser Stätte des Jammers und der Klage. Reiche allen deine mütterlichen Hände. Entziehe eine nach der andern diesen rächenden Flammen und mache, dass alle ihren Flug zum Himmel nehmen.


11.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil VIII)

Auf Deinem Angesicht erstrahlt die Schönheit Jesu. Dein Benehmen ist ähnlich dem Seinigen. Wenn sie Dich sehen, werden sie gewiss Jesus erkennen. Lass sie an Deinem Mutterherzen ruhen. Gieße ihnen Jesu Leben ein, das Du besitzt. Sag ihnen, dass Du als Mutter sie glücklich im Himmel haben möchtest. Während sie ihre Seele aushauchen, nimm sie in Deine Arme und lass sie sodann in die Arme Jesu übergehen. Wenn Jesus sie nach den Gesetzen Seiner Gerechtigkeit nicht annehmen will, dann erinnere Ihn an die Liebe, mit der Er sie unter dem Kreuz Dir anvertraute. Beanspruche Deine Rechte als Mutter, so wird Er Deinen liebevollen Bitten nicht widerstehen können. Stellt er Dein Herz zufrieden, wird Er auch Seinen eigenen glühenden Wünschen entsprechen.
So nehmen wir jetzt, Mutter, Jesu Blut und schenken es allen: den Betrübten, dass sie gestärkt werden, den Armen, dass sie ergeben die Leiden ihrer Armut ertragen, den Versuchten, dass sie den Sieg erlangen, den Ungläubigen, dass in ihnen die Tugend des Glaubens triumphiere, den Lästerern, dass sie ihre Flüche in Segensworte verwandeln, den Priestern, dass sie sich ihrer hohen Aufgabe bewusst werden und würdige Diener Jesu seien. Mit Seinem Blut benetze ihre Lippen, dass sie nie Worte sprechen, die Gott nicht zur Verherrlichung gereichen. Berühre ihre Füße, dass die Liebe sie beflügle und sie Seelen aufsuchen, um sie zu Jesus zu führen. Reichen wir dieses Blut auch den Herrschern der Völker, dass sie unter sich einig seien und Mitleid und Güte gegen ihre Untertanen walten lassen.



10.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil VII)

Gehen wir noch weiter, Mutter! Hier siehst du gute, unschuldige Seelen, an denen Jesus Sein Wohlgefallen hat und in denen Er Seine Ruhe in der Schöpfungswelt findet. Aber Bösewichte umgarnen sie mit allerlei List und geben ihnen viel Ärgernis. Sie wollen die Unschuld rauben, um das Wohlgefallen und die Ruhe Jesu in bitteren Kummer zu verwandeln. Es ist, als ob sie kein anderes Ziel hätten, als dem göttlichen Herzen beständig Schmerz zuzufügen. Besiegeln und umgeben wir ihre Unschuld mit dem Blute Jesu. Es sei der Schutzwall, durch den keine Schuld eindringen kann. Dieses Blut schlage alle in die Flucht, die diese Seelen beflecken wollen, und erhalte sie rein und unversehrt, auf dass Jesus in ihnen Seine Ruhestätte finde, sein Wohlgefallen an ihnen habe und aus Liebe zu ihnen zum Mitleid bewegt werde mit so vielen anderen armen Menschenkindern. Meine Mutter, versenken wir diese Seelen in das Blut Jesu und vereinigen wir sie immer wieder mit dem heiligen Willen Gottes. Legen wir sie in Seine Arme und fesseln wir sie mit den Ketten Seiner Liebe an Sein Herz, um die Bitterkeiten Seiner Todesangst zu versüßen. Hörst du, Mutter, wie dieses Blut noch nach anderen Seelen schreit? Eilen wir in die Bereiche der Häretiker und Ungläubigen. Welchen Schmerz empfindet nicht Jesus hier! Er, der das Leben aller will, findet als Entgelt nicht einen einzigen Akt der Liebe, ist nicht einmal von Seinen eigenen Geschöpfen gekannt. Lass sie, Mutter, begreifen, dass sie eine Seele haben. Öffne ihnen das Himmelreich. Geben wir ihnen das Blut des Lammes Gottes, auf dass es die Finsternisse der Unwissenheit und Häresie verscheuche. Ja, versenken wir sie alle in das Blut Jesu und führen wir sie zu ihm zurück als Waisen und verbannte Kinder, die nun ihren Vater finden. So wird Jesus in Seiner bitteren Todesnot gestärkt sein. Jesus ist, wie es scheint, noch nicht damit zufrieden. Er verlangt noch nach anderen Seelen. Die Sterbenden im Reich der Häretiker und Ungläubigen sieht Jesus in Gefahr, Seinen Armen entrissen zu werden, um der Hölle anheimzufallen. Schon sind diese Seelen im Verscheiden, ihr Sturz in den Abgrund ist nahe. Keiner ist da, sie zu retten. Die Zeit ist kurz, der letzte Augenblick drängt, sie gehen sicherlich zugrunde.
Nein, Mutter, Jesu Blut soll nicht vergeblich vergossen worden sein. Darum eilen wir sofort zu ihnen, gießen ihnen dieses Blut aufs Haupt, dass es ihnen als Taufe diene und Glauben, Hoffnung und Liebe eingieße. Sei ihnen nahe, Mutter, genüge allem, was ihnen mangelt, ja, lass sie dich sehen.



09.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil VI)

Noch ein weiterer Schritt, Mutter! Siehe da, Seelen, die bereits in die Sünde gefallen sind und sich nach einer Hand umschauen, die sie aufrichtet. Jesus liebt diese Seelen. Aber Er betrachtet sie mit Schaudern, weil Er sie besudelt sieht, und Seine Todesangst nimmt zu. Beglücken wir auch sie mit dem Blute Jesu, um ihnen damit die Hand zu reichen, die sie aufrichtet.
Du siehst, Mutter, wie sehr diese Seelen des Blutes Jesu bedürfen, Seelen, die tot sind für das ewige Leben. O wie beweinenswert ist ihr Zustand! Der Himmel schaut auf sie herab mit Tränen des Schmerzes, die Erde betrachtet sie mit Entsetzen. Mutter, Jesu Blut enthält das Leben der Gnade; geben wir es ihnen. Durch die Berührung mit ihm stehen sie wieder auf, noch schöner, als sie vorher waren, und gewinnen Himmel und Erde ein Lächeln ab.
Gehen wir weiter, Mutter! Siehe, hier sind Seelen, die das Zeichen der Verworfenen an sich tragen; Seelen, die sündigen und Jesus fliehen, Ihn beleidigen und an Seiner Verzeihung zweifeln. Das sind die neuen Judasse, die auf der Erde zerstreut sind und jenes Herz durchbohren, das so bitteren Schmerz erduldet. Bieten wir auch ihnen das Blut Jesu dar, dass es das Zeichen der Verwerfung auslösche und ihnen das der Rettung aufpräge, ihrem Herzen solches Vertrauen und nach der Schuld solche Liebe einflöße, dass sie zu den Füßen Jesu eilen und sie umklammern, um sie nie mehr loszulassen.
Siehe, hier auch Seelen, die wie von Sinnen ihrem Untergang entgegeneilen. Niemand ist da, der sie in ihrem Lauf aufhielte. Gießen wir Jesu Blut vor ihren Füßen aus, damit sie durch die Berührung mit Ihm und Seinem Licht, bei dem Flehen Seiner Stimme noch zurückweichen und sich auf den Weg des Heiles begeben.



08.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil V)

Wieder andere, noch gefesselt an die Güter der Erde, können sich nicht dareinfinden, den letzten Schritt von der Zeit in die Ewigkeit zu tun. O Mutter, sie sind in äußerster Not, bedürfen sehr der Hilfe. Siehst Du nicht, wie sie zittern, sich unter den Qualen des Todeskampfes winden und um Hilfe und Erbarmen flehen? Schon ist die Erde ihren Blicken entschwunden, aber Du, heilige Mutter, lege Deine mütterlichen Hände auf ihre eiskalte Stirne und nimm ihren letzten Atemzug auf. Geben wir jedem Sterbenden das Blut Jesu, so werden wir die bösen Geister in die Flucht schlagen und die mit dem Tode Ringenden dazu bringen, dass sie noch die letzten Sakramente empfangen und so eines guten und heiligen Todes sterben können.
Lassen wir ihnen zum Trost die Todesängste Jesu, Seine Tränen und Seine Wunden zugute kommen. Zerreißen wir die Bande, die sie noch gefesselt halten, dass alle das Wort der Verzeihung vernehmen. Flößen wir ihnen Vertrauen ein, dass sie sich in die Arme Jesu werfen.
Wenn Dein Jesus sie richtet, wird Er sie mit Seinem Blut gerötet finden, sie in Seine Arme schließen und allen Verzeihung gewähren.
Gehen wir weiter, Mutter! Dein Blick betrachtet liebevoll die Erde und wird zum Mitleid bewegt angesichts so vieler armen Menschen, die dieses Blut vonnöten haben. Meine Mutter, ich fühle mich angespornt durch den Seherblick Jesu, mich zu beeilen, weil Er nach Seelen dürstet. Ich vernehme Seine Seufzer in der Tiefe meines Herzens, die mir sagen wollen: „Meine Tochter, hilf Mir, gib Mir Seelen!“
Doch siehe, Mutter, wie die Erde voll ist von Seelen, die im Begriffe stehen, in die Sünde zu fallen. Jesus bricht in Tränen aus, da Er sieht, wie Sein Blut aufs Neue entheiligt wird. Nur ein Wunder könnte verhindern, dass diese Menschen fallen. So geben wir ihnen das Blut Jesu, damit sie in Ihm die Kraft und die Gnade finden, nicht mehr in die Sünde zurückzufallen.



07.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil IV)

Mein Schutzengel, schreite du voran und bereite die Seelen, die dieses Blut empfangen sollen, auf dass kein Tropfen ohne reichliche Wirkung bleibe.
Meine Mutter, schnell! Lass uns gehen, denn ich sehe schon den Blick Jesu, der uns folgt, vernehme wiederholt Seine Seufzer, die uns antreiben sollen, unser Werk zu beschleunigen.
Bei den ersten Schritten sind wir, Mutter, an den Türen von Häusern angelangt, in denen Kranke liegen. Wie viele wunde Glieder! Und wie viele Kranke, die unter der Heftigkeit ihrer Schmerzen fluchen und sich das Leben nehmen wollen! Andere sind verlassen von allen und haben niemanden, der an sie auch nur ein Wort des Trostes richtet oder ihnen die notwendige Hilfe leistet. Deswegen sprechen sie Verwünschungen aus und verzweifeln.
O Mutter, ich vernehme im Geiste die Seufzer Jesu, Der Seine Liebesmühen, die Seelen nur leiden zu lassen, um sie sich ähnlich zu machen, in Beleidigungen verwandelt sieht. Ach, geben wir ihnen Sein Blut, dass es ihnen zum Heile sei und mit Seinem Licht den Kranken den Wert des Leidens und die Ähnlichkeit mit Christus, die sie dadurch erlangen, zu erkennen gebe. Und Du, meine Mutter, nähere Dich ihnen. Als liebevolle Mutter berühre mit Deinen Segenshänden ihre schmerzhaften Wunden. Lindere ihre Schmerzen, nimm sie in Deine Arme und gieße aus Deinem Herzen Ströme von Gnaden über ihre Leiden aus. Leiste den Verlassenen Gesellschaft, tröste die Betrübten, denen die nötigen Heilmittel fehlen, erwecke großherzige Seelen, die denen Hilfe bringen, die unter der Wucht großer Qualen leiden, so dass sie, von neuem gestärkt, mit großer Geduld ertragen können, was Jesus über sie verhängt.
Gehen wir weiter und treten wir ein in die Stuben der Sterbenden. Mutter, welch entsetzliches Schauspiel! Wie viele Seelen stehen im Begriff, sich in die Hölle zu stürzen! Wie viele wollen nach einem Leben der Sünde jenem göttlichen Herzen, das so oft durchbohrt wurde, den letzten Schmerz bereiten und ihren letzten Atemzug mit einem Akt der Verzweiflung krönen!
Wie viele böse Geister umstehen das Sterbebett und bemühen sich, ihnen Schrecken und Entsetzen vor dem gerechten Richter einzuflößen, und unternehmen so den letzten Ansturm, sie zur Hölle zu führen. Sie möchten ihre höllischen Flammen speien, die Sterbenden darin einhüllen und so der Hoffnung keinen Raum mehr gewähren.



06.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil III)

Himmlische Mutter Maria! Jesus begehrt Trost. Der beste Trost, den wir Ihm geben können, besteht darin, Ihm Seelen zuzuführen. Maria Magdalena, begleite uns. Ihr heiligen Engel, kommt und seht, wie es mit Jesus steht. Von allen möchte Er Trost haben; so groß ist Seine Niedergeschlagenheit, dass Er keinen zurückweist.
Mein Jesus! Während Du von dem unsäglich bitteren Kelch kostest, den der Vater Dir bereitet hat, nehme ich wahr, wie Du immer mehr in Seufzen und Klagen ausbrichst und mit fast erstorbener Stimme sagst: „Ihr Seelen, ihr Seelen, o kommt und richtet Mich auf, nehmt Platz in Meiner Menschheit. Nach euch steht Mein Verlangen, nach euch Mein Sehen. Seid nicht taub für Meine Stimme, macht Meine glühenden Wünsche nicht zunichte, Mein Blut, Meine Liebe, Meine Leiden. Kommt, ihr Seelen, kommt!“
Leidvollster Jesus! Jeder Seufzer und jedes Verlangen ist eine Wunde für mein Herz, das keinen Frieden findet. So mache ich mir Dein Blut zu eigen, Deinen Willen, Deinen glühenden Seeleneifer, Deine Liebe. Während ich Himmel und Erde durchwandere, will ich alle Seelen aufsuchen, ihnen Dein Blut als Unterpfand ihrer Rettung reichen und sie Dir zuführen, um das Übermaß Deiner Liebe zu mildern und die Bitterkeit Deiner Todesangst zu versüßen. Während ich das tue, begleite mich mit Deinem Blicke.
Meine Mutter, ich komme zu Dir, denn Jesus verlangt Seelen zu Seinem Trost. Gib mir Deine mütterliche Hand. Wir durchwandern miteinander die ganze Welt, um Seelen zu suchen, und verschließen in Jesu Blut die Neigungen, die Wünsche, die Gedanken, die Werke, alle Regungen und Bewegungen der Menschen. Wir legen in ihre Seelen die Flammen Seines Herzens hinein, dass sie sich Ihm ergeben. So verschlossen in Seinem Blute und umgestaltet durch Seine Flammen, wollen wir die Seelen zu Jesus führen, um die Leiden Seiner bitteren Todesangst zu mildern.



05.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil II)

Mein Jesus! Wenn man Dich einmal geschaut und die Süßigkeiten besonderer Gnaden verkostet hat, dann ist großer Starkmut vonnöten, um Widerstand zu leisten, wenn man sich Deiner Gaben beraubt sieht. Darum bitte ich für jene Seelen, deren Nachlässigkeit, Gleichgültigkeit und deren Beleidigungen für Dein Herz die bittersten sind, Du mögest sie mit Deiner Gnade umgeben und auf ihrem Weg aufhalten, wenn sie nur einen Schritt tun, der Dir im Geringsten missfallen könnte, damit sie nicht den Geist beharrlichen Gebetes verlieren.
Mein Jesus! In den Garten zurückgekehrt, erhebst Du Dein mit Blut benetztes Angesicht zum Himmel und sprichst zum dritten Male: „Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an Mir vorüber!“
Sodann höre ich, mein süßes Gut, wie Du rufst: „Ihr lieben Apostel, lasst Mich nicht allein in diesem entsetzlichen Leid. Bildet eine Krone um Mich und tröstet Mich durch eure Liebe und Gesellschaft!“
Mein Jesus! Wer könnte dir in dieser äußersten Not widerstehen! Welches Herz könnte so gefühllos sein, dass es nicht bricht, wenn es Dich sieht, getränkt mit Leid und in Blut gebadet.
Wer vergösse nicht bittere Tränen bei Deinen schmerzvollen Klagen, die Beistand und Stärkung suchen! Doch tröste Dich, mein Jesus! Schon erblicke ich den Engel, vom Vater gesandt, der Dir Beistand und Stärkung verleiht, damit Du, aus diesem Zustand der Todesangst befreit, Dich den Juden überliefern kannst. Während Du aber mit dem Engel sprichst, will ich Himmel und Erde durchwandern. Gestatte mir, das Blut zu nehmen, das Du am Ölberg vergossen hast, damit ich es allen Menschen als Unterpfand ihres Heiles schenken und als Gegengabe ihre Neigungen, ihre Schritte und alle ihre Werke dir bringen kann.



04.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 23 bis 24 Uhr
Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil I)

Vorbereitungsgebet für die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Jesus, mein süßes Gut! Mein Herz versagt. Ich schaue hin und sehe, dass Du noch immer Todesängste ausstehst. Das Blut rinnt in solcher Menge von Deinem Leib herab, dass der Boden mit Blut bedeckt ist. O meine Liebe! Mir bricht das Herz, wenn ich Dich so schwach und erschöpft sehe. Dein anbetungswürdiges Angesicht und Deine Schöpferhände, die sich auf den Boden stützen, sind von Blut benetzt. Es scheint mir, Du wollest für die Ströme von Vergehen, welche die Menschen zu Dir hinleiten, Ströme von Blut zurücksenden, auf dass diese Vergehen in Dein Blut versenkt würden und Du einem jeden Menschenkind Verzeihung gewähren könnest. Erhebe Dich, mein Jesus, es ist zu viel, was Du leidest, es ist genug für Deine Liebe.
Doch während es scheint, als stürbe mein Jesus in Seinem Blut, gibt Ihm die Liebe neues Leben. Ich sehe, wie Er Sich bewegt. Nun erhebt Er Sich, mit Staub und Blut bedeckt. Er versucht zu gehen, mühsam schleppt Er Sich fort.
Mein süßes Leben! Gestatte, dass ich Dich mit meinen Armen stütze. Willst Du wieder zu Deinen geliebten Jüngern gehen? Wie groß ist Dein Schmerz, als Du sie von neuem eingeschlafen findest! Du sprichst mit bebender und schwacher Stimme: „Meine Kinder, schlaft nicht! Meine Stunde ist gekommen. Seht ihr nicht, in welchem Zustand Ich bin? O steht Mir bei und verlasst Mich nicht in den Stunden äußerster Bedrängnis.“
Jesus, Du bist so unkenntlich geworden, dass Dich Deine Jünger ohne die Anmut und Sanftmut Deiner Stimme nicht erkannt hätten. Nachdem Du ihnen Wachen und Beten empfohlen hast, kehrst Du in den Garten zurück, aber mit einer neuen Wunde im Herzen. Sehe ich doch in ihr die Vergehen jener Seelen, die trotz Deiner Gunsterweise, Gaben und Gnaden in der Nacht der Prüfung Deine Liebe und Deine Gaben vergessen, dem geistigen Schlaf verfallen und so den Geist der Wachsamkeit und Ausdauer im Gebet einbüßen.



03.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 22 bis 23 Uhr
Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil VII)

Erwägungen und praktische Übungen (Teil II)

Mein Jesus! Um Dir mein Mitleid zu zeigen und Dich in Deiner Niedergeschlagenheit aufzurichten, erhebe ich mich bis zum Himmel und möchte mir im Geiste Deine Gottheit zu eigen machen. Indem ich Dich damit wie mit einem Schutzwall umgebe, möchte ich von Dir alle Beleidigungen der Geschöpfe fernhalten; möchte Dir Deine Schönheit darbieten, um Dich die Hässlichkeit der Sünde nicht schauen zu lassen; Deine Heiligkeit, damit Du bewahrt bleibest vor dem Abscheu gegen jene Seelen, die Dich erschauern lassen, weil sie tot sind für die Gnade; Deinen Frieden, um alle Zwistigkeiten, alle Empörungen und Verwirrungen unter den Geschöpfen zu verscheuchen; Deine Harmonien im Gottesreiche, um Dein Gehör gegen alle bösen Zungen zu verschließen.
Mein Jesus, ich möchte Dir als Opfer so viele Sühneakte darbringen, wie Dir Beleidigungen widerfahren. Sie möchten Dir gleichsam den Tod geben, während ich Dir mit meinen Akten Leben spenden will. Sodann möchte ich eine Woge aus dem Meer Deiner Gottheit über alle Menschen sich ergießen lassen, damit sie es infolge der Berührung mit Dir nicht mehr wagen, Dich zu beleidigen. Auf diese Weise allein werde ich, o Jesus, Dir mein Mitleid bezeigen können für alle Unbilden, die Du von den Menschen erfährst.
Jesus, mein süßes Leben! Meine Gebete und meine Leiden mögen unablässig zum Himmel emporsteigen, um auf alle Menschenkinder das Licht der Gnade herabregnen zu lassen und Dein eigenes Leben in mich aufnehmen zu können.

Gebet der Danksagung nach jeder Heiligen Stunde am Ölberg



02.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 22 bis 23 Uhr
Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil VII)

Erwägungen und praktische Übungen

In der zweiten Stunde des Verweilens im Garten Gethsemane stellen sich Christus die Sünden aller Zeiten vor Augen. Er nimmt diese Sünden auf sich, um dem Vater gebührende Verherrlichung zu geben. Er sühnte demgemäß für sie und empfand in Seinem Herzen die Seelenverfassung eines jeden von uns, ohne Sein Gebet zu unterbrechen.
In welcher Seelenverfassung befinden wir uns? Wenn wir kalt, hart und versucht sind, beten wir dann und sind wir beharrlich im Gebet? Bieten wir Jesus unsere Seelenleiden als Sühne und als Tröstung dar? Als Ursache Seines Seelenleidens sollten wir ihn umringen, Ihm unser Mitleid bezeigen und Ihn trösten, ja, wäre es möglich, Ihm sagen: „Jesus, Du hast zu viel gelitten. Gönne Dir Ruhe, wir werden an Deiner statt leiden.“ Sind wir niedergeschlagen oder legen wir vielmehr mutig unsere Leiden zu Seinen Füßen, auf dass Er in uns Seine Menschheit finde?
Stellen wir so unsere Menschheit in den Dienst Jesu? Was tat Seine Menschheit? Sie verherrlichte den Vater, sühnte und flehte um das Heil unserer Seelen. Legen wir in alles, was wir tun, diese drei Intentionen hinein, so dass wir sagen könnten: Wir schließen in uns die ganze Menschheit Jesu ein?
Wird es dunkel in unserer Seele, machen wir dann die gute Meinung, wenigstens in anderen das Licht der Wahrheit aufleuchten zu lassen und das Eis von so vielen Herzen zu schmelzen, die in der Sündenschuld erstarrt sind?



01.02.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 22 bis 23 Uhr
Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil VI)

Jesus, Du fährst fort, Todesangst auszustehen, nicht der Leiden wegen, die Dich die Juden erdulden lassen, sondern wegen jener, die Dir die Sünden der Menschen bereiten. In diesen Stunden willst Du der Liebe den ersten Platz einräumen, den zweiten den Sünden, für die Du Sühne und Genugtuung leistest, den Vater verherrlichst und die göttliche Gerechtigkeit besänftigst; den dritten den Juden. Damit zeigst Du, dass die Passion, welche Dich die Juden erdulden lassen, nichts anderes ist als die Darstellung der zweifachen schmerzvollen Passion, die Dich die Liebe und die Sünde erdulden lassen. So sehe ich in Deinem Herzen vereinigt die Lanze der Liebe und die der Sünde. Nun wartest Du auf die dritte, die Lanze der Juden. Dein von der Liebe überwältigtes Herz leidet unter seinen gewaltsamen Bewegungen, unter der Ungeduld seiner Liebe und verzehrenden Sehnsucht, unter seinen feurigen Schlägen, die jedem Herzen Leben geben möchten. Gerade hier in Deinem Herzen fühlst Du am heftigsten all das Leid, das Dir die Geschöpfe bereiten. Mit ihren bösen Neigungen, ungeordneten Begierden und schändlichen Wünschen suchen sie andere Liebe statt die Deinige.
Jesus, wie schwer leidest Du! Ich sehe Dich einer Ohnmacht nahe, versenkt in ein Meer der menschlichen Ruchlosigkeit. Ich fühle tiefes Mitleid mit Dir und möchte die Bitterkeit Deines dreifach durchbohrten Herzens versüßen, indem ich Dir die Wonne des ewigen Lebens, die süße Liebe Deiner Mutter Maria und die aller deiner wahren Liebhaber in einer Opferschale darbiete.
Mein Jesus, mache doch, dass von diesem Deinem Herzen mein armes Herz Leben empfange, auf dass es nur mehr mit Deinem Herzen allein lebe. Bewirke auch, dass ich bei jeder Beleidigung, die Du erfährst, stets bereit sei, Dir eine Erquickung, einen Trost, eine Sühne, einen nie unterbrochenen Akt der Liebe darzubringen.

31.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 22 bis 23 Uhr

Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil V)

Mein Jesus, ich küsse Deine Schöpferhände und nehme wahr, wie alle bösen Handlungen der
Geschöpfe sie durchbohren wie Nägel. Aber nicht mit drei Nägeln wie am Kreuze, sondern mit so vielen Nägeln, wie Menschen böse Handlungen begehen. Ich habe Mitleid mit Dir. Um Dich zu trösten, opfere ich Dir alle heiligen Handlungen der Menschen auf und den Starkmut der Märtyrer, mit dem sie Blut und Leben aus Liebe zu Dir hingaben. Ich möchte Dir zudem alle guten Werke als Opfer darbringen, um Dir die zahllosen Nägel der bösen Werke wegzunehmen.
Jesus, ich küsse Deine heiligen Füße, die unermüdlich sind, Seelen zu gewinnen. In ihnen möchtest Du alle Schritte der Menschenkinder verschließen, aber viele von ihnen siehst Du vor Dir fliehen und möchtest sie aufhalten. Bei jedem ihrer Schritte, die sie zum Bösen führen, fühlst Du, wie Dir ein Nagel eingetrieben wird. Und Du möchtest Dich ihrer Nägel bedienen, um sie an Deine Liebe zu heften. Mein Gott und höchstes Gut! Ich bemitleide dich. Um Dich zu trösten in Deinem Schmerz und für Dein Bemühen, die Menschen an Deine Liebe zu heften, opfere ich Dir die Schritte aller guten Ordensleute und aller frommen Seelen auf, die ihr Leben preisgeben, um Seelen zu retten.



30.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 22 bis 23 Uhr
Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil IV)

Mein niedergebeugter Jesus! Ich sehe Deinen Hals umschlungen mit Stricken und Ketten, die Dir die sündhafte Anhänglichkeit der Menschen bereitet. Ich habe Mitleid mit Dir. Um Dich aufzurichten, bringe ich Dir als Opfergabe das unauflösliche Band dar, das die Personen der Heiligsten Dreifaltigkeit verbindet. Indem ich an dieser Vereinigung teilnehme, strecke ich meine Arme nach Dir aus, um für Deinen Hals Ketten der Liebe zu schmieden. Damit will ich die Fesseln sündhafter Anhänglichkeit lösen, die Dich gleichsam ersticken möchten. Um dir Trost zu spenden, drücke ich Dich fest an mein Herz.
Jesus, du Kraft Gottes! Ich sehe Deine Schultern zerrissen. In Stücken hängt das Fleisch herunter infolge der Ärgernisse und der bösen Beispiele der Menschen. Ich bemitleide Dich und opfere Dir zur Erquickung Dein heiligstes Beispiel auf, das Beispiel Deiner königlichen Mutter und das aller Heiligen. Auch möchte ich alle Deine Schulterwunden heilen, alle Seelen, die durch die Sünden des Ärgernisses von Deinem Herzen losgerissen sind, in ihnen verschließen, damit so der zerfleischte Leib Deiner Menschheit wieder gesunde.
Mein trostloser Jesus! Ich sehe Deine Brust schmerzlich durchfurcht von der Kälte, Lauheit und Undankbarkeit der Menschen, die Deiner Gnade nicht entsprechen. Ich habe Mitleid mit Dir. Um Dich zu trösten, opfere ich Dir die wechselseitige Liebe des Vaters und des Hl. Geistes, die volle Übereinstimmung der drei göttlichen Personen. Ich möchte mich versenken in Deine Liebe, dir Genugtuung leisten, indem ich die Menschen abhalte, neue Sünden zu begehen, die Dich gleich Pfeilen treffen. Hingegen will ich sie mit den Pfeilen Deiner Liebe verwunden, damit sie sich nicht mehr erdreisten, dich zu beleidigen. Ich möchte Deine eigene Liebe in Deine Brust zurückleiten, um Dich zu stärken und aufzurichten.



29.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 22 bis 23 Uhr
Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil III)

Jesus, ich sehe in Deinen gütigen Augen alle bösen Blicke der Menschen, die auf Dein Angesicht Bluttränen fließen lassen. Ich habe Mitleid mit Dir und möchte Deine Blicke dadurch erfreuen, dass ich in Vereinigung mit der Liebe Deines Herzens ihnen alle Wonnen zeige, die sich im Himmel und auf Erden finden können. Jesus, höchstes Gut! Zu Dir hingeneigt, vernehme ich das Echo der entsetzlichen Gotteslästerungen, der Schreie nach Rache und der üblen Nachrede. Es gibt keine Stimme, die in Deinen keuschen Ohren nicht ihr Echo fände. O unersättliche Liebe! Ich habe Mitleid mit Dir und möchte Dir dadurch Trost bereiten, dass ich in Deinen Ohren alle Harmonien des Himmels, die süße Stimme Deiner Mutter, die glühenden Liebesseufzer Maria Magdalenas und aller Gott liebenden Seelen ertönen lasse. Mein Leben, ich möchte innig Dein heiligstes Antlitz küssen, dessen Schönheit nicht seinesgleichen hat; jenes Antlitz, das die Engel sehnlichst zu schauen gelüstet ob seiner Schönheit, die sie hinreißt. Und doch besudeln die Schergen dieses Angesicht mit Speichel, geben ihm Backenstreiche und treten es mit Füßen. Meine Liebe, welche Verwegenheit! Ich möchte schreien, um sie in die Flucht zu schlagen. Ich habe Mitleid mit Dir. Jene Beschimpfungen zu sühnen, begebe ich mich zur Heiligsten Dreifaltigkeit, um die Liebe des Vaters und des Hl. Geistes, die Zärtlichkeit Deiner himmlischen Mutter und ihre tiefe Anbetung zu fordern. All das opfere ich Dir auf, um die Unbilden zu sühnen, die man Deinem heiligsten Antlitz zufügt.
Ich fühle Mitleid mit Dir ob der Bitterkeit, mit der Dein Mund erfüllt ist. Grauenhafte Flüche, Trunksucht und Gaumenlust, schamlose Reden, schlecht verrichtete Gebete,unheilvolle Lehren, all das, was der Mensch Böses stiftet mit der Zunge, haben sie verursacht. Ich habe Mitleid mit Dir und möchte Deinem Munde Süßigkeiten zu kosten geben, indem ich Dir die Lobgesänge der Engel und die erbaulichen Reden der guten Christen darbringe, die von ihrer Zunge heiligen Gebrauch machen.



28.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 22 bis 23 Uhr
Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil II)

Meine Liebe, in welchen Zustand sehe ich Dich versetzt! Dein Atem geht schwer. Mein süßes Leben, verscheide nicht! Richte Dein Haupt von der Erde auf, die gerötet ist von Deinem kostbaren Blute. Komm in meine Arme und lass in dieser Umarmung mich an Deiner Stelle sterben. Aber ich höre Deine bebende, fast erstorbene Stimme, die fleht: „Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an Mir vorüber. Doch nicht Mein, sondern Dein Wille geschehe!“ Schon zum zweiten Mal sprichst Du so. Wie ein Schwert durchdringt Deine Stimme mein Herz. Alle Empörungen Deiner Geschöpfe stellen sich Dir vor Augen. Jenes Fiat (Dein Wille geschehe), welches das Leben eines jeden Menschen sein soll, sehe ich fast von allen zurückgewiesen. Statt des Lebens finden sie den Tod. Und du, der du allen Menschenkindern Leben spenden und dem Vater feierliche Sühne für die Empörungen jener leisten willst, die sich Seinem Willen entziehen und verlorengehen, wiederholst drei Mal: „Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an Mir vorüber! (Der Kelch ist zwar sehr bitter.) Aber nicht Mein, sondern Dein Wille geschehe!“ Während Du so sprichst, mein höchstes Gut, überwältigt Dich ein so bitterer Schmerz, dass er Dich zum Äußersten bringt, Dich in Todesangst versetzt und Du den Eindruck erweckst, als wolltest Du den letzten Atemzug tun. Jesus, meine Liebe!
Auch ich will mich mit Dir vereinigen, mitleiden und sühnen mit Dir für alle Nachlässigkeiten und Sünden, die gegen Deinen heiligsten Willen begangen werden. Ich bitte, dass ich in allem Deinen heiligsten Willen erfülle. Dein Wille sei die Luft, die ich atme, der Schlag meines Herzens, mein Gedanke, mein Leben und der Triumph in meinem Tode.
Mein Jesus, nein, Du darfst nicht sterben! Wohin soll ich gehen ohne Dich? An wen mich wenden? Wer wird mir in Zukunft beistehen? Alles hätte für mich ein Ende. Nein, lass mich nicht aus der Hand, halte mich bei Dir. Es soll keinen Augenblick geben, der mich von Dir trennt. Lass mich Deine Schmerzen mildern, sühnen für Dich und leiden mit dir für alle, denn das Gewicht der Sünden jeder Art lastet schwer auf Dir und droht, Dich zu erdrücken. Ich verehre Dein heiliges Haupt, meine Liebe. Ich sehe alle bösen Gedanken, deren entsetzliche Hässlichkeit Du schaust. Jeder von ihnen ist ein Dorn, der sich unter stechendem Schmerz in Dein Haupt bohrt. Deine Schergen werden Dir nur eine Dornenkrone aufs Haupt setzen. Aber wie viele entsetzliche Kronen setzen die bösen Gedanken aller Menschen auf Dein anbetungswürdiges Haupt? ... Schon quillt das Blut aus allen Deinen Gliedern, rinnt von der Stirne, von den Haaren und vom ganzen Körper. Wie fühle ich Mitleid mit Dir, o Jesus! Ich möchte Dir gleichfalls Kronen aufs Haupt setzen, aber Kronen der Glorie.
Ich opfere dir auch die Gedanken der heiligen Engel auf und Deine eigenen heiligen Gedanken, um Dir mein Mitleid zu bezeigen, Deine Schmerzen zu lindern und für alle Menschen zu sühnen.



27.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 22 bis 23 Uhr
Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (TeiI I)

Vorbereitungsgebet für die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Mein Jesus! Schon ist eine Stunde verflossen, seit Du im Garten Gethsemane weilst. Die Liebe hat die Oberherrschaft in allem an sich genommen und lässt Dich auf einmal das leiden, was die Henkersknechte Dir im Verlauf Deiner bittersten Passion zu leiden geben.
Mein Jesus! Ich sehe Dich wanken bei Deinen Schritten, und trotzdem schreitest Du voran. Sag mir, mein höchstes Gut, wohin lenkst Du Deine Schritte? Ach, Du willst Deine geliebten Jünger aufsuchen. Ich begleite Dich, um Dich in meinen Armen zu halten, wenn du wankst.
Mein Jesus! Ein anderer bitterer Schmerz wartet auf Dich. Die Jünger schlafen. Du, immer voll Mitleid, rufst sie wach und ermahnst sie mit väterlicher Liebe, empfiehlst ihnen zu wachen und zu beten. Dann kehrst Du in den Garten zurück. Aber noch eine andere Wunde trägst Du im Herzen, und in ihr erblicke ich alle Wunden, die Dir die gottgeweihten Seelen schlagen.
Anstatt sich an Dich anzuschließen, zu wachen und zu beten, überlassen sie sich sich selbst, sei es aus Nachlässigkeit, sei es, weil sie versucht werden, sei es, weil sie nicht in der richtigen Geistesverfassung sind. Während sie voranschreiten sollten in der Liebe und Vereinigung mit Dir, schlafen sie, werden lau und machen Rückschritte. Wie sehr bemitleide ich Dich, du Freund der Seelen! O ich möchte alle Undankbarkeit jener sühnen, die Dir so lieb und teuer sind. Diese Treulosigkeiten betrüben am meisten Dein anbetungswürdiges Herz. So groß ist die Bitterkeit des Schmerzes, dass er Dich erdrücken möchte. O Liebe ohne Ende! Das Blut, das in Deinen Adern siedend heiß wallt, besiegt alles und vergisst alles. Ich sehe Dich betend am Boden liegen. Du opferst dich auf, sühnst und bemühst Dich, für alle Menschen den Vater zu verherrlichen. Auch ich, mein Jesus, werfe mich mit Dir nieder, und im Verein mit Dir möchte ich das tun, was Du tust. Aber was sehe ich, mein Jesus? Ich sehe Dich beladen mit allen Sünden der ganzen Welt. All unser Elend, all unsere Schwäche, die schwersten Vergehen, die empörendste Undankbarkeit, die entsetzlichsten Verbrechen, die zügellosesten Grausamkeiten, alle Ausbrüche des Hasses, das Niedermetzeln von Menschen, alle Gotteslästerungen, alle Häresien und Schismen, ja der ganze Abgrund menschlicher Verworfenheit stellen sich Dir vor Augen, drücken Dich nieder, zermalmen dich und schlagen dir tiefe Wunden. Und was tust du? Das Blut, das in heißer Liebe in Dir wallt, stellt sich all diesen Vergehen entgegen. Die Adern öffnen sich, das Blut strömt heraus, benetzt die Kleider, rinnt zur Erde. Und Du gibst Blut für Beleidigungen, Leben für Tod.



26.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil VI)

Uns in allem Jesus gleichförmig zu machen, müssen wir in uns Einkehr halten und uns die Frage vorlegen: Können wir bei allem, was wir tun, sagen, dass beständig Liebe zwischen uns und Gott hin- und herflutet? Unser Leben wird von einem beständigen Zufluss von Liebe gespeist, die wir von Gott empfangen. Wenn wir denken, strömt uns Liebe zu, wenn wir arbeiten, strömt uns Liebe zu. Jedes Wort, jeder Atemzug wird von Liebe getragen, alles empfangen wir von Gott. Sind aber auch alle unsere Werke in Liebe Gott zugewandt? Findet Jesus in uns das süße Entzücken Seiner Liebe, die zu Ihm hinströmt, dass Er, davon hingerissen, uns mit der Fülle der Liebe bereichern könne? Wenn wir nicht in alle unsere Werke die gute Meinung hineingelegt haben, alles im Verein mit der Liebe zu wirken, dann halten wir Einkehr in uns. Bitten wir Ihn um Verzeihung, dass wir Ihn des süßen Vergnügens beraubt haben, Seiner Liebe zu uns durch Gegenliebe zu entsprechen. - Lassen wir uns in unseren Werken so von der Hand Gottes leiten, wie sich die Menschheit Christi leiten ließ? Was sich in unserem Leben ereignet, ausgenommen die Sünde, müssen wir annehmen als göttliches Wirken. Handeln wir anders, dann entziehen wir dem Vater die Verherrlichung, lassen das göttliche Leben entweichen und verlieren die Heiligkeit. Alle inneren Einsprechungen, alle Gnaden, die uns zukommen, sind nichts anderes als Wirkungen göttlicher Liebe. Nehmen wir sie auf in der von Gott gewollten Weise? Geben wir Jesus die Freiheit, in uns zu wirken? Oder weisen wir Sein göttliches Wirken zurück und nötigen Ihn, gewissermaßen die Hände in den Schoß zu legen, indem wir Seine ganze Tätigkeit in rein menschlichem Sinn auffassen und als etwas Gleichgültiges betrachten? Werfen wir uns in Seine Arme, um alle jene Prüfungen über uns ergehen zu lassen, die der Ratschluss des Herrn zum Zweck der Heiligung über uns verhängt?
Meine Liebe und mein Alles! Möge Deine Liebe mich in allem überströmen und all das verzehren, was nicht Dir geweiht ist. Mache, dass meine Liebe stets zu Dir hinströmt und ihr Feuer all das verzehrt, was dein Herz betrüben könnte.

Gebet der Danksagung nach jeder Heiligen Stunde am Ölberg



25.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi

Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil V)

Erwägungen und praktische Übungen

Jesus Christus, in dieser Stunde scheinbar verlassen von Seinem ewigen Vater, erleidet einen solchen Feuerbrand der Liebe, der alle denkbaren und möglichen Sünden verzehren, alle Menschen, Millionen und Myriaden von Welten, sogar die Verworfenen, wären sie nicht ewig verstockt in ihrer Bosheit, in Flammen der Liebe setzen könnte.
Treten wir ein in Jesus! Wenn wir in Sein Innerstes, in Seine feurigen Herzschläge, auch in Seinen Verstand vorgedrungen sind, der wie vom Feuer entzündet ist, dann bekleiden wir uns innen und außen mit jenem Feuer der Liebe, das im Herzen Jesu brennt. Indem wir uns dann in Seinen Willen ergießen, werden wir in Ihm alle Menschen finden. Geben wir einem jeden die Liebe Jesu, berühren wir damit Sein Herz und Seinen Sinn. Bemühen wir uns, mit dieser Liebe alle in Liebe umzugestalten. Sodann bilden wir mit den Neigungen Jesu, mit Seinen Wünschen und Gedanken Ihn selbst in jedem Menschenherzen. Bringen wir alle Menschenkinder, die Jesus im Herzen tragen, zu Ihm hin und sprechen wir: „Jesus, wir bringen Dir alle Menschenkinder, jedes mit Jesus im Herzen, um Deiner Liebe Trost und Erquickung zu bieten, denn ein anderes Mittel finden wir nicht“ So werden wir wahrhaft Seinem Herzen Linderung verschaffen. Die Flammen der Liebe, die in Ihm brennen, sind so gewaltig, dass Er oft und oft ausruft: „Ich brenne, und niemand ist, der Meine Liebe in Empfang nimmt. O gebt Mir Erquickung und nehmt Meine Liebe, um Mir damit Liebe zu schenken.“



24.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil IV)

Mein Jesus! Da Du mich in Dein Herz eintreten heißt, um mich Deine Liebe schauen zu lassen, so komme ich. Aber was sehe ich? Die Wunder der Liebe, die Dich nicht mit natürlichen Dornen krönt, sondern mit Dornen aus Feuer; nicht mit Geißeln aus Stricken Deinen anbetungswürdigen Leib peinigt, sondern mit Geißeln aus Feuer; nicht mit Nägeln aus Eisen Deine Hände und Füße durchbohrt, sondern mit Nägeln aus Feuer. Alles ist Feuer. Es dringt dir bis ins Mark der Gebeine, wandelt deine ganze Menschheit in Feuer um, und verursacht Dir unaussprechliche und tödliche Leiden, die noch bitterer sind als die Deiner Passion. Es bereitet in Deinem Blut ein Bad der Liebe für alle Seelen, die sich von jedem Makel reinwaschen und das Recht erwerben wollen, Kinder der Liebe zu sein.
O Liebe ohne Grenzen! Ich fühle mich außer Fassung angesichts Deiner Unermesslichkeit. Ich sehe, dass ich ganz Liebe sein müsste, um in Deine Liebe eintreten und sie begreifen zu können. Das bin ich aber nicht, mein Jesus. Da Du trotzdem meine Gesellschaft begehrst, so bitte ich Dich, mich ganz und gar mit Liebe zu erfüllen, mein Haupt und jeden meiner Gedanken mit der Krone der Liebe zu krönen.
Mache auch, unendliche Liebe, dass nichts in mir sei, was nicht vom Leben der Liebe beseelt ist.
Ich bitte dich ferner, meine Hände und Füße mit den Nägeln der Liebe anzunageln, auf dass alles in mir Liebe werde und Liebe anstrebe; dass ich, von der Liebe gekleidet, von der Liebe genährt, von der Liebe an Dich angenagelt werde und nichts in und außer mir sich erkühne, mich von der Liebe zu scheiden.



23.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil III)

Nun scheint es mir, als öffnete mein gebenedeiter Jesus Seine Lippen und spräche mit schwacher und erstorbener Stimme zu mir: „Tochter, willst Du wissen, wer Mich noch mehr peinigt als die Henkersknechte? Und warum die Qualen, die sie Mir zufügen, fast nichts sind im Vergleich zu dem, was Ich jetzt leide? Die Liebe, die ewige Liebe ist es, die Mich alle Schmerzen bis ins Mark hinein in ihrer Gesamtheit erleiden lässt, welche die Henkersknechte Meine Person nach und nach erdulden lassen. Ja, die Liebe ist es, die über Mich und in Mir die Herrschaft führt. Die Liebe wird Mir zum Nagel, die Liebe zur Geißel, die Liebe zur Dornenkrone. Die Liebe ist Mir alles, die Liebe Mein immer währendes Leiden, während nur vorübergehend ist, was Ich in Meiner Menschheit leide.
Kind, tritt ein in mein Herz, verliere dich in Meiner Liebe. Nur in ihr wird sich dir das Verständnis erschließen, was Ich für dich gelitten und wie sehr Ich dich geliebt habe. So wirst du lernen, auch Mich zu lieben und allein aus Liebe zu leiden.“



22.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil II)

Inzwischen tritt Jesus in die Todesangst ein und erduldet Qualen, so entsetzlich, wie man sie nie gesehen hat.
Jesus, meine Liebe! Sag mir, warum bist Du so traurig, so betrübt, allein in diesem Garten und in dieser Nacht? Ich weiß, es ist die letzte Deines sterblichen Lebens. Nur wenige Stunden, dann nimmt Deine Passion ihren Anfang. Ich glaubte, hier Deiner Mutter, Magdalena und Deinen treuen Aposteln zu begegnen. Stattdessen finde ich Dich allein und in eine Todesangst versetzt, die wie ein grausamer Tod erscheint, ohne Dich sterben zu lassen.
Mein höchstes Gut und mein Alles! Gibst Du mir keine Antwort? O sprich zu mir! ...Doch es scheint, Dir versagt die Stimme, so groß ist Deine Traurigkeit; auch Dein Seherblick, sonst voll des Lichtes, ist so traurig. Es kommt mir vor, als suchtest Du Trost und Hilfe. Dein bleiches Angesicht, deine Lippen, ausgetrocknet von dem Feuer der Liebe, Deine zitternde Gestalt, Dein gewaltig pochendes Herz, das auf der Suche nach Seelen ist, verleihen Dir einen Ausdruck, dass man meinen könnte, Du wolltest von einem Augenblick zum andern verscheiden. Alles sagt mir, dass Du dich allein fühlst und meine Gesellschaft begehrst.
Nun bin ich Dir nahe, mein Jesus. Aber mein Herz versagt, wenn ich Dich am Boden liegen sehe. Ich nehme Dich in meine Arme und drücke Dich an mein Herz. Alle Deine Peinen, eine nach der andern, alle Unbilden, die man dir zufügt, will ich zählen, um Dir im Namen aller Menschen Trost und Mitleid darzubieten.... Mein Jesus! Während ich Dich in meinen Armen halte, nehmen Deine Leiden zu.
Ich fühle, dass in Deinen Adern ein Feuerstrom kreist. Das Blut kocht in ihnen, es scheint, als wolle es die Venen zerreißen und sich aus ihnen ergießen. Sag mir, meine Liebe, was hast Du? Ich sehe keine Geißeln, keine Dornen, keine Nägel, kein Kreuz. Dennoch, wenn ich mein Haupt an Dein Herz lege, fühle ich, dass Dornen es durchbohren und erbarmungslose Geißeln keinen Teil Deiner göttlichen Person verschonen, weder innen noch außen. Ich sehe Deine Hände noch krampfhafter zusammengezogen, als es von Nägeln hätte geschehen können. Sag mir, mein süßes Gut, wer übt eine solche Macht auch in Deinem Innern aus, die dich soviel Mal den Tod erdulden lässt, wie sie Qualen zulässt?



21.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane
Das Vorbereitungsgebet für die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane wird nur einmal gebetet, wenn man die drei Stunden nicht unterbricht, andernfalls wiederholt, sooft man von neuem beginnt.

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil I)

Vorbereitungsgebet für die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Mein betrübter Jesus! Angezogen von Deiner Liebe komme ich, Dir im Garten des Ölbergs Gesellschaft zu leisten. Ich weiß wohl, dass Du mich rufst, aber ich frage mich: Wozu diese Antriebe der Liebe? Befindet sich vielleicht mein von Seinen Feinden verfolgter Jesus im Zustand solcher Betrübnis, dass Er nach meiner Gesellschaft verlangt? Auf Flügeln der Liebe eile ich dahin, aber mich schaudert beim Eintritt in den Ölgarten in der Dunkelheit der Nacht. Es ist kalt geworden. Leise bewegen sich die Blätter der Bäume, als flüsterten sie im Traum und kündeten Leid, Traurigkeit und Tod für den Mann der Schmerzen.
Die Sterne in ihrem milden Schein sind darauf bedacht, gleichsam mit weinenden Augen Jesus zu betrachten. Indem die Tränen sie zu tiefem Mitleid bewegen, machen sie mir Vorwürfe wegen meiner Undankbarkeit. Ich erzittere. Im Dunkeln mich vorwärts tastend, suche ich den Meister mit dem Ruf: „Jesus, wo bist Du? Du ziehst mich zu Dir hin und lässt dich nicht sehen? Du rufst mich und verbirgst Dich?“ Doch kein Echo gibt meiner Stimme Antwort, überall Schrecken, überall Grauen und tiefes Schweigen. Ich lausche und vernehme einen beklommenen Atemzug - ich habe wirklich Jesus gefunden. Aber welch betrübliche Veränderung! Das ist nicht mehr Jesus, Dessen Antlitz beim eucharistischen Abendmahl in hinreißender Schönheit erstrahlte. Jetzt ist Er von einer tödlichen Traurigkeit befallen, welche die natürliche Schönheit Seiner Züge entstellt. Ich gerate in Aufregung bei dem Gedanken, dass ich vielleicht nicht mehr Seine Stimme vernehme. So umfasse ich Seine Füße, werde kühner, umarme Ihn, lege ihm meine Hand auf die Stirne, um Ihn aufrecht zu halten, und rufe leise: „Jesus, Jesus!“ Und Er, getroffen von meiner Stimme, schaut mich an und spricht: „Meine Seele, du hier? Ich wartete auf dich, denn die Traurigkeit darüber, dass alle Mich allein lassen, hat Mich tief niedergedrückt.
Ich wartete auf dich, dass du Zuschauerin Meiner Leiden seiest und mit Mir den Kelch tränkest, den Mir Mein himmlischer Vater bereitet hat. Wir werden ihn zusammen trinken, aber es wird kein Kelch der Erquickung, sondern unaussprechlicher Bitterkeit sein. Ich empfand das Bedürfnis, eine liebende Seele möchte wenigstens einige Tropfen davon schlürfen, darum habe Ich dich gerufen. So nimm ihn an, teile mit Mir Mein Leid und gib mir die Versicherung, Mich nicht allein zu lassen in dieser Stunde der Verlassenheit.“
- Wohlan, mein in Traurigkeit versenkter Jesus, wir trinken den Kelch Deiner Leiden gemeinsam. Ich werde nie von Deiner Seite weichen.



20.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil XII)

Der erste Tabernakel ist in uns. Daher muss man genau auf das achten, was Jesus in Seiner Güte in uns wirken will. Gar oft lässt uns Jesus das Bedürfnis empfinden zu beten. Er betet mit unserer Stimme, mit unseren Gefühlen, mit unserem Herzen und bewirkt auf diese Weise, dass unser Gebet eins sei mit dem Seinen. Um dem Gebet Jesu Ehre zu erweisen, seien wir darauf bedacht, ihm unser ganzes Sein zur Verfügung zu stellen. Jesus wird dann Sein Gebet mit uns zum Himmel richten, um mit dem Vater zu sprechen und in der Welt die Wirkungen Seines göttlichen Gebets zu erneuern.
Wir müssen auch auf alle Bewegungen unseres Inneren achten. Bald will Jesus, dass wir leiden, bald, dass wir beten. Bald versetzt Er uns in diesen Seelenzustand, bald in einen andern, um in uns Sein eigenes Leben wiederholen zu können. Nehmen wir den Fall, dass Jesus uns die Gelegenheit gibt, Geduld zu üben. Er selbst empfängt so viele und so schwere Beleidigungen vonseiten der Geschöpfe, dass Er sich angetrieben fühlt, Hand an die Geißeln zu legen, um die Beleidiger zu züchtigen. Doch siehe da, Er übt Langmut und Geduld, weil wir Ihm die Ehre erweisen und alles in Geduld ertragen, wie es Jesus erträgt. Unsere Geduld wird dann Seinen Händen die Geißeln entreißen, die andere verdient haben. Jesus wird in uns Seine göttliche Geduld üben. Wie mit der Geduld sei es auch mit allen anderen Tugenden. Jesus übt im heiligsten Altarsakrament alle Tugenden, und wir werden aus Seinem Herzen die Stärke, die Sanftmut, die Geduld, die Verträglichkeit, die Demut und den Gehorsam schöpfen.
Jesus schenkt uns in Seiner Güte Sein Fleisch als Speise, und wir wollen Ihm als Speise die Liebe, den Willen, die Neigungen, die Gedanken und Empfindungen schenken. So wetteifern wir mit Jesus an Liebe. Lassen wir nichts in uns Eingang finden, was nicht Ihm geweiht ist.
Jesus, meine süße Liebe! Zu dieser Stunde hast Du Brot und Wein in Dich selbst verwandelt. So mache doch, dass all das, was ich sage und tue, eine beständige Wandlung Deiner Selbst in mich und alle Seelen sei.
Mein teures Leben! Wenn Du zu mir kommst, so bewirke, dass jeder Herzschlag, jede Neigung, jede Empfindung, jeder Gedanke, jedes Wort die Macht der sakramentalen Wandlung erfahre. Gib, dass mein ganzes armseliges Wesen, von Dir konsekriert, zu ebenso vielen Hostien werde, um Dich allen Seelen schenken zu können.
Jesus, lass mich Deine kleine Hostie sein, um in mir Dich selbst einschließen zu können.

Aufopferung und Danksagung



19.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil XI)

Erwägungen und praktische Übungen

Jesus, in der Hostie verborgen, um allen Leben und Licht zu geben, umfasst alle Jahrhunderte. So werden auch wir, wenn wir uns in Ihm verborgen halten, mit unseren Gebeten und Sühneakten allen Licht und Leben geben, weil Jesus niemanden von Seiner Liebe ausschließt. Was nun tun in dieser Verborgenheit? Um Christus ähnlich zu werden, müssen wir alles in Ihm verschließen: unsere Gedanken, Blicke, Worte, Empfindungen und Neigungen; alle unsere Atemzüge, unsere Schritte, unsere Handlungen und Werke. Sogar unsere Gebete müssen wir in die Gebete Jesu hineinlegen. Wie Jesus in der Eucharistie die Menschen aller Zeiten in Liebe umfasst, so müssen auch wir sie in innigster Vereinigung umfassen, müssen mit Ihm der Gedanke eines jeden Geistes, das Wort einer jeden Sprache, die Neigung eines jeden Herzens, der Schritt eines jeden Fußes und das Werk eines jeden Armes sein. Handeln wir so, dann werden wir vom Herzen Jesu alles Böse abhalten, das die Menschen Ihm antun möchten. Bemühen wir uns, alles Böse durch alles Gute zu ersetzen, das zu tun uns möglich ist, dann werden wir Jesus nötigen, allen Seelen Rettung, Liebe und Heiligkeit zukommen zu lassen.
Um dem Leben Jesu zu entsprechen, muss das unsrige dem Seinen ganz und gar gleichförmig sein. Die Seele muss die gute Meinung erwecken, sich in allen Tabernakeln der Welt einzufinden, um Jesus beständig Gesellschaft zu leisten, Ihn zu trösten und mit Ihm zu sühnen. In dieser Meinung muss sie ihr ganzes Tagewerk verrichten.



18.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil X)

Süßes Herz Jesu! Als Du das heiligste Altarsakrament eingesetzt hast und die schreiende Undankbarkeit und die Beleidigungen vonseiten Deiner Geschöpfe im Geist schautest, bist Du trotzdem nicht zurückgewichen. Wirst Du auch verwundet und mit Bitterkeiten getränkt, so versenkst Du alles in die Unermesslichkeit Deiner Liebe. Nachdem Du Deine Apostel belehrt und hinzugefügt hast, dass auch sie tun sollten, was Du getan hast, weihst Du sie zu Priestern, indem Du ihnen die Gewalt zu konsekrieren verleihst. So denkst Du zugleich an alle Priester und schaffst ein Mittel, alles zu sühnen.
Nach Beendigung des Abendmahls nimmst Du Deine Apostel mit Dir und begibst Dich auf den Weg zum Garten Gethsemane, wo Deine Passion beginnen sollte. Ich folge Dir überall hin, mein Jesus, um Dir treue Gesellschaft zu leisten. Während Du dahinschreitest, möchte ich für alle Seelen sühnen, die mit zerstreutem und zerfahrenem Geist aus der Kirche gehen; möchte Dich auch bitten, Licht und Gnade jenen Priestern zu verleihen, die bei den heiligen Handlungen gar keinen Gewinn daraus schöpfen, weil sie von den Gnadenmitteln keinen guten Gebrauch machen.



17.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil IX)

Jesus! Sollte eine Beleidigung meiner Sühne entgehen, dann schließe mich in Deinem Herzen und in Deinem Willen wie in einem Gefängnis ein, damit ich für jedes Vergehen Genugtuung leisten kann. Ich will auch Deine heiligste Mutter bitten, mich immer bei sich zu haben, damit ich mit ihr für alles und für alle sühnen kann. Dadurch werden wir die Wogen der Bitterkeit, womit die Menschen Dich überfluten, von Dir abströmen lassen.
Mein Jesus! Bedenke, dass auch ich ein armseliges, sündhaftes Geschöpf bin. Verschließe mich in Deinem Herzen, und mit den Ketten Deiner Liebe mach mich nicht nur zu Deinem Gefangenen, sondern fessle auch jeden meiner Gedanken, jede meiner Empfindungen und Neigungen, meine Hände und Füße an Dich, dass ich keine anderen Hände und Füße habe als die Deinen. So soll Dein Herz mein Gefängnis, meine Ketten aus Liebe geschmiedet, Deine Flammen meine Speise, Dein Atemzug der meinige sein. Dein heiligster Wille sei das Gitter, das mich hindert, aus meinem Gefängnis herauszutreten. Dann werde ich nichts anderes fühlen als Feuer, nichts anderes sehen als Flammen. Ich werde Dir mein Leben schenken. Während ich im Gefängnis bei Dir bleibe, sollst Du in mir Deine Freiheit haben. Ist das nicht Deine Absicht, wenn Du Dich in der Hostie einschließt, von den Seelen, die Dich empfangen, Deine Freiheit zu erhalten, damit Du in ihnen Dein Leben entfalten kannst? Nun segne mich zum Zeichen Deiner Liebe. Gib meiner Seele den mystischen Kuss der Liebe, während ich mich Deiner Umarmungen erfreue. Ehre sei dem Vater ...



16.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil VIII)

Jesus, wie leidest Du! Du siehst Dich um nach einer Hand, die Dich aus diesen blutbefleckten Händen befreit. Wenn Du Dich in solchen Händen befindest, dann bitte ich Dich, rufe mich.
Zur Sühne möchte ich Dich mit der Reinheit der Engel umgeben, den Wohlgeruch Deiner eigenen Tugenden um Dich verbreiten, um Dir den Widerwillen zu nehmen, in solchen Händen zu sein. Ich möchte Dir mein Herz öffnen als Rettungs- und Zufluchtsort. Und während Du in der hl. Kommunion in mir weilst, werde ich zu Dir für die Priester beten, dass alle würdig in Deinem Dienste seien.
Jesus, ich küsse deinen linken Fuß und will dadurch Sühne leisten für jene, die Dich gewohnheitsmäßig und ohne gebührende Seelenverfassung empfangen. Ehre sei dem Vater ...
Jesus, ich küsse Deinen rechten Fuß und will dadurch Sühne leisten für jene, die Dich nur zum Hohn empfangen. Ach, wenn sie sich erdreisten, solches zu tun, dann bitte ich Dich, erneuere das Wunder, das Du an dem Hauptmann Longinus gewirkt hast. Wie Du seine Seele geheilt und ihn bekehrt hast durch die Berührung mit dem Blut, das aus Deinem durchbohrten Herzen quoll, so wandle auch durch Deine sakramentale Berührung mit den Frevlern die Empfindungen der Geringschätzung oder des Hasses in Liebe und die Beleidiger in Liebhaber um. Ehre sei dem Vater ...
Jesus, ich verehre und lobpreise Dein gütiges Herz, in dem alle Beleidigungen zusammenfließen. Ich möchte Dir dadurch vollständige Sühne leisten für alle Frevel gegen das heiligste Sakrament, Dir als Gegengabe für Deine Liebe die der Menschen schenken und mit Dir alle
Deine Leiden teilen. Ehre sei dem Vater ...



15.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil VII)

Mein Jesus! So gewaltig und mächtig ist das Feuer, das in Deinem Herzen brennt, dass Du seinen Flammen Luft machen und Pfeile der Liebe auf die Herzen entsenden willst. Viele jedoch lenken sie ab und erwidern sie mit Pfeilen, Spießen und Wurfgeschossen der Kälte, Lauheit und Undankbarkeit. Wie sehr hättest Du Grund, mein Jesus, darüber bitterlich zu weinen! Sieh nun mein Herz bereit, nicht allein jene Liebespfeile zu empfangen, die für mich bestimmt sind, sondern auch jene, welche die anderen Seelen zurückweisen. Ich werde die Kälte, Lauheit und Undankbarkeit sühnen, die Dir von diesen Seelen zuteil wird.
Jesus, ich küsse Deine linke Hand und will damit alle unerlaubten Annäherungen und ungeziemenden Taten sühnen, die in Deiner Gegenwart geschehen. Ich bitte Dich, mich immer nahe an Deinem Herzen zu halten. Ehre sei dem Vater ...
Jesus, ich küsse Deine rechte Hand und will damit alle Sakrilegien sühnen, auch die, welche von Priestern begangen werden, die in ungebührlicher Verfassung zelebrieren. Wie oft bist Du, meine Liebe, genötigt, vom Himmel in unwürdige Hände und Herzen herabzusteigen!
Wenn es Dir auch zuwider ist, Dich in solchen Händen zu befinden, so nötigt Dich Deine Liebe doch immer wieder dazu. Ja, manche Deiner Diener erneuern Deine Passion, erneuern mit ihren Vergehen und Sakrilegien den Gottesmord. Jesus, ich bin entsetzt, wenn ich nur daran denke. Aber trotzdem legst Du Dich auch in jene unwürdigen Hände, wie Du bei Deiner Passion Dich in die Hände der Juden begeben hast. Gleich einem sanften Lämmlein erwartest Du von neuem den Tod, aber auch die Bekehrung der unwürdigen Diener des Altares.



14.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil VI)

Mein Jesus! Wenn Du im heiligsten Sakrament zu den Menschenkindern kommst, bist Du gezwungen, Dich auf so viele unreine, böse und lästernde Zungen zu legen. O wie bitter für Dich! Es kommt Dir vor, als würdest Du von diesen Zungen vergiftet. Es ist noch schlimmer, wenn Du in ihre Herzen hinabsteigst. Wäre es möglich, nähme ich gern diese Zungen an, um alle ihre sündhaften Reden, die dich so sehr beleidigen, in Lobsprüche zu verwandeln.
Jesus, mein höchstes Gut! Ich sehe Dein Haupt so müde, erschöpft und ganz eingenommen von Deiner Liebestätigkeit. Sag mir, was tust Du? Und Du gibst zur Antwort: „Mein Kind! In der konsekrierten Hostie muss Ich vom Morgen bis zum Abend weilen, um Ketten der Liebe zu schmieden. Wenn Seelen kommen, fessle Ich sie an Mein Herz. Aber weißt Du, was sie dann tun? Viele machen sich gewaltsam los und reißen die Ketten Meiner Liebe in Stücke. Da diese Ketten mit Meinem Herzen verbunden sind, leidet es Qualen, die unaussprechlich sind.
Indem sie Meine Ketten zerreißen, machen sie Meine Liebesmühen zunichte, lassen sich dafür Ketten von den Geschöpfen anlegen und bedienen sich Meiner, um ihre Absichten zu erreichen. Das tun sie sogar in Meiner Gegenwart. Ein solches Benehmen betrübt Mich in dem Maße, dass Ich vor Schmerz dahinsiechen würde, wäre Ich in leidensfähigem Zustand.“
Wie leide ich mit Dir, mein Jesus! Dein Herz ist so vielen Quälereien ausgesetzt. So bitte ich Dich, meinem Herzen jene Ketten anzulegen, welche die anderen brechen, um Dir für sie mit meiner Liebe zu vergelten und Dich zu trösten für die Beleidigungen, welche die Seelen Dir zufügen.



13.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil V)

Jesus, ich sehe, Du hörst Deinen Geschöpfen aufmerksam an, um sie zu trösten. Diese hingegen sagen Dir andachtslos, gewohnheitsmäßig, ohne Vertrauen ihre Gebete her. Und Dein Gehör leidet in dieser Hostie mehr als in Deiner Passion. Mein Jesus, ich möchte Dir alle Harmonien des Himmels zu Gehör bringen, mein Gehör mit dem Deinigen vereinigen, um an Deinen Leiden Anteil zu nehmen, Dich zu trösten und Sühne zu leisten.
Jesus, mein Leben! Ich sehe Dein heiligstes Angesicht mit Blutstropfen benetzt, entstellt und bleich. Deine Geschöpfe erscheinen vor dem höchsten ausgesetzten Gute. Aber statt Dir die gebührende Ehre zu erweisen, scheint es, als ob sie durch ihr unanständiges Benehmen und ihre ungebührende Unterhaltung Dir Backenstreiche gäben und Dein Antlitz besudelten. Du nimmst wie in Deiner Passion diese Unbilden in Frieden und Geduld entgegen und erträgst sie.
Jesus, ich möchte mein Antlitz dem Deinigen nahebringen, nicht allein um der Gegenstand der Entehrung zu sein, die sie Dir bezeigen, sondern auch um all Deine Pein mit Dir zu teilen. Ich möchte mit meinen Händen Dein Antlitz von den Besudelungen reinigen, Dich an mein Herz drücken. Aus meinem ganzen Wesen möchte ich so viele Teile machen und Dir vor Augen stellen, wie es Seelen gibt, die Dir Ehre erweisen. Ich möchte alle meine Regungen und Bewegungen in ebenso viele Knie- beugungen verwandeln, um ohne Unterlass die Unehrerbietigkeit zu sühnen, die Dir von den Geschöpfen zuteil wird.



12.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil IV)

Der Vater wird gerührt von Deinen liebeentflammten Worten und steigt vom Himmel herab. Nun sind auf dem Altartisch der Vater und der Hl. Geist mit Dir, mein Jesus! Jetzt sprichst Du mit klarer und eindrucksvoller Stimme die Wandlungsworte. Ohne Dich selbst zu entäußern, machst Du Dich in jedem Brot und Wein auf sakramentale Weise gegenwärtig.
Mein Jesus! Die Himmel neigen sich herab und bringen Dir einen Akt der Anbetung in dem neuen Zustand tiefster Erniedrigung dar. Nun ist Deine Liebe zufrieden gestellt. Ich sehe bis zum Ende der Zeiten auf dem Altar alle konsekrierten Hostien. Aber so viele Hostien sind mit dem Kranz Deiner schmerzvollen Passion umwunden, weil so viele Menschen das Übermaß Deiner Liebe nur mit dem Übermaß von Undankbarkeit, ja grauenhafter Verbrechen lohnen.
Jesus, Herz meines Herzens! Ich möchte immer bei Dir sein in jedem Tabernakel, in jedem Speisekelch, in jeder hl. Hostie, um Dir meine Akte der Sühne darbieten zu können für alle Beleidigungen, die Dir im Sakramente der Liebe zugefügt werden.
Jesus, ich betrachte Dich in der konsekrierten Hostie, küsse im Geist Deine Stirne, auf der die Majestät der Gottheit thront, fühle aber auch die Stiche Deiner Dornenkrone. O wie viele Seelen gibt es, die Dir auch in der Hostie die Dornenstiche nicht ersparen! Statt dir die Huldigung guter Gedanken darzubringen, kommen sie mit bösen Gedanken. Du neigst von neuem Dein Haupt wie bei Deiner Passion, empfängst und erduldest die Stiche, welche die Dornen ihrer schlimmen Gedanken dir bereiten. Meine Liebe! Ich nähere mich Dir, um Deine Leiden zu teilen. Nimm alle meine Gedanken in Deinen Geist auf, um jene Dornen fernzuhalten, die Dir so bitteren Schmerz bereiten. Jeder meiner Gedanken gehe in jeden Deiner Gedanken über, um jeden bösen Gedanken zu sühnen und so Dich zu trösten.
Jesus, mein höchstes Gut! Ich sehe den liebevollen Blick Deiner schönen Augen jenen zugewandt, die vor Dir erscheinen. Er verlangt als Gegengabe einen liebevollen Blick auch von ihnen. Aber wie viele erscheinen vor dem Allerheiligsten und schauen nach anderen Dingen, die ihnen Zerstreuung bieten und Dich so des Wohlgefallens berauben, das Dir ein Blick der Liebe bereitet hätte. Du weinst, aber auch meine Wangen sind von Tränen benetzt. – Mein Jesus, weine! Ich will meine Augen in die Deinigen senken. Um mit dir Dein Leid zu teilen, um für alle Blicke der Neugierigen zu sühnen, bringe ich Dir meine Blicke dar, die stets auf Dich gerichtet sein sollen.



11.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil III)

Ich sehe Dich, meine Liebe, wie verklärt. Deine Gottheit durchschimmert die Hülle Deiner Menschheit. Dein Anblick, wie man ihn nie wahrgenommen hat, zieht die Aufmerksamkeit aller auf Dich.
Die Apostel sind von süßem Entzücken erfasst und wagen kaum zu atmen, Deine gütige Mutter findet sich im Geiste bei Deiner Tafelrunde ein, um die Wunder Deiner Liebe zu schauen. Die Engel steigen vom Himmel herab. Es ist, als ob sie sich gegenseitig fragten: „Was ist doch das? Ist das nicht das Übermaß, der Wahnsinn der Liebe? Ein Gott erschafft nicht einen neuen Himmel oder eine neue Erde, aber Er gibt Sich Selbst ein neues Dasein, indem Er die vergängliche Materie von ein wenig Brot und Wein in den Leib und das Blut Seiner Menschheit verwandelt.“ O unersättliche Liebe! Da alle Jünger um Dich geschart sind, sehe ich, wie Du das Brot in Deine heiligen Hände nimmst und dem Vater darbringst. Ich vernehme Deine süße Stimme, die spricht: „Heiliger Vater, Dank sei Dir gesagt, weil Du immer Deinen Sohn erhörst. Heiliger Vater, wirke Du mit Mir. Einstens hast Du Mich vom Himmel auf die Erde gesandt, Mensch zu werden im Schoß einer Jungfrau, um unsere Kinder zu retten. Nun gestatte Mir, dass das, „Wort“ in jeder Hostie Fleisch wird, um die Rettung der Menschenkinder fortzusetzen und das Leben einer jeden Seele zu sein. Siehe, Vater, nur wenige Stunden sind Mir noch beschieden. Wie könnte ich so herzlos sein, meine Kinder allein und als Waisen zurückzulassen! Zahlreich sind ihre Feinde, zahlreich ihre Leidenschaften, dicht die Finsternisse ihres Geistes, groß die Schwäche ihres Herzens, denen sie unterworfen sind. Wer wird ihnen zu Hilfe kommen?
O Ich bitte Dich, lass Mich in jeder Hostie zurückbleiben, um Meinen Kindern das Leben zu erhalten, ihnen Licht, Kraft uns Stärke zu sein. Wohin kommen sie sonst? Wer wird ihr Führer sein? Die Werke Unserer Hände sind ewig, Meiner Liebe kann Ich nicht widerstehen, ich kann und will Meine Kinder nicht allein lassen.“



10.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil II)

Mein betrübter Jesus! Dein Leben will ich zu dem meinigen machen, um so viele Vergehen zu sühnen. Ich will eintreten in die verborgensten Winkel Deines göttlichen Herzens, um mit Deinem eigenen Herzen die Beleidigungen zu sühnen, die Dir gerade von jenen zugefügt werden, die Dir am teuersten sind. Ich will Dir in allem folgen und im Verein mit Dir zu allen Seelen gehen, die Dich in der Eucharistie empfangen wollen, und eingehen in ihre Herzen. O Jesus, mit Deinen Tränen und dem Wasser, mit dem Du die Füße der Apostel wäschst, lass uns die Seelen waschen, die Dich empfangen sollen. Lass uns ihre Herzen reinigen, den Staub abschütteln, mit dem sie beschmutzt sind, und sie entflammen, dass Du an ihnen Dein Wohlgefallen finden könnest. Während Du mit liebevollem Eifer Deinen Jüngern die Füße wäschst, schaue ich Dich an und nehme wahr, dass noch ein anderer Schmerz dein Herz durchbohrt. Die Apostel stellen alle zukünftigen Kinder der Kirche dar, aber auch in ihrer Unvollkommenheit alle Übel, die in der Kirche auftreten werden, mithin die ganze Gefolgschaft Deiner Leiden. Die einen versinnbilden die Schwachheiten, die anderen den Betrug; diese das Sinnbild der Heuchelei, jene einer maßlosen Liebe zu irdischem Gewinn. In Petrus finden wir die Vorsätze, die nicht standhaft sind, die Vergehen so manches kirchlichen Oberhauptes; in Johannes die Schwäche selbst deiner Getreuesten, denn auch er schlief im Ölgarten ein, nachdem er an Deinem Herzen geruht hatte, um sodann die Flucht zu ergreifen; in Judas alle Apostaten mit all jenen folgenschweren Übeln, die sich aus dem Abfall ergeben. Dein Herz ist überwältigt von Schmerz und Liebe. Da Du kaum die Größe des Schmerzes wie die Größe der Liebe zu meistern vermagst, verweilst Du zu den Füßen eines jeden Apostels, vergießt Tränen, sühnst für jedes dieser Vergehen und flehst für alle um Stärke und Standhaftigkeit.
Mein Jesus, auch ich vereinige mich mit Dir und mache mir Deine Gebete und Sühneakte zu eigen. Ich will bei Dir bleiben, meine Tränen mit Deinen vereinigen, dass Du nie allein seist, sondern mich stets an Deiner Seite habest, um Deine Leiden zu teilen.



09.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Jesus, meine süße Liebe! Da Deine Liebe zu uns Dir nie genügt, sehe ich, dass Du Dich nach Beendigung des Abendmahles vom Tisch erhebst und mit Deinen lieben Jüngern den Hymnus der Danksagung dem Vater singst, um die Undankbarkeit der Geschöpfe zu sühnen. So nehme ich wahr, o Jesus, dass Du bei allem, was Du tust und was mit Dir in Berührung kommt, die Worte auf den Lippen hast: „Dank sei Dir gesagt, mein Vater!“ Ich nehme diese Worte von Deinen Lippen. Immer und überall will ich sagen: „Dank sei Dir gesagt für mich und für alle!“ um den Mangel an Danksagungen zu ersetzen.
Mein Jesus, Deine Liebe hat noch keine Ruhe. Ich höre, dass Du Deine Jünger von neuem sich setzen heißt. Du nimmst ein Waschbecken, umgürtest Dich mit einem Linnen, wirfst Dich zu den Füßen Deiner Jünger nieder in einer so demütigen Haltung, dass Du die Blicke des ganzen Himmels auf Dich lenkst und ihn in höchstes Erstaunen versetzt. Selbst die Apostel schauen in atemloser Spannung zu. Aber sage mir, meine Liebe, was tust Du? Und was soll dieser Akt tiefster Demut, einer Demut, wie man sie nie gesehen hat und auch nie sehen wird?
„O Menschenkind“, erwidert Jesus, zu den Füßen der Apostel niedergeworfen, „ich verlange nur ihre Seelen, und unter Tränen ersinne Ich eine List der Liebe, um sie an Mich zu fesseln. Mit dem Sinnbild deines Wassers, das mit Meinen Tränen gemischt ist, will ich ihre Seelen reinigen von jeder Unvollkommenheit und sie vorbereiten, Mich in dem großen Sakrament zu empfangen. Dieser Akt der Reinigung liegt Mir so sehr am Herzen, dass Ich ihn weder den Engeln noch Meiner lieben Mutter anvertrauen möchte. Ich selbst will die Seelen Meiner Apostel reinigen, um sie würdig zu machen, die Frucht des Heiligsten Sakraments zu empfangen. Damit will Ich Genugtuung leisten für alle guten Werke, besonders aber für die Spendung der Sakramente, die man im Geist der Gleichgültigkeit vornimmt und nicht im Geist Gottes. Ach, wie viele guten Werke geschehen, die Mir mehr zur Unehre als zur Ehre gereichen, Mir mehr Bitterkeit als Wohlgefallen bereiten, Mir eher den Tod als Leben geben! Gerade diese Vergehen betrüben Mich am meisten. Meine Seele, zähle alle Beleidigungen auf, die man Mir zufügt. Leiste Sühne mit Meinen Sühneakten, um Mein Herz zu trösten, das in Bitterkeit versenkt ist.“



08.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 19 bis 20 Uhr:
Das gesetzliche Abendmahl (Teil IV)

Erwägungen und praktische Übungen (Teil II)

Jeder Schlag des Herzens Jesu ruft uns zu: „Ich liebe dich!“ Er äußert einen Rückschlag in allen Menschenherzen, die Er ausnahmslos in seinem Herzen verschließen möchte, um zum Entgelt den Herzschlag ihrer Liebe zu empfinden. Aber da viele Herzen nicht für Ihn schlagen, ist Sein Herz von bitterem Schmerze überwältigt.
Bitten wir Jesus, Er möge unseren Herzschlag mit Seinem Siegel: „Ich liebe dich!“ bezeichnen. Dann kann auch unser Herz das Leben Seines Herzens führen, damit, wenn es seinen Rückschlag findet in den Geschöpfen, sie genötigt sind auszurufen: „Jesus, ich liebe Dich!“ So werden wir gänzlich mit Ihm vereinigt. Jesus wird auch uns die Stimme Seiner Liebe vernehmen lassen. Dieses Geständnis: „Ich liebe dich!“ ist von solcher Tragweite, dass es Himmel und Erde erfüllt, bei den Heiligen ein Echo findet und ins Fegfeuer hinabsteigt; dass alle Menschenherzen davon gerührt werden, sogar die Elemente neues Leben in sich fühlen, weil sie alle die Wirkungen der Liebe erfahren.
Jeder Atemzug Jesu wird beschwert durch den Gedanken an den Untergang so vieler Seelen. So wollen wir Ihm den Atemzug unserer Liebe zur Erquickung schenken. Nehmen wir dafür den Seinigen, so werden wir damit die Seelen berühren, die sich aus Seinen Armen losgemacht haben, und ihnen göttliches Leben einhauchen. Statt vor Ihm zu fliehen, können sie jetzt zu Ihm zurückkehren und sich fester an Ihn anschließen.
Das erste Wort, das Jesus am Kreuze sprach, war das Wort der Verzeihung, um beim Vater Seine Henker und alle sündigen Seelen zu entschuldigen, Seine Gerechtigkeit in Barmherzigkeit umzuwandeln. So wollen auch wir dem Vater Akte darbieten, um die Sünder zu entschuldigen, dass Er, gerührt durch unser Flehen um Verzeihung, keine Seele mehr der Hölle verfallen lassen könne. Wir wollen uns auch mit Jesus vereinigen, uns als Wache bei den Herzen der Menschen aufstellen, damit niemand mehr Ihn beleidige. Wir lassen Seiner Liebe in uns freien Lauf, wenn wir wohlgemut alles annehmen, was Er über uns verhängt: Herzenskälte, Geistesdürre, Finsternis, Bedrückungen, Versuchungen, Zerstreuungen, Verleumdungen, Krankheiten und andere Leiden, um ihm einen Ersatz zu bieten für das, was Er von den Geschöpfen leidet. Doch lässt Jesus nicht allein Seiner Liebe in uns freien Lauf. Gar oft, wenn Er Herzenskälte vonseiten der Menschen erfährt, begibt Er Sich zur Seele und lässt sie Seine Kälte empfinden. Ist die Seele empfänglich dafür, dann fühlt sich Jesus entschädigt für alle Kälte vonseiten der Geschöpfe, und diese Kälte wird an den Herzen der Menschen so lange Wache halten, bis sie Den lieben, Der sie liebt.
Jesus, mein geliebtes Gut! Du leidest so schwer wegen des Verlustes der Seelen. Aus Mitleid mit Dir stelle ich mein ganzes Wesen zu Deiner Verfügung. Ich will deine und der Sünder Leiden auf mich nehmen. Dann wirst Du erquickt und die Sünder werden an Dich gefesselt sein.
Mein Jesus, mache, dass mein ganzes Wesen sich in Liebe auflöse, um Dir ohne Unterlass Trost zu bereiten und alle deine Bitterkeiten zu versüßen.

Aufopferung und Danksagung



07.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 19 bis 20 Uhr:
Das gesetzliche Abendmahl (Teil III)

Erwägungen und praktische Übungen (Teil I)

Bevor wir Speise nehmen, vereinigen wir unsere gute Meinung mit jener, die unser liebenswürdigster Jesus hatte. Speisen wir im Geiste mit Ihm. So nehmen wir nicht allein das Leben Jesu in uns auf, wir vereinigen uns auch mit ihm, um dem Vater die Verherrlichung, das Lob, die Liebe, den Dank, jene vollständige Genugtuung darzubieten, die Ihm vonseiten der Geschöpfe gebührt und die Ihm auch von Jesus geleistet wurde in dem Augenblick, als er vom Osterlamme aß.
Stellen wir uns ferner vor, wir säßen Christus nahe bei Tisch. Bald werfen wir ihm einen Blick zu, bald bitten wir Ihn, einen Bissen mit uns zu teilen, oder wir küssen den Saum Seines Mantels, achten auf die Bewegung Seiner Lippen oder auf den himmlischen Ausdruck Seiner Augen und sehen dabei, wie sich plötzlich Sein liebenswürdiges Antlitz bewölkt, da Er so viel Undankbarkeit seitens der Menschen voraussieht.
Wie Jesus während des Abendmahles von Seiner Passion spricht, so sollen auch wir während des Essens darüber nachdenken, wie wir die Leidensstunden gehalten haben. Die Engel hängen an unseren Lippen, unsere Gebete, unsere Sühneakte zu sammeln und sie vor den Thron des himmlischen Vaters zu bringen, um einigermaßen Seinen gerechten Zorn zu besänftigen über so viele Beleidigungen, die er von den Menschen erfährt. So taten es die Engel auch damals, als Jesus auf Erden war. Und wenn wir beten, könnten wir sagen, dass die Engel damit zufrieden sind? Dass wir mit Sammlung und Ehrfurcht beten, so dass die Engel unsere Gebete mit Freuden in den Himmel tragen wie die Gebete Jesu? Oder müssten sie darüber betrübt sein?
Während Jesus zu Tische saß, ward Seine Seele von Schmerz durchdrungen beim Anblicke des Judas. In Judas sah Er viele Seelen, die verloren gehen werden. Da der Verlust der Seelen der größte Seiner Schmerzen war, zog er Johannes an sich heran, um einen Trost zu haben. – So sollen auch wir, wie Johannes, Jesus immer nahe sein, Mitleid mit Seinen Schmerzen haben, Ihn aufrichten und Ihn im Geiste an unserem Herzen ruhen lassen. Machen wir Sein Leid zu dem unsrigen, dann werden wir eins mit ihm und nehmen die Schläge Seines Herzens wahr, das über den Untergang so vieler Seelen betrübt ist. Lassen wir unser Herz für Ihn schlagen, um die Wunden des Seinigen zu heilen. Oder legen wir vielmehr in sie jene Seelen hinein, die in Gefahr schweben, verloren zu gehen, damit sie sich bekehren und gerettet werden.



06.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 19 bis 20 Uhr:
Das gesetzliche Abendmahl (Teil II)

Mein Jesus! Während ich an Deinem Herzen ruhe, gib auch mir die Speise, die Du den Aposteln gegeben: die Speise der Liebe, die Speise Deines göttlichen Wortes, die Speise Deines göttlichen Willens. O verweigere sie mir nicht, die Du selbst so sehnlichst geben möchtest, damit in mir sich Dein Leben bilde.
Mein höchstes Gut! So nahe bei Dir, sehe ich, dass die Speise, die Du im Verein mit Deinen lieben Jüngern genießt, ein Lamm ist. Dieses Lamm ist ein Sinnbild. Wie in ihm durch die Gewalt des Feuers kein Lebenssaft mehr vorhanden ist, so musst auch du, das mystische Lamm Gottes, durch die Gewalt der Liebe verzehrt werden. Nicht ein Tropfen Deines Blutes wird für dich übrig bleiben, da Du es ja aus Liebe zu uns vergießt.
So tust Du nichts, mein Jesus, was nicht lebendig Dein schmerzvolles Leiden vor Augen stellt, das Du beständig in Deinem Geiste, in Deinem Herzen und in allem gegenwärtig hast. Daraus ziehe ich die Lehre, dass Du mir niemals die Speise Deiner Liebe versagen wirst, wenn ich das Gedächtnis Deines Leidens meinem Geiste und meinem Herzen gegenwärtig halte. Wie danke ich dir, o Jesus! Kein Akt geht aus Dir hervor, der mich Dir nicht gegenwärtig hätte und nicht bestrebt wäre, mir eine besondere Gunst zu erweisen. Deswegen bitte ich Dich, dass Dein Leiden stets in meinem Geiste, in meinem Herzen, in meinen Blicken, in meinen Schritten, in meinen Schmerzen sei, damit ich Dich immer mir gegenwärtig finde, wo ich mich auch rege und bewege, innerlich oder äußerlich. Erweise mir aber auch die Gnade, dass ich nie vergesse, was Du für mich getan und gelitten hast. Diese Gnade sei mir die Magnetnadel, welche mein ganzes Wesen anzieht, in Dich hineinzieht und mich niemals mehr von Dir entfernen lässt.



05.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi

Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 19 bis 20 Uhr:
Das gesetzliche Abendmahl (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Jesus, schon kommst Du im Abendmahlsaal mit Deinen geliebten Jüngern an und setzt Dich mit ihnen zu Tisch. Welche Anmut, welche Liebenswürdigkeit bekundet deine ganze Person, da Du Dich anschickst, zum letzten Mal irdische Speise zu genießen! Alles an Dir ist Liebe.
Damit sühnst Du nicht allein die Sünden der Gaumenlust, sondern bittest auch um die Segnung der Speise. Jesus, mein Leben! Dein sanfter Blick scheint die Herzen Deiner Jünger zu erforschen. Auch in diesem Augenblick, wo Du Speise nimmst, wird Dein Herz betrübt bei dem Gedanken, dass Deine Dir so teuren Apostel noch schwach und haltlos sind. Du denkst besonders an den treulosen Judas, der schon mit einem Fuße in der Hölle steht, und sprichst in der Tiefe Deines Herzens mit Wehmut: „Was nützt Mein Blut, das Ich vergieße? Siehe da eine Seele, die, von Mir mit so vielen Wohltaten bereichert, dennoch verlorengeht!“ Mit Deinen Augen, die Licht und Liebe ausstrahlen, schaust Du ihn an, als wollest du Ihm das große Übel zu verstehen geben, das er sich zufügen will. Aber Deine maßlose Liebe lässt Dich diesen Schmerz ertragen. Du gibst ihn nicht einmal Deinen Jüngern kund. Während Du betrübt bist über Judas, erfüllt sich Dein Herz mit Freude, da Du zur Linken Deinen Liebesjünger Johannes erblickst. Da Du Deine Liebe nicht länger zurückhalten kannst, ziehst Du ihn sanft an Dich und lässt sein Haupt an Deinem Herzen ruhen, um ihm einen Vorgeschmack der Paradiesesfreuden kosten zu lassen. In den beiden Jüngern sind die Verworfenen und die Auserwählten dargestellt: die Verworfenen in Judas, der schon die Hölle in seinem Herzen fühlt, die Auserwählten in Johannes, der an Deiner Brust glückselig ruht.
Mein süßes Gut! Auch ich nähere mich Dir, und mit Deinem Liebesjünger möchte ich mein müdes Haupt an Dein anbetungswürdiges Herz schmiegen und Dich bitten: Lass auch mich auf dieser Erde die Freuden des Himmels verkosten, dass die Erde für mich nicht mehr Erde, sondern Himmel sei und ich hingerissen werde von den süßen Harmonien, die in Deinem Herzen erklingen. Aber im Wohllaut dieser göttlichen Harmonien nehme ich wahr, dass mancher Herzschlag von Schmerz begleitet ist. Er gilt den verlorenen Seelen. O Jesus, gestatte doch nicht, dass noch Seelen zugrunde gehen. Mach, dass Dein Herzschlag in den ihrigen übergehe und sie die Schläge eines himmlischen Lebens fühlen, wie es auch bei Deinem geliebten Jünger Johannes der Fall war. Angezogen von der Süßigkeit und dem Wohlgeschmack Deiner Liebe, mögen sie alle sich Dir ergeben.



04.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 18 bis 19 Uhr:
Jesus trennt Sich von Seiner Mutter und macht Sich auf den Weg zum Abendmahlsaal (Teil III)

Erwägungen und praktische Übungen

Jesus trennt Sich mit aller Bereitwilligkeit von Seiner Mutter, mag auch Sein zartfühlendes Herz bluten. Sind wir ebenso bereit, auch den rechtmäßigsten und heiligsten Übungen zu entsagen, wenn es gilt, die göttlichen Ratschlüsse zu vollziehen? Erforschen wir besonders unser Gewissen hinsichtlich der Fälle, in denen Gott uns Seine fühlbare Gegenwart oder die fühlbare Andacht entzieht.
Als Jesus Seinen letzten Gang antrat, tat Er es nicht zwecklos. Er verherrlichte damit Seinen Vater und flehte um das Heil der Seelen.
Auch in unsere Schritte müssen wir stets dieselben Absichten hineinlegen, die Jesus hegte, d.h. uns zur Verherrlichung des Vaters und zum Wohle der Seelen zum Opfer bringen. Wir sollen außerdem im Geiste noch unsere Schritte in die Schritte Jesu hineinlegen. Da Jesus sie nicht zwecklos tat, sondern in Seine Schritte auch die aller Menschen hineinlegte, sühnte Er auf diese Weise alle bösen Schritte. So gab Er dem Vater die gebührende Verherrlichung und allen bösen Schritten der Menschen jene Bewegung, die sie zum Guten hinlenkt. Lasst uns auch unsere Schritte mit den Seinen vereinigen und dabei dieselben Absichten haben wie Jesus.
Schreiten wir auf der Straße dahin, bescheiden und eingezogen, um anderen zur Erbauung zu dienen? Während Jesus in Seiner Betrübnis auf dem Wege war, richtete Er von Zeit zu Zeit ein Wort an Seine Apostel, indem er von Seinen bevorstehenden Leiden sprach. Was ist der Gegenstand unserer Unterhaltung? Bietet sich Gelegenheit, in der Unterredung vom Leiden des Erlösers zu sprechen, tun wir es dann?
Als Jesus die Apostel traurig und mutlos erblickte, suchte Er sie zu trösten. Haben wir bei unseren Gesprächen die Meinung, sie auf Jesus hinzulenken? Sind wir darauf bedacht, sie im Willen Gottes zu führen, um auch anderen den Geist Jesu Christi einzuflößen?
Jesus begibt sich zum Zönakulum. So müssen auch wir unsere Gedanken, unsere Neigungen, unsere Akte im Herzen Jesu (wie in einem Zönakulum) verschließen, wenn wir tätig sind. Auf diese Weise werden unsere Handlungen göttliches Gepräge annehmen. Da es jedoch schwierig, ja unmöglich ist, den Geist beständig auf Gott zu lenken und ununterbrochen unsere Handlungen in Jesus hineinzulegen, soll man das Schwierige und Unmögliche durch die gute Meinung des Willens ersetzen. Die Seele wird dann Jesus so wohlgefällig, dass Er Sich gewissermaßen zur Schildwache eines jeden ihrer Gedanken, ihrer Worte, aller ihrer Regungen und Bewegungen macht, sie wie eine Ehrengarde aufstellt und sie mit großer Liebe als Frucht des guten Willens eines Geschöpfes betrachtet.
Wenn die Seele sich in Jesus ergießt und ihre Akte mit den Seinigen vereinigt, dann fühlt Er sich so innig zu ihr hingezogen, dass Er mit ihr das tut, was sie tut, und das Wirken des Geschöpfes gleichsam in göttliches Wirken verwandelt. All das ist die Wirkung der Güte Gottes, der allem Rechnung trägt und alles belohnt, auch den geringfügigsten Akt, wenn er im Willen Gottes geschieht. So wird verhütet, dass auch nur ein einziger menschlicher Akt für die Ewigkeit verlorengeht.
Jesus, mein Leben und mein Alles! Mögen Deine Schritte die meinigen leiten! Während meine Füße auf der Erde dahinschreiten, mach, dass meine Gedanken im Himmel sind.

Aufopferung und Danksagung



03.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 18 bis 19 Uhr:
Jesus trennt Sich von Seiner Mutter und macht Sich auf den Weg zum Abendmahlsaal (Teil II)

Mein süßer Jesus! Die Liebe zeigt mir den Weg, den Du einschlägst. Ich erreiche dich, während Du mit Deinen geliebten Jüngern die Straßen Jerusalems durchschreitest. Ich schaue Dich an und sehe Dich noch bleich, vernehme Deine sanfte Stimme. Allein sie klingt so traurig, dass es deinen Jüngern ins Herz schneidet und sie überaus bestürzt sind. „Es ist das letzte Mal“, sprichst Du, „dass ich diesen Weg mit Euch gehe. Morgen werden sie mich auf Ihm gefesselt hinschleppen unter tausend Beschimpfungen.“ Indem Du auf die Orte hinweist, wo Du am schlimmsten misshandelt und gequält werden wirst, fährst Du fort: „Die Sonne Meines Lebens geht unter, wie die Sonne am Himmel untergeht; morgen um diese Stunde werde Ich nicht mehr sein. Aber wie die Sonne aufgeht, werde auch Ich wieder auferstehen am dritten Tage.“
Auf diese Äußerung hin werden die Apostel noch trauriger und verstummen. Sie wissen nicht zu antworten. Aber Du, mein Jesus, fügst hinzu: „Mut, seid nicht niedergeschlagen! Ich lasse euch nicht im Stich, sondern werde immer mit euch sein. Allein es ist notwendig, dass Ich sterbe zum Heile eurer Seelen.“ Indem Du so sprichst, mein Jesus, bist Du tief bewegt. Mit zitternder Stimme fährst Du fort, Deine Jünger zu belehren. Bevor Du Dich im Zönakulum (Abendmahlsaal) einschließt, betrachtest Du noch einmal die untergehende Sonne. Es geht ja auch Dein Leben zur Neige.
Du opferst alle Deine Schritte und Tritte für jene auf, die sich am Abend ihres Lebens befinden, und verleihst ihnen Gnade, dass sie heimgehen in Dir. Du sühnst auch für jene, die sich trotz der Kümmernisse und Enttäuschungen des Lebens hartnäckig weigern, sich Dir zu ergeben. Dann lässt Du abermals Deine Blicke umherschweifen in Jerusalem, dem Schauplatze Deiner Wunder und dem Orte Deiner Vorliebe. Jerusalem aber bereitet schon, zum Entgelt für all Deine Güte, das Kreuz für Dich, schärft die Nägel, um den Gottesmord zu vollbringen.
Du erschauerst, das Herz möchte Dir brechen. Du beweinst den Untergang der Stadt. Damit leistest du Sühne für so viele Dir geweihte Seelen, die Du mit großer Sorgfalt ausgesucht hast, aus ihnen Wunder Deiner Liebe zu bilden, die aber undankbar genug sind, Deiner Liebe nicht zu entsprechen und dafür dir die meisten Bitterkeiten zu kosten geben.
Mit Dir will ich sühnen, um dadurch die Qualen Deines Herzens zu mildern. Allein ich sehe, dass Du Grauen empfindest beim Anblicke Jerusalems. Du wendest Deinen Blick ab, um in den Abendmahlsaal einzutreten.
Meine Liebe! Drücke mich an Dein Herz, auf dass Seine Bitterkeiten die meinigen werden und ich sie im Verein mit dir dem Vater aufopfere. Du aber schaue mit einem Blick des Erbarmens meine Seele an, gieße Deine Liebe in sie aus und gib mir den Segen.



02.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 18 bis 19 Uhr:
Jesus trennt Sich von Seiner Mutter und macht Sich auf den Weg zum Abendmahlsaal (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Anbetungswürdiger Jesus! Während ich Anteil genommen habe an den Schmerzen Deines Abschiedes und den Schmerzen Deiner geprüften Mutter, sehe ich, dass Du Dich entscheidest, dahin zu gehen, wohin der Wille des Vaters dich ruft. Und doch verbindet Sohn und Mutter eine Liebe, die euch unzertrennlich macht. So lässt Du Dich, mein Jesus, im Herzen Deiner Mutter zurück, und Deine gütige Mutter lässt sich in Dir zurück.
Indem Ihr Euch gegenseitig segnet, umarmst Du, Jesus, Deine Mutter zum letzten Mal, flößt ihr Starkmut ein in dem herben Leide, das auf sie wartet, gibst ihr den letzten Abschiedsgruß und gehst davon. Aber Dein bleiches Antlitz, Deine bebenden Lippen, Deine von Schmerz überwältigte Stimme, als wolltest Du beim Abschied in Tränen ausbrechen, sagt mir, wie sehr Du Deine Mutter liebst und wie schwer Du leidest, da Du sie verlassen musst. Um jedoch den Willen des Vaters zu erfüllen, unterwerft ihr euch, in Liebe vereint, diesem höchsten Willen. Ihr leistet damit Sühne für jene, die sich nicht um den Willen Gottes kümmern wegen zu großer Anhänglichkeit an Verwandte und Freunde, oder weil sie die erlaubten und heiligen Zuneigungen nicht besiegen können, wenn es sein muss. Sie entsprechen somit nicht jenem Grade der Heiligkeit, zu dem Gott sie beruft. Jesus, welchen Schmerz bereiten Dir jene Seelen, die von ihrem Herzen Deine Liebe zurückweisen, um sich zufriedenzugeben mit der Liebe der Geschöpfe!
Meine Liebe! Während ich mit Dir sühne, erlaube, dass ich bei Deiner Mutter bleibe, sie tröste und aufrecht halte, wenn Du fortgehst. Danach werde ich aber meine Schritte beschleunigen, Dich wieder einzuholen. Allein zu meinem größten Leidwesen muss ich sehen, dass meine Mutter vor Angst zittert. So groß ist ihr Schmerz beim Abschiednehmen, dass ihre Stimme auf den Lippen erstirbt und sie kein Wort hervorzubringen vermag, sie fast ohnmächtig wird und im Übermaß der Liebe die Worte spricht: „Mein Sohn, ich segne Dich!“ Welch schmerzvolle Trennung, bitterer als der Tod! Trostlose Königin der Schmerzen! Lass mich Dich aufrichten, Dir die Tränen trocknen und Anteil nehmen an Deinem bitteren Leid.
Meine Mutter! Ich lasse Dich nicht allein. O nimm mich mit dir. Lehre mich in dieser so schmerzvollen Stunde, wie ich Jesus verteidigen und trösten, wie ich sühnen und ob ich mein Leben zu Seiner Verteidigung schlagen soll. Ich werde mich unter Deinem Schutzmantel ruhig verhalten. Aber auf einen Blick von Dir will ich zu Jesus fliegen, Deine Liebe, Deine Neigungen, Deine Zärtlichkeiten, mit den meinigen vereint, Ihm bringen und sie in jede Seiner Wunden, in jeden Tropfen Seines Blutes, in jedes Leid und in jede Beschimpfung hineinlegen. Die zärtliche Liebe Seiner Mutter und Seiner Tochter, die Er in jedem Leid erblickt, werden Seine Schmerzen mildern. Dann flüchte ich mich wieder unter Deinen Schutzmantel und bringe Dir die Zärtlichkeiten Seiner Liebe, um Dein von Schmerz überwältigtes Herz zu erquicken. Meine Mutter, mein Herz pocht stark, ich möchte zu Jesus gehen. Während ich Deine mütterlichen Hände küsse, segne mich, wie Du Jesus gesegnet hast, und gestatte, dass ich mich zu Ihm begebe.



01.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 17 bis 18 Uhr:
Jesus verabschiedet sich von seiner Mutter (Teil III)

Erwägungen und praktische Übungen

Bevor Jesus Sein Leiden begann, begab Er Sich zu Seiner Mutter, sie um ihren Segen zu bitten. Damit lehrt uns der göttliche Meister nicht allein den äußeren, sondern auch den inneren Gehorsam, mit dem wir den Einsprechungen der Gnade entgegenkommen sollen. Allein wie viele Male sind wir nicht dazu bereit! Die Eigenliebe hält uns zurück, oder die Menschenfurcht, oder wir tun uns nicht heilige Gewalt an. Wenn wir aber die innere Einsprechung, eine Tugend zu üben, einen frommen Akt zu vollbringen, ein gutes Werk auszuführen, eine Andacht zu halten, zurückweisen, dann zieht sich der Herr von uns zurück und beraubt uns neuer Erleuchtungen. Folgen wir hingegen bereitwillig den göttlichen Einsprechungen, dann erhalten wir größeres Licht und größere Gnaden. In zweifelhaften Fällen nehme man unverzüglich und in rechter Meinung die Zuflucht zu dem großen Hilfsmittel des Gebetes oder eines rechtschaffenen und erprobten Ratgebers. Dann wird Gott nicht unterlassen, die Seele zu erleuchten, dass sie die heilsame Einsprechung zur Ausführung bringen kann.
Unsere Gebete, unsere Handlungen, unsere Werke, die Stunden der Passion müssen wir vornehmen im Willen Jesu, d. h. in derselben Meinung, die Er hatte. Wir müssen uns selbst, wie Er, zum Opfer bringen zur Verherrlichung des himmlischen Vaters und zum Heil der Seelen.
Wir müssen uns auch in die Stimmung versetzen, aus Liebe zu unserem liebenswürdigen Jesus uns in allem zum Opfer zu bringen. Das geschieht, wenn wir uns mit Seinem Geiste vereinigen, in derselben seelischen Verfassung wirken wie Er und uns gänzlich Ihm hingeben, nicht allein in allem Leid und in jeder äußeren Widerwärtigkeit, sondern weit mehr in allem, was Er über unser Inneres verfügen mag. So werden wir uns geneigt finden, wenn die Stunde der Heimsuchung schlägt, jede Trübsal auf uns zu nehmen und auf diese Weise Jesus süße Erquickung bereiten. Wenn wir alles im Willen Gottes tun, Der alle Süßigkeiten, alle Wonnen in unendlichem Maße enthält, dann werden wir Jesus einen Kelch unsagbarer Freude und Wonne darbieten, dadurch den Wermutsbecher versüßen, den Ihm die Sünder reichen, und so Sein göttliches Gepräge erhalten und wir nicht allein auf uns, sondern auch auf alle Menschen Seine Segnungen herabziehen.
Mein Jesus! Dein Segen komme mir zuvor, begleite mich und folge mir nach, dass alles, was ich tue, den Stempel Deines Segens trage.

Aufopferung und Danksagung