Tagesspruch

Luisa Piccarreta
Das Reich des Göttlichen Willens


01.09.2020

Aufruf von Luisa - der kleinen Tochter des Göttlichen Willens

»Und nun ein Wort an euch alle, die ihr diese Schriften lest … Ich bitte euch, ich flehe euch an, empfangt mit Liebe das, was Jesus uns geben will, nämlich Seinen Willen.

Aber um euch Seinen Willen zu geben, will Er euren Willen haben, denn sonst kann Sein Wille nicht regieren. Wenn ihr wüsstet … Mit dieser Liebe möchte euch mein Jesus das größte Geschenk geben, das es im Himmel und auf Erden gibt, nämlich Seinen Willen! «.

Oh, wie viele bittere Tränen vergießt Er, weil Er sieht, dass ihr mit eurem Wollen über die ganze erbärmliche Erde streift! Ihr schafft es nicht, einen guten Vorsatz einzuhalten, und wisst ihr auch, warum? Weil Sein Wille nicht in euch herrscht.

Oh, wie weint Jesus und seufzt über euer Schicksal! Schluchzend bittet Er euch, dass ihr Seinen Willen in euch regieren lasst. Er möchte, dass sich euer Schicksal ändert: Ihr sollt nicht mehr kranke Gesunde sein, nicht mehr arme Reiche, nicht mehr schwache Starke, nicht mehr launische Unüberzeugbare und nicht mehr versklavte Könige. Er will keine große Buße, keine langen Gebete oder ähnliches, sondern Er will, dass Sein Wille in euch herrsche und dass euer Wollen kein Leben mehr habe.

Bitte hört doch auf Ihn, und ich bin auch bereit, mein Leben für einen jeden von euch zu lassen, jegliche Pein zu erdulden, wenn ihr Ihm nur die Pforten eurer Seele öffnet, und der Wille meines Jesus über das Menschengeschlecht herrsche und triumphiere!

Das höchste Fiat erwartet uns, es ruft uns, es drängt uns, Besitz zu ergreifen. Wer würde es wagen, das abzulehnen, wer wäre so töricht, nicht auf Seinen Ruf zu hören und so viel Glückseligkeit auszuschlagen?

Legen wir die ärmlichen Lumpen unseres Willens, das Trauergewand unserer Sklaverei ab, in welche dieser uns gestoßen hat. Lasset uns die königlichen Gewänder anlegen und uns mit göttlicher Zierde krönen!"


Die kleine Tochter des Göttlichen Willens

Die Dienerin Gottes, Luisa Piccarreta wurde am Morgen des 23. April 1865 in der Stadt Corato; der Provinz von Bari, in Italien, geboren. Sie wurde an einem Weißen Sonntag (heute auch als der Barmherzigkeitssonntag gefeiert) geboren und, wie es damals üblich war, noch am gleichen Tag getauft. Sie lebte bis zu ihrem Tod in ihrer Geburtsstadt Corato und starb im Ruf der Heiligkeit am 4. März 1947.
Luisa war durch ein geheimnisvolles, medizinisch nicht erklärbares, Leiden für die Dauer von 62 Jahren völlig bettlägerig. In diesem „kleinen Gefängnis" bereitete Jesus sie auf ihre Mission vor, das Leben im Göttlichen Willen kennenzulernen und bekanntzumachen.
In der Zeit von 1884 an bis zu ihrem Tod im Jahre 1947, unterstand Luisa der Leitung und dem Gehorsam verschiedener, vom Bischof ihrer Diözese beauftragter Beichtväter. Unter dem Gehorsam ihres zweiten Beichtvaters sollte sie seit 1899 all das aufschreiben, was zwischen ihr und Jesus geschah, ebenso alles über die Gnaden, die sie kontinuierlich bekam.
So schrieb sie mehr als 2.000 Kapitel, Sammlungen in 36 Bänden (Tagebüchern). Daneben schrieb sie Hunderte von Briefen, "Die Stunden der Passion unseres Herrn Jesus Christus" und "Die Jungfrau Maria im Reich des göttlichen Willens".
Der Heilige Annibale Maria di Francia, der der kirchliche Prüfer der von Luisa geschriebenen Bände war veröffentlichte die ersten 19 Bände ihrer Tagebücher mit Imprimatur des zuständigen Bischofs.
Luisa starb am 4. März 1947, noch bevor sie zweiundachtzig Jahre alt wurde, an einer kurzen, doch tödlichen Lungenentzündung - die einzige diagnostizierte Krankheit in ihrem Leben.
Im Jahre 1993 wurden ihre Überreste dank ihres letzten Beichtvaters Don Benedetto Calvi, ins Heiligtum Santa Maria Greca (Corato) gebracht.
Am 20. November 1994, am Christkönig Fest, gab der Heilige Stuhl dem Erzbischof von Trani-Barletta-Bisceglie, geführt von S.E. Mons. Carmelo Cassati, seine Approbation für die offizielle Eröffnung des Seligsprechungsprozesses.
Am 29. November 2005 schloss S.E. Mons. Giovan Battista Pichierri, aktueller Erzbischof der Erzdiözese, die diözesane Phase, um somit die römische Stufe des Prozesses zu erreichen.
Seit dem 7. März 2006 wird der Prozess für die Seligsprechung Luisas auf vatikanischer Ebene geführt.



Die besondere Mission von Luisa Piccarreta

In den Schriften Luisas spricht Jesus immer wieder über die Gabe des Lebens im Göttlichen Willen. Es ist die gleiche Gabe, die Adam vor dem Sündenfall empfangen und besessen hat.
Die Doktrin (Lehre) über die Gabe des Göttlichen Willens ist in der Heiligen Schrift an vielen Stellen schon grundgelegt und enthalten, aber noch nicht ausführlich geoffenbart.
Die bisherigen Heiligen haben vor allem die äußere Seite der Menschheit Jesu nachgebildet. Sie haben nach dem Willen Gottes gelebt, so wie sie Ihn erkennen und verstehen konnten.
In Luisa sollte das Leben des Göttlichen Willens "auf Erden wie im Himmel" verwirklicht werden. Sie ist das Modell für diese neue Heiligkeit, nach der alle zukünftigen Heiligen des Göttlichen Willens sich bilden sollen.
Jesus hat sie im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten über die Güter und Wirkungen des Göttlichen Willens unterrichtet und sie permanent angehalten, alle Akte ihres Lebens in Seinem Göttlichen Willen zu leben, um aus ihnen genügend Samen zu bilden für die nachfolgenden Generationen der Kinder des Göttlichen Willens.
Die ihr geoffenbarten Wahrheiten des Göttlichen Willens waren für Luisa mit vielen inneren und äußeren Leiden verbunden. So konnte Jesus in ihr das Wirken Seiner eigenen Menschheit gleichsam fortsetzen, um in ihr das Reich des Göttlichen Willens inmitten der Menschheit zu beginnen.


Die besondere Mission von Luisa Piccarreta (Pdf)

Die Schriften der Dienerin Gottes

Luisas Schriften gehören zu den sogenannten Privatoffenbarungen, d.h. sie fügen der allgemeinen Offenbarung, die wir in der Heiligen Schrift finden, nichts hinzu, legen diese jedoch aus und entfalten sie, damit wir sie in einem tieferen Verständnis erfassen und leben können. (Vgl. KKK § 66)
Luisa hat im Laufe von fast vierzig Jahren 36 Bände (Tagebücher) geschrieben, welche Jesus ihr diktiert, bzw. die sie unter Seiner Inspiration verfasst hat. Diese Bände sind unter dem Titel "Das Buch des Himmels" zusammengefasst.
Jesus hat diesen Schriften - den Tagebüchern Luisas - Selber den Titel "Buch des Himmels" verliehen, mit dem besonderen Untertitel: „Der Ruf an das Geschöpf, zurückzukehren in die Ordnung, zum Platz und Zweck, für den es von Gott erschaffen worden ist."
Der Heilige Annibale di Francia war der bischöflich beauftrage Zensor für Luisas Schriften. Die ersten 19 Bände von Luisas Tagebüchern wurden von ihm mit Imprimatur des Bischofs herausgegeben.
Daneben hat sie kleinere Werke wie "Die Stundenuhr der Passion Jesu" und die Betrachtungen über "Die Jungfrau Maria im Reich des göttlichen Willens" verfasst.
Neben den oben aufgeführten Werken sind von Luisa auch zahlreiche Briefe an Personen aus allen Lebensständen hinterlassen, in welchen sie immer wieder auf das Leben im Göttlichen Willen zurückkommt.
Im Zuge des Seligsprechungsprozesses fand auch eine theologische Prüfung ihrer Schriften statt. Mittlerweile wurde bekannt, dass die vom Vatikan beauftragten Zensoren der Schriften beide unabhängig voneinander ein positives Urteil abgegeben hätten.





26.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil VI)

Uns in allem Jesus gleichförmig zu machen, müssen wir in uns Einkehr halten und uns die Frage vorlegen: Können wir bei allem, was wir tun, sagen, dass beständig Liebe zwischen uns und Gott hin- und herflutet? Unser Leben wird von einem beständigen Zufluss von Liebe gespeist, die wir von Gott empfangen. Wenn wir denken, strömt uns Liebe zu, wenn wir arbeiten, strömt uns Liebe zu. Jedes Wort, jeder Atemzug wird von Liebe getragen, alles empfangen wir von Gott. Sind aber auch alle unsere Werke in Liebe Gott zugewandt? Findet Jesus in uns das süße Entzücken Seiner Liebe, die zu Ihm hinströmt, dass Er, davon hingerissen, uns mit der Fülle der Liebe bereichern könne? Wenn wir nicht in alle unsere Werke die gute Meinung hineingelegt haben, alles im Verein mit der Liebe zu wirken, dann halten wir Einkehr in uns. Bitten wir Ihn um Verzeihung, dass wir Ihn des süßen Vergnügens beraubt haben, Seiner Liebe zu uns durch Gegenliebe zu entsprechen. - Lassen wir uns in unseren Werken so von der Hand Gottes leiten, wie sich die Menschheit Christi leiten ließ? Was sich in unserem Leben ereignet, ausgenommen die Sünde, müssen wir annehmen als göttliches Wirken. Handeln wir anders, dann entziehen wir dem Vater die Verherrlichung, lassen das göttliche Leben entweichen und verlieren die Heiligkeit. Alle inneren Einsprechungen, alle Gnaden, die uns zukommen, sind nichts anderes als Wirkungen göttlicher Liebe. Nehmen wir sie auf in der von Gott gewollten Weise? Geben wir Jesus die Freiheit, in uns zu wirken? Oder weisen wir Sein göttliches Wirken zurück und nötigen Ihn, gewissermaßen die Hände in den Schoß zu legen, indem
wir Seine ganze Tätigkeit in rein menschlichem Sinn auffassen und als etwas Gleichgültiges betrachten? Werfen wir uns in Seine Arme, um alle jene Prüfungen über uns ergehen zu lassen, die der Ratschluss des Herrn zum Zweck der Heiligung über uns verhängt?
Meine Liebe und mein Alles! Möge Deine Liebe mich in allem überströmen und all das verzehren, was nicht Dir geweiht ist. Mache, dass meine Liebe stets zu Dir hinströmt und ihr Feuer all das verzehrt, was dein Herz betrüben könnte.

Gebet der Danksagung nach jeder Heiligen Stunde am Ölberg



25.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi

Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil V)

Erwägungen und praktische Übungen

Jesus Christus, in dieser Stunde scheinbar verlassen von Seinem ewigen Vater, erleidet einen solchen Feuerbrand der Liebe, der alle denkbaren und möglichen Sünden verzehren, alle Menschen, Millionen und Myriaden von Welten, sogar die Verworfenen, wären sie nicht ewig verstockt in ihrer Bosheit, in Flammen der Liebe setzen könnte.
Treten wir ein in Jesus! Wenn wir in Sein Innerstes, in Seine feurigen Herzschläge, auch in Seinen Verstand vorgedrungen sind, der wie vom Feuer entzündet ist, dann bekleiden wir uns innen und außen mit jenem Feuer der Liebe, das im Herzen Jesu brennt. Indem wir uns dann in Seinen Willen
ergießen, werden wir in Ihm alle Menschen finden. Geben wir einem jeden die Liebe Jesu, berühren wir damit Sein Herz und Seinen Sinn. Bemühen wir uns, mit dieser Liebe alle in Liebe umzugestalten. Sodann bilden wir mit den Neigungen Jesu, mit Seinen Wünschen und Gedanken Ihn selbst in jedem Menschenherzen. Bringen wir alle Menschenkinder, die Jesus im Herzen tragen, zu Ihm hin und sprechen wir: „Jesus, wir bringen Dir alle Menschenkinder, jedes mit Jesus im Herzen, um Deiner Liebe Trost und Erquickung zu bieten, denn ein anderes Mittel finden wir nicht“ So werden wir
wahrhaft Seinem Herzen Linderung verschaffen. Die Flammen der Liebe, die in Ihm brennen, sind so gewaltig, dass Er oft und oft ausruft: „Ich brenne, und niemand ist, der Meine Liebe in Empfang nimmt. O gebt Mir Erquickung und nehmt Meine Liebe, um Mir damit Liebe zu schenken.“



24.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil IV)

Mein Jesus! Da Du mich in Dein Herz eintreten heißt, um mich Deine Liebe schauen zu lassen, so komme ich. Aber was sehe ich? Die Wunder der Liebe, die Dich nicht mit natürlichen Dornen krönt, sondern mit Dornen aus Feuer; nicht mit Geißeln aus Stricken Deinen anbetungswürdigen Leib peinigt, sondern mit Geißeln aus Feuer; nicht mit Nägeln aus Eisen Deine Hände und Füße durchbohrt, sondern mit Nägeln aus Feuer. Alles ist Feuer. Es dringt dir bis ins Mark der Gebeine, wandelt deine ganze Menschheit in Feuer um, und verursacht Dir unaussprechliche und tödliche Leiden, dienoch bitterer sind als die Deiner Passion. Es bereitet in Deinem Blut ein Bad der Liebe für alle See-
len, die sich von jedem Makel reinwaschen und das Recht erwerben wollen, Kinder der Liebe zu sein.
O Liebe ohne Grenzen! Ich fühle mich außer Fassung angesichts Deiner Unermesslichkeit. Ich sehe, dass ich ganz Liebe sein müsste, um in Deine Liebe eintreten und sie begreifen zu können. Das bin ich aber nicht, mein Jesus. Da Du trotzdem meine Gesellschaft begehrst, so bitte ich Dich, mich ganz und gar mit Liebe zu erfüllen, mein Haupt und jeden meiner Gedanken mit der Krone der Liebe zu krönen.
Mache auch, unendliche Liebe, dass nichts in mir sei, was nicht vom Leben der Liebe beseelt ist.
Ich bitte dich ferner, meine Hände und Füße mit den Nägeln der Liebe anzunageln, auf dass alles in mir Liebe werde und Liebe anstrebe; dass ich, von der Liebe gekleidet, von der Liebe genährt, von der Liebe an Dich angenagelt werde und nichts in und außer mir sich erkühne, mich von der Liebe zu scheiden.



23.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil III)

Nun scheint es mir, als öffnete mein gebenedeiter Jesus Seine Lippen und spräche mit schwacher und erstorbener Stimme zu mir: „Tochter, willst Du wissen, wer Mich noch mehr peinigt als die Henkersknechte? Und warum die Qualen, die sie Mir zufügen, fast nichts sind im Vergleich zu dem, was Ich jetzt leide? Die Liebe, die ewige Liebe ist es, die Mich alle Schmerzen bis ins Mark hinein in ihrer Gesamtheit erleiden lässt, welche die Henkersknechte Meine Person nach und nach erdulden lassen. Ja, die Liebe ist es, die über Mich und in Mir die Herrschaft führt. Die Liebe wird Mir zum Nagel, die Liebe zur Geißel, die Liebe zur Dornenkrone. Die Liebe ist Mir alles, die Liebe Mein immer währendes Leiden, während nur vorübergehend ist, was Ich in Meiner Menschheit leide.
Kind, tritt ein in mein Herz, verliere dich in Meiner Liebe. Nur in ihr wird sich dir das Verständnis erschließen, was Ich für dich gelitten und wie sehr Ich dich geliebt habe. So wirst du lernen, auch Mich zu lieben und allein aus Liebe zu leiden.“



22.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil II)

Inzwischen tritt Jesus in die Todesangst ein und erduldet Qualen, so entsetzlich, wie man sie nie gesehen hat.
Jesus, meine Liebe! Sag mir, warum bist Du so traurig, so betrübt, allein in diesem Garten und in dieser Nacht? Ich weiß, es ist die letzte Deines sterblichen Lebens. Nur wenige Stunden, dann nimmt Deine Passion ihren Anfang. Ich glaubte, hier Deiner Mutter, Magdalena und Deinen treuen
Aposteln zu begegnen. Stattdessen finde ich Dich allein und in eine Todesangst versetzt, die wie ein grausamer Tod erscheint, ohne Dich sterben zu lassen.
Mein höchstes Gut und mein Alles! Gibst Du mir keine Antwort? O sprich zu mir! ...Doch es scheint, Dir versagt die Stimme, so groß ist Deine Traurigkeit; auch Dein Seherblick, sonst voll des Lichtes, ist so traurig. Es kommt mir vor, als suchtest Du Trost und Hilfe. Dein bleiches Angesicht, deine Lippen, ausgetrocknet von dem Feuer der Liebe, Deine zitternde Gestalt, Dein gewaltig pochendes Herz, das auf der Suche nach Seelen ist, verleihen Dir einen Ausdruck, dass man meinen könnte, Du wolltest von einem Augenblick zum andern verscheiden. Alles sagt mir, dass Du dich allein fühlst und meine Gesellschaft begehrst.
Nun bin ich Dir nahe, mein Jesus. Aber mein Herz versagt, wenn ich Dich am Boden liegen sehe. Ich nehme Dich in meine Arme und drücke Dich an mein Herz. Alle Deine Peinen, eine nach der andern, alle Unbilden, die man dir zufügt, will ich zählen, um Dir im Namen aller Menschen Trost und Mitleid darzubieten.... Mein Jesus! Während ich Dich in meinen Armen halte, nehmen Deine Leiden zu.
Ich fühle, dass in Deinen Adern ein Feuerstrom kreist. Das Blut kocht in ihnen, es scheint, als wolle es die Venen zerreißen und sich aus ihnen ergießen. Sag mir, meine Liebe, was hast Du? Ich sehe keine Geißeln, keine Dornen, keine Nägel, kein Kreuz. Dennoch, wenn ich mein Haupt an Dein Herz lege, fühle ich, dass Dornen es durchbohren und erbarmungslose Geißeln keinen Teil Deiner göttlichen Person verschonen, weder innen noch außen. Ich sehe Deine Hände noch krampfhafter zusammengezogen, als es von Nägeln hätte geschehen können. Sag mir, mein süßes Gut, wer übt eine solche Macht auch in Deinem Innern aus, die dich soviel Mal den Tod erdulden lässt, wie sie Qualen zulässt?



21.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane
Das Vorbereitungsgebet für die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane wird nur einmal gebetet, wenn man die drei Stunden nicht unterbricht, andernfalls wiederholt, sooft man von neuem beginnt.

Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg (Teil I)

Vorbereitungsgebet für die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane

Mein betrübter Jesus! Angezogen von Deiner Liebe komme ich, Dir im Garten des Ölbergs Gesellschaft zu leisten. Ich weiß wohl, dass Du mich rufst, aber ich frage mich: Wozu diese Antriebe der Liebe? Befindet sich vielleicht mein von Seinen Feinden verfolgter Jesus im Zustand solcher Betrübnis, dass Er nach meiner Gesellschaft verlangt? Auf Flügeln der Liebe eile ich dahin, aber mich schaudert beim Eintritt in den Ölgarten in der Dunkelheit der Nacht. Es ist kalt geworden. Leise bewegen sich die Blätter der Bäume, als flüsterten sie im Traum und kündeten Leid, Traurigkeit und Tod für den Mann der Schmerzen.
Die Sterne in ihrem milden Schein sind darauf bedacht, gleichsam mit weinenden Augen Jesus zu betrachten. Indem die Tränen sie zu tiefem Mitleid bewegen, machen sie mir Vorwürfe wegen meiner Undankbarkeit. Ich erzittere. Im Dunkeln mich vorwärts tastend, suche ich den Meister mit dem Ruf: „Jesus, wo bist Du? Du ziehst mich zu Dir hin und lässt dich nicht sehen? Du rufst mich und verbirgst Dich?“ Doch kein Echo gibt meiner Stimme Antwort, überall Schrecken, überall Grauen und tiefes Schweigen. Ich lausche und vernehme einen beklommenen Atemzug - ich habe wirklich Jesus gefunden. Aber welch betrübliche Veränderung! Das ist nicht mehr Jesus, Dessen Antlitz beim eucharistischen Abendmahl in hinreißender Schönheit erstrahlte. Jetzt ist Er von einer tödlichen Traurigkeit befallen, welche die natürliche Schönheit Seiner Züge entstellt. Ich gerate in Aufregung bei dem Gedanken, dass ich vielleicht nicht mehr Seine Stimme vernehme. So umfasse ich Seine Füße, werde kühner, umarme Ihn, lege ihm meine Hand auf die Stirne, um Ihn aufrecht zu halten, und rufe leise: „Jesus, Jesus!“ Und Er, getroffen von meiner Stimme, schaut mich an und spricht: „Meine Seele, du hier? Ich wartete auf dich, denn die Traurigkeit darüber, dass alle Mich allein lassen, hat Mich tief niedergedrückt.
Ich wartete auf dich, dass du Zuschauerin Meiner Leiden seiest und mit Mir den Kelch tränkest, den Mir Mein himmlischer Vater bereitet hat. Wir werden ihn zusammen trinken, aber es wird kein Kelch der Erquickung, sondern unaussprechlicher Bitterkeit sein. Ich empfand das Bedürfnis, eine liebende Seele möchte wenigstens einige Tropfen davon schlürfen, darum habe Ich dich gerufen. So nimm ihn an, teile mit Mir Mein Leid und gib mir die Versicherung, Mich nicht allein zu lassen in dieser Stunde der Verlassenheit.“
- Wohlan, mein in Traurigkeit versenkter Jesus, wir trinken den Kelch Deiner Leiden gemeinsam. Ich werde nie von Deiner Seite weichen.



20.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil XII)

Der erste Tabernakel ist in uns. Daher muss man genau auf das achten, was Jesus in Seiner Güte in uns wirken will. Gar oft lässt uns Jesus das Bedürfnis empfinden zu beten. Er betet mit unserer Stimme, mit unseren Gefühlen, mit unserem Herzen und bewirkt auf diese Weise, dass unser Gebet eins sei mit dem Seinen. Um dem Gebet Jesu Ehre zu erweisen, seien wir darauf bedacht, ihm unser ganzes Sein zur Verfügung zu stellen. Jesus wird dann Sein Gebet mit uns zum Himmel richten, um mit dem Vater zu sprechen und in der Welt die Wirkungen Seines göttlichen Gebets zu erneuern.
Wir müssen auch auf alle Bewegungen unseres Inneren achten. Bald will Jesus, dass wir leiden, bald, dass wir beten. Bald versetzt Er uns in diesen Seelenzustand, bald in einen andern, um in uns Sein eigenes Leben wiederholen zu können. Nehmen wir den Fall, dass Jesus uns die Gelegenheit gibt, Geduld zu üben. Er selbst empfängt so viele und so schwere Beleidigungen vonseiten der Geschöpfe, dass Er sich angetrieben fühlt, Hand an die Geißeln zu legen, um die Beleidiger zu züchtigen. Doch siehe da, Er übt Langmut und Geduld, weil wir Ihm die Ehre erweisen und alles in Geduld ertragen, wie es Jesus erträgt. Unsere Geduld wird dann Seinen Händen die Geißeln entreißen, die andere verdient haben. Jesus wird in uns Seine göttliche Geduld üben. Wie mit der Geduld sei es auch mit allen anderen Tugenden. Jesus übt im heiligsten Altarsakrament alle Tugenden, und wir werden aus Seinem Herzen die Stärke, die Sanftmut, die Geduld, die Verträglichkeit, die Demut und den Gehorsam schöpfen.
Jesus schenkt uns in Seiner Güte Sein Fleisch als Speise, und wir wollen Ihm als Speise die Liebe, den Willen, die Neigungen, die Gedanken und Empfindungen schenken. So wetteifern wir mit Jesus an Liebe. Lassen wir nichts in uns Eingang finden, was nicht Ihm geweiht ist.
Jesus, meine süße Liebe! Zu dieser Stunde hast Du Brot und Wein in Dich selbst verwandelt. So mache doch, dass all das, was ich sage und tue, eine beständige Wandlung Deiner Selbst in mich und alle Seelen sei.
Mein teures Leben! Wenn Du zu mir kommst, so bewirke, dass jeder Herzschlag, jede Neigung, jede Empfindung, jeder Gedanke, jedes Wort die Macht der sakramentalen Wandlung erfahre. Gib, dass mein ganzes armseliges Wesen, von Dir konsekriert, zu ebenso vielen Hostien werde, um Dich allen Seelen schenken zu können.
Jesus, lass mich Deine kleine Hostie sein, um in mir Dich selbst einschließen zu können.

Aufopferung und Danksagung



19.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil XI)

Erwägungen und praktische Übungen

Jesus, in der Hostie verborgen, um allen Leben und Licht zu geben, umfasst alle Jahrhunderte. So werden auch wir, wenn wir uns in Ihm verborgen halten, mit unseren Gebeten und Sühneakten allen Licht und Leben geben, weil Jesus niemanden von Seiner Liebe ausschließt. Was nun tun in dieser Verborgenheit? Um Christus ähnlich zu werden, müssen wir alles in Ihm verschließen: unsere Gedanken, Blicke, Worte, Empfindungen und Neigungen; alle unsere Atemzüge, unsere Schritte, unsere Handlungen und Werke. Sogar unsere Gebete müssen wir in die Gebete Jesu hineinlegen. Wie Jesus in der Eucharistie die Menschen aller Zeiten in Liebe umfasst, so müssen auch wir sie in innigster Vereinigung umfassen, müssen mit Ihm der Gedanke eines jeden Geistes, das Wort einer jeden Sprache, die Neigung eines jeden Herzens, der Schritt eines jeden Fußes und das Werk eines jeden Armes sein. Handeln wir so, dann werden wir vom Herzen Jesu alles Böse abhalten, das die Menschen Ihm antun möchten. Bemühen wir uns, alles Böse durch alles Gute zu ersetzen, das zu tun uns möglich ist, dann werden wir Jesus nötigen, allen Seelen Rettung, Liebe und Heiligkeit zukommen zu lassen.
Um dem Leben Jesu zu entsprechen, muss das unsrige dem Seinen ganz und gar gleichförmig sein. Die Seele muss die gute Meinung erwecken, sich in allen Tabernakeln der Welt einzufinden, um Jesus beständig Gesellschaft zu leisten, Ihn zu trösten und mit Ihm zu sühnen. In dieser Meinung muss sie ihr ganzes Tagewerk verrichten.



18.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil X)

Süßes Herz Jesu! Als Du das heiligste Altarsakrament eingesetzt hast und die schreiende Undankbarkeit und die Beleidigungen vonseiten Deiner Geschöpfe im Geist schautest, bist Du trotzdem nicht zurückgewichen. Wirst Du auch verwundet und mit Bitterkeiten getränkt, so versenkst Du alles in die Unermesslichkeit Deiner Liebe. Nachdem Du Deine Apostel belehrt und hinzugefügt hast, dass auch sie tun sollten, was Du getan hast, weihst Du sie zu Priestern, indem Du ihnen die Gewalt zu konsekrieren verleihst. So denkst Du zugleich an alle Priester und schaffst ein Mittel, alles zu sühnen.
Nach Beendigung des Abendmahls nimmst Du Deine Apostel mit Dir und begibst Dich auf den Weg zum Garten Gethsemane, wo Deine Passion beginnen sollte. Ich folge Dir überall hin, mein Jesus, um Dir treue Gesellschaft zu leisten. Während Du dahinschreitest, möchte ich für alle Seelen sühnen, die mit zerstreutem und zerfahrenem Geist aus der Kirche gehen; möchte Dich auch bitten, Licht und Gnade jenen Priestern zu verleihen, die bei den heiligen Handlungen gar keinen Gewinn daraus schöpfen, weil sie von den Gnadenmitteln keinen guten Gebrauch machen.



17.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil IX)

Jesus! Sollte eine Beleidigung meiner Sühne entgehen, dann schließe mich in Deinem Herzen und in Deinem Willen wie in einem Gefängnis ein, damit ich für jedes Vergehen Genugtuung leisten kann. Ich will auch Deine heiligste Mutter bitten, mich immer bei sich zu haben, damit ich mit ihr für alles und für alle sühnen kann. Dadurch werden wir die Wogen der Bitterkeit, womit die Menschen Dich überfluten, von Dir abströmen lassen.
Mein Jesus! Bedenke, dass auch ich ein armseliges, sündhaftes Geschöpf bin. Verschließe mich in Deinem Herzen, und mit den Ketten Deiner Liebe mach mich nicht nur zu Deinem Gefangenen, sondern fessle auch jeden meiner Gedanken, jede meiner Empfindungen und Neigungen, meine Hände und Füße an Dich, dass ich keine anderen Hände und Füße habe als die Deinen. So soll Dein Herz mein Gefängnis, meine Ketten aus Liebe geschmiedet, Deine Flammen meine Speise, Dein Atemzug der meinige sein. Dein heiligster Wille sei das Gitter, das mich hindert, aus meinem Gefängnis herauszutreten. Dann werde ich nichts anderes fühlen als Feuer, nichts anderes sehen als Flammen. Ich werde Dir mein Leben schenken. Während ich im Gefängnis bei Dir bleibe, sollst Du in mir Deine Freiheit haben. Ist das nicht Deine Absicht, wenn Du Dich in der Hostie einschließt, von den Seelen, die Dich empfangen, Deine Freiheit zu erhalten, damit Du in ihnen Dein Leben entfalten kannst? Nun segne mich zum Zeichen Deiner Liebe. Gib meiner Seele den mystischen Kuss der Liebe, während ich mich Deiner Umarmungen erfreue. Ehre sei dem Vater ...



16.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil VIII)

Jesus, wie leidest Du! Du siehst Dich um nach einer Hand, die Dich aus diesen blutbefleckten Händen befreit. Wenn Du Dich in solchen Händen befindest, dann bitte ich Dich, rufe mich.
Zur Sühne möchte ich Dich mit der Reinheit der Engel umgeben, den Wohlgeruch Deiner eigenen Tugenden um Dich verbreiten, um Dir den Widerwillen zu nehmen, in solchen Händen zu sein. Ich möchte Dir mein Herz öffnen als Rettungs- und Zufluchtsort. Und während Du in
der hl. Kommunion in mir weilst, werde ich zu Dir für die Priester beten, dass alle würdig in Deinem Dienste seien.
Jesus, ich küsse deinen linken Fuß und will dadurch Sühne leisten für jene, die Dich gewohnheitsmäßig und ohne gebührende Seelenverfassung empfangen. Ehre sei dem Vater ...
Jesus, ich küsse Deinen rechten Fuß und will dadurch Sühne leisten für jene, die Dich nur zum Hohn empfangen. Ach, wenn sie sich erdreisten, solches zu tun, dann bitte ich Dich, erneuere das Wunder, das Du an dem Hauptmann Longinus gewirkt hast. Wie Du seine Seele geheilt und ihn bekehrt hast durch die Berührung mit dem Blut, das aus Deinem durchbohrten Herzen quoll, so wandle auch durch Deine sakramentale Berührung mit den Frevlern die Empfindungen der Geringschätzung oder des Hasses in Liebe und die Beleidiger in Liebhaber um. Ehre sei dem Vater ...
Jesus, ich verehre und lobpreise Dein gütiges Herz, in dem alle Beleidigungen zusammenfließen. Ich möchte Dir dadurch vollständige Sühne leisten für alle Frevel gegen das heiligste Sakrament, Dir als Gegengabe für Deine Liebe die der Menschen schenken und mit Dir alle
Deine Leiden teilen. Ehre sei dem Vater ...



15.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil VII)

Mein Jesus! So gewaltig und mächtig ist das Feuer, das in Deinem Herzen brennt, dass Du seinen Flammen Luft machen und Pfeile der Liebe auf die Herzen entsenden willst. Viele jedoch lenken sie ab und erwidern sie mit Pfeilen, Spießen und Wurfgeschossen der Kälte, Lauheit und Undankbarkeit. Wie sehr hättest Du Grund, mein Jesus, darüber bitterlich zu weinen! Sieh nun mein Herz bereit, nicht allein jene Liebespfeile zu empfangen, die für mich bestimmt sind, sondern auch jene, welche die anderen Seelen zurückweisen. Ich werde die Kälte, Lauheit und Undankbarkeit sühnen, die Dir von diesen Seelen zuteil wird.
Jesus, ich küsse Deine linke Hand und will damit alle unerlaubten Annäherungen und ungeziemenden Taten sühnen, die in Deiner Gegenwart geschehen. Ich bitte Dich, mich immer nahe an Deinem Herzen zu halten. Ehre sei dem Vater ...
Jesus, ich küsse Deine rechte Hand und will damit alle Sakrilegien sühnen, auch die, welche von Priestern begangen werden, die in ungebührlicher Verfassung zelebrieren. Wie oft bist Du, meine Liebe, genötigt, vom Himmel in unwürdige Hände und Herzen herabzusteigen!
Wenn es Dir auch zuwider ist, Dich in solchen Händen zu befinden, so nötigt Dich Deine Liebe doch immer wieder dazu. Ja, manche Deiner Diener erneuern Deine Passion, erneuern mit ihren Vergehen und Sakrilegien den Gottesmord. Jesus, ich bin entsetzt, wenn ich nur daran denke. Aber trotzdem legst Du Dich auch in jene unwürdigen Hände, wie Du bei Deiner Passion Dich in die Hände der Juden begeben hast. Gleich einem sanften Lämmlein erwartest Du von neuem den Tod, aber auch die Bekehrung der unwürdigen Diener des Altares.



14.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil VI)

Mein Jesus! Wenn Du im heiligsten Sakrament zu den Menschenkindern kommst, bist Du gezwungen, Dich auf so viele unreine, böse und lästernde Zungen zu legen. O wie bitter für Dich! Es kommt Dir vor, als würdest Du von diesen Zungen vergiftet. Es ist noch schlimmer, wenn Du in ihre Herzen hinabsteigst. Wäre es möglich, nähme ich gern diese Zungen an, um alle ihre sündhaften Reden, die dich so sehr beleidigen, in Lobsprüche zu verwandeln.
Jesus, mein höchstes Gut! Ich sehe Dein Haupt so müde, erschöpft und ganz eingenommen von Deiner Liebestätigkeit. Sag mir, was tust Du? Und Du gibst zur Antwort: „Mein Kind! In der konsekrierten Hostie muss Ich vom Morgen bis zum Abend weilen, um Ketten der Liebe zu schmieden. Wenn Seelen kommen, fessle Ich sie an Mein Herz. Aber weißt Du, was sie dann tun? Viele machen sich gewaltsam los und reißen die Ketten Meiner Liebe in Stücke. Da diese Ketten mit Meinem Herzen verbunden sind, leidet es Qualen, die unaussprechlich sind.
Indem sie Meine Ketten zerreißen, machen sie Meine Liebesmühen zunichte, lassen sich dafür Ketten von den Geschöpfen anlegen und bedienen sich Meiner, um ihre Absichten zu erreichen. Das tun sie sogar in Meiner Gegenwart. Ein solches Benehmen betrübt Mich in dem Maße, dass Ich vor Schmerz dahinsiechen würde, wäre Ich in leidensfähigem Zustand.“
Wie leide ich mit Dir, mein Jesus! Dein Herz ist so vielen Quälereien ausgesetzt. So bitte ich Dich, meinem Herzen jene Ketten anzulegen, welche die anderen brechen, um Dir für sie mit meiner Liebe zu vergelten und Dich zu trösten für die Beleidigungen, welche die Seelen Dir zufügen.



13.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil V)

Jesus, ich sehe, Du hörst Deinen Geschöpfen aufmerksam an, um sie zu trösten. Diese hingegen sagen Dir andachtslos, gewohnheitsmäßig, ohne Vertrauen ihre Gebete her. Und Dein Gehör leidet in dieser Hostie mehr als in Deiner Passion. Mein Jesus, ich möchte Dir alle Harmonien des Himmels zu Gehör bringen, mein Gehör mit dem Deinigen vereinigen, um an Deinen Leiden Anteil zu nehmen, Dich zu trösten und Sühne zu leisten.
Jesus, mein Leben! Ich sehe Dein heiligstes Angesicht mit Blutstropfen benetzt, entstellt und bleich. Deine Geschöpfe erscheinen vor dem höchsten ausgesetzten Gute. Aber statt Dir die gebührende Ehre zu erweisen, scheint es, als ob sie durch ihr unanständiges Benehmen und ihre ungebührende Unterhaltung Dir Backenstreiche gäben und Dein Antlitz besudelten. Du nimmst wie in Deiner Passion diese Unbilden in Frieden und Geduld entgegen und erträgst sie.
Jesus, ich möchte mein Antlitz dem Deinigen nahebringen, nicht allein um der Gegenstand der Entehrung zu sein, die sie Dir bezeigen, sondern auch um all Deine Pein mit Dir zu teilen. Ich möchte mit meinen Händen Dein Antlitz von den Besudelungen reinigen, Dich an mein Herz drücken. Aus meinem ganzen Wesen möchte ich so viele Teile machen und Dir vor Augen stellen, wie es Seelen gibt, die Dir Ehre erweisen. Ich möchte alle meine Regungen und Bewegungen in ebenso viele Knie- beugungen verwandeln, um ohne Unterlass die Unehrerbietigkeit zu sühnen, die Dir von den Geschöpfen zuteil wird.



12.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil IV)

Der Vater wird gerührt von Deinen liebeentflammten Worten und steigt vom Himmel herab. Nun sind auf dem Altartisch der Vater und der Hl. Geist mit Dir, mein Jesus! Jetzt sprichst Du mit klarer und eindrucksvoller Stimme die Wandlungsworte. Ohne Dich selbst zu entäußern, machst Du Dich in jedem Brot und Wein auf sakramentale Weise gegenwärtig.
Mein Jesus! Die Himmel neigen sich herab und bringen Dir einen Akt der Anbetung in dem neuen Zustand tiefster Erniedrigung dar. Nun ist Deine Liebe zufrieden gestellt. Ich sehe bis zum Ende der Zeiten auf dem Altar alle konsekrierten Hostien. Aber so viele Hostien sind mit dem Kranz Deiner schmerzvollen Passion umwunden, weil so viele Menschen das Übermaß Deiner Liebe nur mit dem Übermaß von Undankbarkeit, ja grauenhafter Verbrechen lohnen.
Jesus, Herz meines Herzens! Ich möchte immer bei Dir sein in jedem Tabernakel, in jedem Speisekelch, in jeder hl. Hostie, um Dir meine Akte der Sühne darbieten zu können für alle Beleidigungen, die Dir im Sakramente der Liebe zugefügt werden.
Jesus, ich betrachte Dich in der konsekrierten Hostie, küsse im Geist Deine Stirne, auf der die Majestät der Gottheit thront, fühle aber auch die Stiche Deiner Dornenkrone. O wie viele Seelen gibt es, die Dir auch in der Hostie die Dornenstiche nicht ersparen! Statt dir die Huldigung guter Gedanken darzubringen, kommen sie mit bösen Gedanken. Du neigst von neuem Dein Haupt wie bei Deiner Passion, empfängst und erduldest die Stiche, welche die Dornen ihrer schlimmen Gedanken dir bereiten. Meine Liebe! Ich nähere mich Dir, um Deine Leiden zu teilen. Nimm alle meine Gedanken in Deinen Geist auf, um jene Dornen fernzuhalten, die Dir so bitteren Schmerz bereiten. Jeder meiner Gedanken gehe in jeden Deiner Gedanken über, um jeden bösen Gedanken zu sühnen und so Dich zu trösten.
Jesus, mein höchstes Gut! Ich sehe den liebevollen Blick Deiner schönen Augen jenen zugewandt, die vor Dir erscheinen. Er verlangt als Gegengabe einen liebevollen Blick auch von ihnen. Aber wie viele erscheinen vor dem Allerheiligsten und schauen nach anderen Dingen, die ihnen Zerstreuung bieten und Dich so des Wohlgefallens berauben, das Dir ein Blick der Liebe bereitet hätte. Du weinst, aber auch meine Wangen sind von Tränen benetzt. – Mein Jesus, weine! Ich will meine Augen in die Deinigen senken. Um mit dir Dein Leid zu teilen, um für alle Blicke der Neugierigen zu sühnen, bringe ich Dir meine Blicke dar, die stets auf Dich gerichtet sein sollen.



11.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil III)

Ich sehe Dich, meine Liebe, wie verklärt. Deine Gottheit durchschimmert die Hülle Deiner Menschheit. Dein Anblick, wie man ihn nie wahrgenommen hat, zieht die Aufmerksamkeit aller auf Dich.
Die Apostel sind von süßem Entzücken erfasst und wagen kaum zu atmen, Deine gütige Mutter findet sich im Geiste bei Deiner Tafelrunde ein, um die Wunder Deiner Liebe zu schauen. Die Engel steigen vom Himmel herab. Es ist, als ob sie sich gegenseitig fragten: „Was ist doch das? Ist das nicht das Übermaß, der Wahnsinn der Liebe? Ein Gott erschafft nicht einen neuen Himmel oder eine neue Erde, aber Er gibt Sich Selbst ein neues Dasein, indem Er die vergängliche Materie von ein wenig Brot und Wein in den Leib und das Blut Seiner Menschheit verwandelt.“ O unersättliche Liebe! Da alle Jünger um Dich geschart sind, sehe ich, wie Du das Brot in Deine heiligen Hände nimmst und dem Vater darbringst. Ich vernehme Deine süße Stimme, die spricht: „Heiliger Vater, Dank sei Dir gesagt, weil Du immer Deinen Sohn erhörst. Heiliger Vater, wirke Du mit Mir. Einstens hast Du Mich vom Himmel auf die Erde gesandt, Mensch zu werden im Schoß einer Jungfrau, um unsere Kinder zu retten. Nun gestatte Mir, dass das, „Wort“ in jeder Hostie Fleisch wird, um die Rettung der Menschenkinder fortzusetzen und das Leben einer jeden Seele zu sein. Siehe, Vater, nur wenige Stunden sind Mir noch beschieden. Wie könnte ich so herzlos sein, meine Kinder allein und als Waisen zurückzulassen! Zahlreich sind ihre Feinde, zahlreich ihre Leidenschaften, dicht die Finsternisse ihres Geistes, groß die Schwäche ihres Herzens, denen sie unterworfen sind. Wer wird ihnen zu Hilfe kommen?
O Ich bitte Dich, lass Mich in jeder Hostie zurückbleiben, um Meinen Kindern das Leben zu erhalten, ihnen Licht, Kraft uns Stärke zu sein. Wohin kommen sie sonst? Wer wird ihr Führer sein? Die Werke Unserer Hände sind ewig, Meiner Liebe kann Ich nicht widerstehen, ich kann und will Meine Kinder nicht allein lassen.“



10.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil II)

Mein betrübter Jesus! Dein Leben will ich zu dem meinigen machen, um so viele Vergehen zu sühnen. Ich will eintreten in die verborgensten Winkel Deines göttlichen Herzens, um mit Deinem eigenen Herzen die Beleidigungen zu sühnen, die Dir gerade von jenen zugefügt werden, die Dir am teuersten sind. Ich will Dir in allem folgen und im Verein mit Dir zu allen Seelen gehen, die Dich in der Eucharistie empfangen wollen, und eingehen in ihre Herzen. O Jesus, mit Deinen Tränen und dem Wasser, mit dem Du die Füße der Apostel wäschst, lass uns die Seelen waschen, die Dich empfangen sollen. Lass uns ihre Herzen reinigen, den Staub abschütteln, mit dem sie beschmutzt sind, und sie entflammen, dass Du an ihnen Dein Wohlgefallen finden könnest. Während Du mit liebevollem Eifer Deinen Jüngern die Füße wäschst, schaue ich Dich an und nehme wahr, dass noch ein anderer Schmerz dein Herz durchbohrt. Die Apostel stellen alle zukünftigen Kinder der Kirche dar, aber auch in ihrer Unvollkommenheit alle Übel, die in der Kirche auftreten werden, mithin die ganze Gefolgschaft Deiner Leiden. Die einen versinnbilden die Schwachheiten, die anderen den Betrug; diese das Sinnbild der Heuchelei, jene einer maßlosen Liebe zu irdischem Gewinn. In Petrus finden wir die Vorsätze, die nicht standhaft sind, die Vergehen so manches kirchlichen Oberhauptes; in Johannes die Schwäche selbst deiner Getreuesten, denn auch er schlief im Ölgarten ein, nachdem er
an Deinem Herzen geruht hatte, um sodann die Flucht zu ergreifen; in Judas alle Apostaten mit all jenen folgenschweren Übeln, die sich aus dem Abfall ergeben. Dein Herz ist überwältigt von Schmerz und Liebe. Da Du kaum die Größe des Schmerzes wie die Größe der Liebe zu meistern vermagst, verweilst Du zu den Füßen eines jeden Apostels, vergießt Tränen, sühnst für jedes dieser Vergehen und flehst für alle um Stärke und Standhaftigkeit.
Mein Jesus, auch ich vereinige mich mit Dir und mache mir Deine Gebete und Sühneakte zu eigen. Ich will bei Dir bleiben, meine Tränen mit Deinen vereinigen, dass Du nie allein seist, sondern mich stets an Deiner Seite habest, um Deine Leiden zu teilen.



09.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 20 bis 21 Uhr:
Das eucharistische Mahl (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Jesus, meine süße Liebe! Da Deine Liebe zu uns Dir nie genügt, sehe ich, dass Du Dich nach Beendigung des Abendmahles vom Tisch erhebst und mit Deinen lieben Jüngern den Hymnus der Danksagung dem Vater singst, um die Undankbarkeit der Geschöpfe zu sühnen. So nehme ich wahr, o Jesus, dass Du bei allem, was Du tust und was mit Dir in Berührung kommt, die Worte auf den Lippen hast: „Dank sei Dir gesagt, mein Vater!“ Ich nehme diese Worte von Deinen Lippen. Immer und überall will ich sagen: „Dank sei Dir gesagt für mich und für alle!“ um den Mangel an Danksagungen zu ersetzen.
Mein Jesus, Deine Liebe hat noch keine Ruhe. Ich höre, dass Du Deine Jünger von neuem sich setzen heißt. Du nimmst ein Waschbecken, umgürtest Dich mit einem Linnen, wirfst Dich zu den Füßen Deiner Jünger nieder in einer so demütigen Haltung, dass Du die Blicke des ganzen Himmels auf Dich lenkst und ihn in höchstes Erstaunen versetzt. Selbst die Apostel schauen in atemloser Spannung zu. Aber sage mir, meine Liebe, was tust Du? Und was soll dieser Akt tiefster Demut, einer Demut, wie man sie nie gesehen hat und auch nie sehen wird?
„O Menschenkind“, erwidert Jesus, zu den Füßen der Apostel niedergeworfen, „ich verlange nur ihre Seelen, und unter Tränen ersinne Ich eine List der Liebe, um sie an Mich zu fesseln. Mit dem Sinnbild deines Wassers, das mit Meinen Tränen gemischt ist, will ich ihre Seelen reinigen von jeder Unvollkommenheit und sie vorbereiten, Mich in dem großen Sakrament zu empfangen. Dieser Akt der Reinigung liegt Mir so sehr am Herzen, dass Ich ihn weder den Engeln noch Meiner lieben Mutter anvertrauen möchte. Ich selbst will die Seelen Meiner Apostel reinigen, um sie würdig zu machen, die Frucht des Heiligsten Sakraments zu empfangen. Damit will Ich Genugtuung leisten für alle guten Werke, besonders aber für die Spendung der Sakramente, die man im Geist der Gleichgültigkeit vornimmt und nicht im Geist Gottes. Ach, wie viele guten Werke geschehen, die Mir mehr zur Unehre als zur Ehre gereichen, Mir mehr Bitterkeit als Wohlgefallen bereiten, Mir eher den Tod als Leben geben! Gerade diese Vergehen betrüben Mich am meisten. Meine Seele, zähle alle Beleidigungen auf, die man Mir zufügt. Leiste Sühne mit Meinen Sühneakten, um Mein Herz zu trösten, das in Bitterkeit versenkt ist.“



08.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 19 bis 20 Uhr:
Das gesetzliche Abendmahl (Teil IV)

Erwägungen und praktische Übungen (Teil II)

Jeder Schlag des Herzens Jesu ruft uns zu: „Ich liebe dich!“ Er äußert einen Rückschlag in allen Menschenherzen, die Er ausnahmslos in seinem Herzen verschließen möchte, um zum Entgelt den Herzschlag ihrer Liebe zu empfinden. Aber da viele Herzen nicht für Ihn schlagen, ist Sein Herz von bitterem Schmerze überwältigt.
Bitten wir Jesus, Er möge unseren Herzschlag mit Seinem Siegel: „Ich liebe dich!“ bezeichnen. Dann kann auch unser Herz das Leben Seines Herzens führen, damit, wenn es seinen Rückschlag findet in den Geschöpfen, sie genötigt sind auszurufen: „Jesus, ich liebe Dich!“ So werden wir gänzlich mit Ihm vereinigt. Jesus wird auch uns die Stimme Seiner Liebe vernehmen lassen. Dieses Geständnis: „Ich liebe dich!“ ist von solcher Tragweite, dass es Himmel und Erde erfüllt, bei den Heiligen ein Echo findet und ins Fegfeuer hinabsteigt; dass alle Menschenherzen davon gerührt werden, sogar die Elemente neues Leben in sich fühlen, weil sie alle die Wirkungen der Liebe erfahren.
Jeder Atemzug Jesu wird beschwert durch den Gedanken an den Untergang so vieler Seelen. So wollen wir Ihm den Atemzug unserer Liebe zur Erquickung schenken. Nehmen wir dafür den Seinigen, so werden wir damit die Seelen berühren, die sich aus Seinen Armen losgemacht haben, und ihnen göttliches Leben einhauchen. Statt vor Ihm zu fliehen, können sie jetzt zu Ihm zurückkehren und sich fester an Ihn anschließen.
Das erste Wort, das Jesus am Kreuze sprach, war das Wort der Verzeihung, um beim Vater Seine Henker und alle sündigen Seelen zu entschuldigen, Seine Gerechtigkeit in Barmherzigkeit umzuwandeln. So wollen auch wir dem Vater Akte darbieten, um die Sünder zu entschuldigen, dass Er, gerührt durch unser Flehen um Verzeihung, keine Seele mehr der Hölle verfallen lassen könne. Wir wollen uns auch mit Jesus vereinigen, uns als Wache bei den Herzen der Menschen aufstellen, damit niemand mehr Ihn beleidige. Wir lassen Seiner Liebe in uns freien Lauf, wenn wir wohlgemut alles annehmen, was Er über uns verhängt: Herzenskälte, Geistesdürre, Finsternis, Bedrückungen, Versuchungen, Zerstreuungen, Verleumdungen, Krankheiten und andere Leiden, um ihm einen Ersatz zu bieten für das, was Er von den Geschöpfen leidet. Doch lässt Jesus nicht allein Seiner Liebe in uns freien Lauf. Gar oft, wenn Er Herzenskälte vonseiten der Menschen erfährt, begibt Er Sich zur Seele und lässt sie Seine Kälte empfinden. Ist die Seele empfänglich dafür, dann fühlt sich Jesus entschädigt für alle Kälte vonseiten der Geschöpfe, und diese Kälte wird an den Herzen der Menschen so lange Wache halten, bis sie Den lieben, Der sie liebt.
Jesus, mein geliebtes Gut! Du leidest so schwer wegen des Verlustes der Seelen. Aus Mitleid mit Dir stelle ich mein ganzes Wesen zu Deiner Verfügung. Ich will deine und der Sünder Leiden auf mich nehmen. Dann wirst Du erquickt und die Sünder werden an Dich gefesselt sein.
Mein Jesus, mache, dass mein ganzes Wesen sich in Liebe auflöse, um Dir ohne Unterlass Trost zu bereiten und alle deine Bitterkeiten zu versüßen.

Aufopferung und Danksagung



07.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 19 bis 20 Uhr:
Das gesetzliche Abendmahl (Teil III)

Erwägungen und praktische Übungen (Teil I)

Bevor wir Speise nehmen, vereinigen wir unsere gute Meinung mit jener, die unser liebenswürdigster Jesus hatte. Speisen wir im Geiste mit Ihm. So nehmen wir nicht allein das Leben Jesu in uns auf, wir vereinigen uns auch mit ihm, um dem Vater die Verherrlichung, das Lob, die Liebe, den Dank, jene vollständige Genugtuung darzubieten, die Ihm vonseiten der Geschöpfe gebührt und die Ihm auch von Jesus geleistet wurde in dem Augenblick, als er vom Osterlamme aß.
Stellen wir uns ferner vor, wir säßen Christus nahe bei Tisch. Bald werfen wir ihm einen Blick zu, bald bitten wir Ihn, einen Bissen mit uns zu teilen, oder wir küssen den Saum Seines Mantels, achten auf die Bewegung Seiner Lippen oder auf den himmlischen Ausdruck Seiner Augen und sehen dabei, wie sich plötzlich Sein liebenswürdiges Antlitz bewölkt, da Er so viel Undankbarkeit seitens der Menschen voraussieht.
Wie Jesus während des Abendmahles von Seiner Passion spricht, so sollen auch wir während des Essens darüber nachdenken, wie wir die Leidensstunden gehalten haben. Die Engel hängen an unseren Lippen, unsere Gebete, unsere Sühneakte zu sammeln und sie vor den Thron des himmlischen Vaters zu bringen, um einigermaßen Seinen gerechten Zorn zu besänftigen über so viele Beleidigungen, die er von den Menschen erfährt. So taten es die Engel auch damals, als Jesus auf Erden war. Und wenn wir beten, könnten wir sagen, dass die Engel damit zufrieden sind? Dass wir mit Sammlung und Ehrfurcht beten, so dass die Engel unsere Gebete mit Freuden in den Himmel tragen wie die Gebete Jesu? Oder müssten sie darüber betrübt sein?
Während Jesus zu Tische saß, ward Seine Seele von Schmerz durchdrungen beim Anblicke des Judas. In Judas sah Er viele Seelen, die verloren gehen werden. Da der Verlust der Seelen der größte
Seiner Schmerzen war, zog er Johannes an sich heran, um einen Trost zu haben. – So sollen auch wir, wie Johannes, Jesus immer nahe sein, Mitleid mit Seinen Schmerzen haben, Ihn aufrichten und Ihn im Geiste an unserem Herzen ruhen lassen. Machen wir Sein Leid zu dem unsrigen, dann werden wir eins mit ihm und nehmen die Schläge Seines Herzens wahr, das über den Untergang so vieler Seelen betrübt ist. Lassen wir unser Herz für Ihn schlagen, um die Wunden des Seinigen zu heilen. Oder legen wir vielmehr in sie jene Seelen hinein, die in Gefahr schweben, verloren zu gehen, damit sie sich bekehren und gerettet werden.



06.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 19 bis 20 Uhr:
Das gesetzliche Abendmahl (Teil II)

Mein Jesus! Während ich an Deinem Herzen ruhe, gib auch mir die Speise, die Du den Aposteln gegeben: die Speise der Liebe, die Speise Deines göttlichen Wortes, die Speise Deines göttlichen Willens. O verweigere sie mir nicht, die Du selbst so sehnlichst geben möchtest, damit in mir sich Dein Leben bilde.
Mein höchstes Gut! So nahe bei Dir, sehe ich, dass die Speise, die Du im Verein mit Deinen lieben Jüngern genießt, ein Lamm ist. Dieses Lamm ist ein Sinnbild. Wie in ihm durch die Gewalt des Feuers kein Lebenssaft mehr vorhanden ist, so musst auch du, das mystische Lamm Gottes, durch die Gewalt der Liebe verzehrt werden. Nicht ein Tropfen Deines Blutes wird für dich übrig bleiben, da Du es ja aus Liebe zu uns vergießt.
So tust Du nichts, mein Jesus, was nicht lebendig Dein schmerzvolles Leiden vor Augen stellt, das Du beständig in Deinem Geiste, in Deinem Herzen und in allem gegenwärtig hast. Daraus ziehe ich die Lehre, dass Du mir niemals die Speise Deiner Liebe versagen wirst, wenn ich das Gedächtnis Deines Leidens meinem Geiste und meinem Herzen gegenwärtig halte. Wie danke ich dir, o Jesus! Kein Akt geht aus Dir hervor, der mich Dir nicht gegenwärtig hätte und nicht bestrebt wäre, mir eine besondere Gunst zu erweisen. Deswegen bitte ich Dich, dass Dein Leiden stets in meinem Geiste, in meinem Herzen, in meinen Blicken, in meinen Schritten, in meinen Schmerzen sei, damit ich Dich immer mir gegenwärtig finde, wo ich mich auch rege und bewege, innerlich oder äußerlich. Erweise mir aber auch die Gnade, dass ich nie vergesse, was Du für mich getan und gelitten hast. Diese Gnade sei mir die Magnetnadel, welche mein ganzes Wesen anzieht, in Dich hineinzieht und mich niemals mehr von Dir entfernen lässt.



05.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi

Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 19 bis 20 Uhr:
Das gesetzliche Abendmahl (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Jesus, schon kommst Du im Abendmahlsaal mit Deinen geliebten Jüngern an und setzt Dich mit ihnen zu Tisch. Welche Anmut, welche Liebenswürdigkeit bekundet deine ganze Person, da Du Dich anschickst, zum letzten Mal irdische Speise zu genießen! Alles an Dir ist Liebe.
Damit sühnst Du nicht allein die Sünden der Gaumenlust, sondern bittest auch um die Segnung der Speise. Jesus, mein Leben! Dein sanfter Blick scheint die Herzen Deiner Jünger zu erforschen. Auch in diesem Augenblick, wo Du Speise nimmst, wird Dein Herz betrübt bei dem Gedanken, dass Deine Dir so teuren Apostel noch schwach und haltlos sind. Du denkst besonders an den treulosen Judas, der schon mit einem Fuße in der Hölle steht, und sprichst in der Tiefe Deines Herzens mit Wehmut: „Was nützt Mein Blut, das Ich vergieße? Siehe da eine Seele, die, von Mir mit so vielen Wohltaten bereichert, dennoch verlorengeht!“ Mit Deinen Augen, die Licht und Liebe ausstrahlen, schaust Du ihn an, als wollest du Ihm das große Übel zu verstehen geben, das er sich zufügen will. Aber Deine maßlose Liebe lässt Dich diesen Schmerz ertragen. Du gibst ihn nicht einmal Deinen Jüngern kund. Während Du betrübt bist über Judas, erfüllt sich Dein Herz mit Freude, da Du zur Linken Deinen Liebesjünger Johannes erblickst. Da Du Deine Liebe nicht länger zurückhalten kannst, ziehst Du ihn sanft an Dich und lässt sein Haupt an Deinem Herzen ruhen, um ihm einen Vorgeschmack der Paradiesesfreuden kosten zu lassen. In den beiden Jüngern sind die Verworfenen und die Auserwählten dargestellt: die Verworfenen in Judas, der schon die Hölle in seinem Herzen fühlt, die Auserwählten in Johannes, der an Deiner Brust glückselig ruht.
Mein süßes Gut! Auch ich nähere mich Dir, und mit Deinem Liebesjünger möchte ich mein müdes Haupt an Dein anbetungswürdiges Herz schmiegen und Dich bitten: Lass auch mich auf dieser Erde die Freuden des Himmels verkosten, dass die Erde für mich nicht mehr Erde, sondern Himmel sei und ich hingerissen werde von den süßen Harmonien, die in Deinem Herzen erklingen. Aber im Wohllaut dieser göttlichen Harmonien nehme ich wahr, dass mancher Herzschlag von Schmerz begleitet ist. Er gilt den verlorenen Seelen. O Jesus, gestatte doch nicht, dass noch Seelen zugrunde gehen. Mach, dass Dein Herzschlag in den ihrigen übergehe und sie die Schläge eines himmlischen Lebens fühlen, wie es auch bei Deinem geliebten Jün-
ger Johannes der Fall war. Angezogen von der Süßigkeit und dem Wohlgeschmack Deiner Liebe, mögen sie alle sich Dir ergeben.



04.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 18 bis 19 Uhr:
Jesus trennt Sich von Seiner Mutter und macht Sich auf den Weg zum Abendmahlsaal (Teil III)

Erwägungen und praktische Übungen

Jesus trennt Sich mit aller Bereitwilligkeit von Seiner Mutter, mag auch Sein zartfühlendes Herz bluten. Sind wir ebenso bereit, auch den rechtmäßigsten und heiligsten Übungen zu entsagen, wenn es gilt, die göttlichen Ratschlüsse zu vollziehen? Erforschen wir besonders unser
Gewissen hinsichtlich der Fälle, in denen Gott uns Seine fühlbare Gegenwart oder die fühlbare Andacht entzieht.
Als Jesus Seinen letzten Gang antrat, tat Er es nicht zwecklos. Er verherrlichte damit Seinen Vater und flehte um das Heil der Seelen.
Auch in unsere Schritte müssen wir stets dieselben Absichten hineinlegen, die Jesus hegte, d.h. uns zur Verherrlichung des Vaters und zum Wohle der Seelen zum Opfer bringen. Wir sollen außerdem im Geiste noch unsere Schritte in die Schritte Jesu hineinlegen. Da Jesus sie nicht zwecklos tat, sondern in Seine Schritte auch die aller Menschen hineinlegte, sühnte Er auf diese Weise alle bösen Schritte. So gab Er dem Vater die gebührende Verherrlichung und allen bösen Schritten der Menschen jene Bewegung, die sie zum Guten hinlenkt. Lasst uns auch unsere Schritte mit den Seinen vereinigen und dabei dieselben Absichten haben wie Jesus.
Schreiten wir auf der Straße dahin, bescheiden und eingezogen, um anderen zur Erbauung zu dienen? Während Jesus in Seiner Betrübnis auf dem Wege war, richtete Er von Zeit zu Zeit ein Wort an Seine Apostel, indem er von Seinen bevorstehenden Leiden sprach. Was ist der Gegenstand unserer Unterhaltung? Bietet sich Gelegenheit, in der Unterredung vom Leiden des Erlösers zu sprechen, tun wir es dann?
Als Jesus die Apostel traurig und mutlos erblickte, suchte Er sie zu trösten. Haben wir bei unseren Gesprächen die Meinung, sie auf Jesus hinzulenken? Sind wir darauf bedacht, sie im Willen Gottes zu führen, um auch anderen den Geist Jesu Christi einzuflößen?
Jesus begibt sich zum Zönakulum. So müssen auch wir unsere Gedanken, unsere Neigungen, unsere Akte im Herzen Jesu (wie in einem Zönakulum) verschließen, wenn wir tätig sind. Auf diese Weise werden unsere Handlungen göttliches Gepräge annehmen. Da es jedoch schwierig, ja unmöglich ist, den Geist beständig auf Gott zu lenken und ununterbrochen unsere Handlungen in Jesus hineinzulegen, soll man das Schwierige und Unmögliche durch die gute Meinung des Willens ersetzen. Die Seele wird dann Jesus so wohlgefällig, dass Er Sich gewissermaßen zur Schildwache eines jeden ihrer Gedanken, ihrer Worte, aller ihrer Regungen und Bewegungen macht, sie wie eine Ehrengarde aufstellt und sie mit großer Liebe als Frucht des guten Willens eines Geschöpfes betrachtet.
Wenn die Seele sich in Jesus ergießt und ihre Akte mit den Seinigen vereinigt, dann fühlt Er sich so innig zu ihr hingezogen, dass Er mit ihr das tut, was sie tut, und das Wirken des Geschöpfes gleichsam in göttliches Wirken verwandelt. All das ist die Wirkung der Güte Gottes, der allem Rechnung trägt und alles belohnt, auch den geringfügigsten Akt, wenn er im Willen Gottes geschieht. So wird verhütet, dass auch nur ein einziger menschlicher Akt für die Ewigkeit verlorengeht.
Jesus, mein Leben und mein Alles! Mögen Deine Schritte die meinigen leiten! Während meine Füße auf der Erde dahinschreiten, mach, dass meine Gedanken im Himmel sind.

Aufopferung und Danksagung



03.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 18 bis 19 Uhr:
Jesus trennt Sich von Seiner Mutter und macht Sich auf den Weg zum Abendmahlsaal (Teil II)

Mein süßer Jesus! Die Liebe zeigt mir den Weg, den Du einschlägst. Ich erreiche dich, während Du mit Deinen geliebten Jüngern die Straßen Jerusalems durchschreitest. Ich schaue Dich an und sehe Dich noch bleich, vernehme Deine sanfte Stimme. Allein sie klingt so traurig, dass es deinen Jüngern ins Herz schneidet und sie überaus bestürzt sind. „Es ist das letzte Mal“, sprichst Du, „dass ich diesen Weg mit Euch gehe. Morgen werden sie mich auf Ihm gefesselt hinschleppen unter tausend Beschimpfungen.“ Indem Du auf die Orte hinweist, wo Du am schlimmsten misshandelt und gequält werden wirst, fährst Du fort: „Die Sonne Meines Lebens geht unter, wie die Sonne am Himmel untergeht; morgen um diese Stunde werde Ich nicht mehr sein. Aber wie die Sonne aufgeht, werde auch Ich wieder auferstehen am dritten Tage.“
Auf diese Äußerung hin werden die Apostel noch trauriger und verstummen. Sie wissen nicht zu antworten. Aber Du, mein Jesus, fügst hinzu: „Mut, seid nicht niedergeschlagen! Ich lasse euch nicht im Stich, sondern werde immer mit euch sein. Allein es ist notwendig, dass Ich sterbe zum Heile eurer Seelen.“ Indem Du so sprichst, mein Jesus, bist Du tief bewegt. Mit zitternder Stimme fährst Du fort, Deine Jünger zu belehren. Bevor Du Dich im Zönakulum (Abendmahlsaal) einschließt, betrachtest Du noch einmal die untergehende Sonne. Es geht ja auch Dein Leben zur Neige.
Du opferst alle Deine Schritte und Tritte für jene auf, die sich am Abend ihres Lebens befinden, und verleihst ihnen Gnade, dass sie heimgehen in Dir. Du sühnst auch für jene, die sich trotz der Kümmernisse und Enttäuschungen des Lebens hartnäckig weigern, sich Dir zu ergeben. Dann lässt Du abermals Deine Blicke umherschweifen in Jerusalem, dem Schauplatze Deiner Wunder und dem Orte Deiner Vorliebe. Jerusalem aber bereitet schon, zum Entgelt für all Deine Güte, das Kreuz für Dich, schärft die Nägel, um den Gottesmord zu vollbringen.
Du erschauerst, das Herz möchte Dir brechen. Du beweinst den Untergang der Stadt. Damit leistest du Sühne für so viele Dir geweihte Seelen, die Du mit großer Sorgfalt ausgesucht hast, aus ihnen Wunder Deiner Liebe zu bilden, die aber undankbar genug sind, Deiner Liebe nicht zu entsprechen und dafür dir die meisten Bitterkeiten zu kosten geben.
Mit Dir will ich sühnen, um dadurch die Qualen Deines Herzens zu mildern. Allein ich sehe, dass Du Grauen empfindest beim Anblicke Jerusalems. Du wendest Deinen Blick ab, um in den Abendmahlsaal einzutreten.
Meine Liebe! Drücke mich an Dein Herz, auf dass Seine Bitterkeiten die meinigen werden und ich sie im Verein mit dir dem Vater aufopfere. Du aber schaue mit einem Blick des Erbarmens meine Seele an, gieße Deine Liebe in sie aus und gib mir den Segen.



02.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 18 bis 19 Uhr:
Jesus trennt Sich von Seiner Mutter und macht Sich auf den Weg zum Abendmahlsaal (Teil I)

Vorbereitungsgebet für alle Leidensstunden

Anbetungswürdiger Jesus! Während ich Anteil genommen habe an den Schmerzen Deines Abschiedes und den Schmerzen Deiner geprüften Mutter, sehe ich, dass Du Dich entscheidest, dahin zu gehen, wohin der Wille des Vaters dich ruft. Und doch verbindet Sohn und Mutter eine Liebe, die euch unzertrennlich macht. So lässt Du Dich, mein Jesus, im Herzen Deiner Mutter zurück, und Deine gütige Mutter lässt sich in Dir zurück.
Indem Ihr Euch gegenseitig segnet, umarmst Du, Jesus, Deine Mutter zum letzten Mal, flößt ihr Starkmut ein in dem herben Leide, das auf sie wartet, gibst ihr den letzten Abschiedsgruß und gehst davon. Aber Dein bleiches Antlitz, Deine bebenden Lippen, Deine von Schmerz überwältigte Stimme, als wolltest Du beim Abschied in Tränen ausbrechen, sagt mir, wie sehr Du Deine Mutter liebst und wie schwer Du leidest, da Du sie verlassen musst. Um jedoch den Willen des Vaters zu erfüllen, unterwerft ihr euch, in Liebe vereint, diesem höchsten Willen. Ihr leistet damit Sühne für jene, die sich nicht um den Willen Gottes kümmern wegen zu großer Anhänglichkeit an Verwandte und Freunde, oder weil sie die erlaubten und heiligen Zuneigungen nicht besiegen können, wenn es sein muss. Sie entsprechen somit nicht jenem Grade der Heiligkeit, zu dem Gott sie beruft. Jesus, welchen Schmerz bereiten Dir jene Seelen, die von ihrem Herzen Deine Liebe zurückweisen, um sich zufriedenzugeben mit der Liebe der Geschöpfe!
Meine Liebe! Während ich mit Dir sühne, erlaube, dass ich bei Deiner Mutter bleibe, sie tröste und aufrecht halte, wenn Du fortgehst. Danach werde ich aber meine Schritte beschleunigen, Dich wieder einzuholen. Allein zu meinem größten Leidwesen muss ich sehen, dass meine Mutter vor Angst zittert. So groß ist ihr Schmerz beim Abschiednehmen, dass ihre Stimme auf den Lippen erstirbt und sie kein Wort hervorzubringen vermag, sie fast ohnmächtig wird und im Übermaß der Liebe die Worte spricht: „Mein Sohn, ich segne Dich!“ Welch schmerzvolle Trennung, bitterer als der Tod! Trostlose Königin der Schmerzen! Lass mich Dich aufrichten, Dir die Tränen trocknen und Anteil nehmen an Deinem bitteren Leid.
Meine Mutter! Ich lasse Dich nicht allein. O nimm mich mit dir. Lehre mich in dieser so schmerzvollen Stunde, wie ich Jesus verteidigen und trösten, wie ich sühnen und ob ich mein Leben zu Seiner Verteidigung schlagen soll. Ich werde mich unter Deinem Schutzmantel ruhig verhalten. Aber auf einen Blick von Dir will ich zu Jesus fliegen, Deine Liebe, Deine Neigungen, Deine Zärtlichkeiten, mit den meinigen vereint, Ihm bringen und sie in jede Seiner Wunden, in jeden Tropfen Seines Blutes, in jedes Leid und in jede Beschimpfung hineinlegen. Die zärtliche Liebe Seiner Mutter und Seiner Tochter, die Er in jedem Leid erblickt, werden Seine Schmerzen mildern. Dann flüchte ich mich wieder unter Deinen Schutzmantel und bringe Dir die Zärtlichkeiten Seiner Liebe, um Dein von Schmerz überwältigtes Herz zu erquicken. Meine Mutter, mein Herz pocht stark, ich möchte zu Jesus gehen. Während ich Deine mütterlichen Hände küsse, segne mich, wie Du Jesus gesegnet hast, und gestatte, dass ich mich zu Ihm begebe.



01.01.2021

Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi
Die 24 Stunden des bitteren Leidens unseres Herrn Jesus Christus
nach den Visionen von Luisa Piccarreta

Stunde von 17 bis 18 Uhr:
Jesus verabschiedet sich von seiner Mutter (Teil III)

Erwägungen und praktische Übungen

Bevor Jesus Sein Leiden begann, begab Er Sich zu Seiner Mutter, sie um ihren Segen zu bitten. Damit lehrt uns der göttliche Meister nicht allein den äußeren, sondern auch den inneren Gehorsam, mit dem wir den Einsprechungen der Gnade entgegenkommen sollen. Allein wie viele Male sind wir nicht dazu bereit! Die Eigenliebe hält uns zurück, oder die Menschenfurcht, oder wir tun uns nicht heilige Gewalt an. Wenn wir aber die innere Einsprechung, eine Tugend zu üben, einen frommen Akt zu vollbringen, ein gutes Werk auszuführen, eine Andacht zu halten, zurückweisen, dann zieht sich der Herr von uns zurück und beraubt uns neuer Erleuchtungen. Folgen wir hingegen bereitwillig den göttlichen Einsprechungen, dann erhalten wir größeres Licht und größere Gnaden. In zweifelhaften Fällen nehme man unverzüglich und in rechter Meinung die Zuflucht zu dem großen Hilfsmittel des Gebetes oder eines recht-
schaffenen und erprobten Ratgebers. Dann wird Gott nicht unterlassen, die Seele zu erleuchten, dass sie die heilsame Einsprechung zur Ausführung bringen kann.
Unsere Gebete, unsere Handlungen, unsere Werke, die Stunden der Passion müssen wir vornehmen im Willen Jesu, d. h. in derselben Meinung, die Er hatte. Wir müssen uns selbst, wie Er, zum Opfer bringen zur Verherrlichung des himmlischen Vaters und zum Heil der Seelen.
Wir müssen uns auch in die Stimmung versetzen, aus Liebe zu unserem liebenswürdigen Jesus uns in allem zum Opfer zu bringen. Das geschieht, wenn wir uns mit Seinem Geiste vereinigen, in derselben seelischen Verfassung wirken wie Er und uns gänzlich Ihm hingeben, nicht allein in allem Leid und in jeder äußeren Widerwärtigkeit, sondern weit mehr in allem, was Er über unser Inneres verfügen mag. So werden wir uns geneigt finden, wenn die Stunde der Heimsuchung schlägt, jede Trübsal auf uns zu nehmen und auf diese Weise Jesus süße Erquickung bereiten. Wenn wir alles im Willen Gottes tun, Der alle Süßigkeiten, alle Wonnen in unendlichem Maße enthält, dann werden wir Jesus einen Kelch unsagbarer Freude und Wonne darbieten, dadurch den Wermutsbecher versüßen, den Ihm die Sünder reichen, und so Sein göttliches Gepräge erhalten und wir nicht allein auf uns, sondern auch auf alle Menschen Seine Segnungen herabziehen.
Mein Jesus! Dein Segen komme mir zuvor, begleite mich und folge mir nach, dass alles, was ich tue, den Stempel Deines Segens trage.

Aufopferung und Danksagung