Tagesstärkung

Das Leben Jesu
Betrachtungen




26.01.2021
320. Die Erscheinung am See Genesareth
(Joh 21)

I Die Apostel verbringen die Nacht beim Fischfang
Danach offenbarte Sich Jesus abermals Seinen Jüngern, und zwar am See Tiberias. Er offenbarte Sich so: Simon Petrus, Thomas mit dem Beinamen Didymus, Nathanael aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und noch zwei andere von Seinen Jüngern waren beisammen.
Geselle dich zu den Jüngern am Ufer des Meeres von Tiberias! Auf Befehl ihres Meisters sind sie nach Galiläa gekommen. «Dort werdet ihr Mich wiedersehen», hatte Er gesagt, und sie haben Seinem Wort geglaubt. Jesus will nun Sein Versprechen halten. Er hat für dieses Wiedersehen die Gegend gewählt, die Er früher so oft mit ihnen besucht hatte.
Die Apostel erwarten Ihn, fern vom Weltgetriebe; sie vereinigen sich zu gemeinsamer Arbeit. Ihr Herz ist voll Frieden und Vertrauen, sie wissen, dass der Meister sie nicht täuscht, Er wird sicherlich kommen. Verkoste auch du das Glück einer Seele, die alles von Gott erwartet und nicht mehr an Seiner Vorsehung zweifelt.
Sieh die Jünger an der Arbeit und beachte, um welche Arbeit es sich handelt! Da sagte Simon Petrus zu ihnen: «Ich gehe zum Fischfang.» Sie erwiderten ihm: « Wir gehen mit.» Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, fingen aber nichts in jener Nacht. Diese Männer sind geblieben, was sie waren: arme Fischer, die ihr Leben im Schweiße ihres Angesichts verdienen. Sie haben vom Evangelium nicht Ruhe und Wohlleben verlangt und denken nicht daran, etwas anderes zu werden. Sie arbeiten so angestrengt wie früher und ihre Arbeit scheint wie einstmals fruchtlos zu bleiben. Vergeblich mühen sie sich ab; sie müssen wieder gestehen: «Wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.»
Aber auch dieses Mal, mehr noch als das erste, beobachtet Jesus ihre Anstrengungen. Die Vorsehung des himmlischen Vaters wacht mit Sorgfalt über denen, welche Seinen Sohn lieben.



25.01.2021
319. Der Oktavtag des Osterfestes
(Joh 20)

II Jesus veranlasst Thomas zum Bekenntnis Seiner Gottheit
Da kam Jesus bei verschlossenen Türen und trat in ihre Mitte mit den Worten: «Friede sei mit euch!»
Der Meister sucht Seinen Jünger auf. Er hat ihn gesehen und gehört und will ihn nun heimsuchen. Alles, was Jesus von Seinen Feinden erduldet hat, hat Seine Liebe zu den Sündern nur noch vergrößert. Wenn eine Seele in Gefahr ist unterzugehen, eilt Er ihr zu Hilfe. Er scheut keine Mühe, um die Seelen zu gewinnen, die Ihn soviel gekostet haben. Er kommt zu Seinem Apostel, um dessen Misstrauen zu beseitigen und dessen Zweifel zu lösen.
Betrachte diesen Vorgang, in dem die göttliche Barmherzigkeit Jesu sich so herrlich offenbart. Dann sprach Er zu Thomas: «Leg deinen Finger hierher und sieh Meine Hände. Reich deine Hand her und leg sie in Meine Seite und sei nicht mehr ungläubig, sondern gläubig!» Der Heiland fordert Seinen halsstarrigen Jünger auf, mit eignen Augen die Wahrheit Seiner Auferstehung festzustellen. «Hier sind Meine Hände, hier ist Meine Seite. Schau her, betaste sie und überzeuge dich!»
Es ist das größte Entgegenkommen des Meisters gegen Seinen Jünger. Er könnte ihn streng zurechtweisen und bestrafen. Er zieht es jedoch vor, nachzugeben und Sich der Schwäche des Ungläubigen anzupassen. — «Ich bin derjenige, Den du am Kreuz gesehen hast und dessen Seite mit der Lanze durchbohrt worden ist. Ich bin es, Der dich im Abendmahlssaal getröstet hat und Den du so mutig zum Grab des Lazarus begleitet hast. Erkenne Mich, und du wirst den Frieden und die Freude deiner Brüder teilen!»
Höre das Bekenntnis des bekehrten Apostels, der von der Güte des Herrn übermannt ausruft: «Mein Herr und mein Gott!» Wie selig ist er, Ihn wiederzufinden, Den er verloren glaubte! Es ist ein Ruf voll Glauben, Liebe und Reue. «Ich erkenne Dich als meinen Gott, ich erwähle Dich zu meinem Herrn und Meister. Deine Wunden offenbaren mir Deine unendliche Liebe, Deine göttliche Weisheit und Deine unvergleichliche Güte. Ich sehe, ich glaube, ich weihe mich Dir unwiderruflich.» — Vereinige deine Huldigung mit der des Apostels; wiederhole aus ganzer Seele: «Mein Herr und mein Gott!»
Das Schlusswort Jesu in diesem ergreifenden Geschehen ist an dich gerichtet. Du hast wohl im Grund deines Herzens gedacht: «Glücklich diejenigen, die den Heiland gesehen haben.» Jesus aber sagt: «Selig, die nicht sehen und doch glauben!» Bitte Ihn um Verständnis dieser Lehre. Was der Seele des Menschen Frieden bringt, ist also nicht die zweifelhafte Sicherheit seiner Vernunftschlüsse, nicht das, was die Sinne feststellen, sondern einzig die Überzeugung des Glaubens, welche sich nur auf das Wort Gottes stützt. Bete innig um Vermehrung deines Glaubens.



24.01.2021
319. Der Oktavtag des Osterfestes
(Joh 20)

I Der Unglaube des Thomas
Einer von den Zwölfen, Thomas mit dem Beinamen Didymus, war nicht dabei, als Jesus kam. Die andern jünger sagten ihm nun: «Wir haben den Herrn gesehen.» — Acht Tage darauf waren die Jünger wieder in dem Hause, und Thomas war bei ihnen.
Kehre zum Abendmahlssaal zurück, um mit den Aposteln den achten Tag des Osterfestes zu feiern. Bitte den Heiligen Geist, dass Er in dir die Freude dieses großen Tages erneuere! — Die Jünger erwarten den Meister. Ihr Glaube hat sich gekräftigt, ihr Eifer entzündet. Sie haben viel zusammen gebetet und sich gegenseitig erbaut; sie haben sich Maria, der Mutter der Gläubigen, anempfohlen. Sie sind eins in der Liebe zu ihrem Erlöser.
Beachte den ungläubigen Apostel in ihrer Mitte! Es bleibt dem Herrn noch eine Seele zu gewinnen. Hienieden gibt es keine vollkommene Einigkeit; überall schleichen sich kleine Meinungsverschiedenheiten ein. Warum war Thomas bei der ersten Erscheinung abwesend? War es aus Nachlässigkeit, Menschenfurcht, Niedergeschlagenheit? Oder beschäftigte er sich mit eigenen Angelegenheiten? Niemand weiß es; aber deutlich geht daraus hervor, daß man viel verliert, wenn man sich von der Gemeinschaft der Gläubigen absondert und eigene Wege geht.
Worin besteht das Unrecht des ungläubigen Apostels? Seine Worte lassen es uns erkennen. «Wenn ich an Seinen Händen nicht das Mal der Nägel sehen und meinen Finger nicht in die Stelle der Nägel und meine Hand nicht in Seine Seite legen kann, glaube ich nicht.» Er gehört zu jenen, die nur ihrer eigenen Erfahrung glauben, den Gegenstand ihres Glaubens mit den Augen sehen, mit dem Finger berühren wollen. Das ist eine große Täuschung, denn das ist kein göttlicher Glaube. Man muss glauben, was Gott sagt und weil Er es sagt. Gott Bedingungen zu stellen, um an Sein Wort zu glauben, ist große Anmaßung. Was das Verdienst des Glaubens ausmacht, ist das Opfer des eigenen Urteils und jeder rein menschlichen Anschauung. Im übernatürlichen Glauben, der sich ganz Gott öffnet und anheimstellt, liegt die wahre Frömmigkeit, der wahre Geistesadel und die wahre Seelengröße. Bete von Herzen um Erleuchtung für jene, die sich weigern zu glauben.



23.01.2021
318. Der Abend des Auferstehungstages
(Mk 16, Lk 24, Joh 20)

III Er bekleidet sie mit der Macht, Sünden zu vergeben
Abermals sprach Jesus zu ihnen: «Friede sei mit euch! Wie Mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch.» Nach diesen Worten hauchte Er sie an und sprach: «Empfanget den Heiligen Geist. Wem ihr die Sünden nachlasset, dem sind sie nachgelassen, und wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten.»
Ein feierlicher Auftritt beschließt das Wiedersehen der Jünger mit ihrem Meister. Trotz ihrer Untreue erhalten die Apostel nun die Bestätigung ihrer priesterlichen Sendung und die göttliche Vollmacht, Sünden zu vergeben. Die Gnaden, die Er ihnen spendet, sollen der Arbeit am Heil der Seelen dienen. Jesus ist für alle Menschen gestorben und will allen die Früchte Seines Todes zuwenden, darum verkündet Er die Bedingungen der Begnadigung für alle. Er setzt Richter ein, um über die Sache eines jeden zu urteilen. Er eröffnet den Menschen ein Bußgericht und versieht es mit der Gewalt, jeden reuigen Sünder loszusprechen. Dort sollen den Sündern die Früchte des Leidens und der Auferstehung Jesu zugewendet werden.
Warum wählt Jesus gerade diesen hohen Freudentag zur Einsetzung des Bußsakramentes? Er tut es, um den Sündern zu offenbaren, dass die Bekehrung eine Auferstehung und somit ein Freudenfest ist. Bewirkt die Lossprechung des Priesters in der begnadigten Seele nicht wahre Osterfreude?
Bezeige deinem Meister deine ganze Dankbarkeit, bewundere Seine Weisheit und preise Seine Güte! Zu deinem Heil hat Er dieses Sakrament eingesetzt und Seine Priester mit göttlicher Vollmacht versehen. Empfange auch du den Heiligen Geist: den Geist der Demut, der Frömmigkeit, der Stärke und der vollkommenen Unterwürfigkeit!



22.01.2021
318. Der Abend des Auferstehungstages
(Mk 16, Lk 24, Joh 20)

II Er lässt sie die Wirklichkeit Seiner Auferstehung feststellen
Er verwies ihnen ihren Unglauben und ihre Herzenshärte, dass sie denen nicht geglaubt hatten, die Ihn nach der Auferstehung gesehen hatten. Er sprach zu ihnen: «Weshalb seid ihr erschrocken und warum steigen Zweifel auf in euren Herzen?»
Stärke deinen Glauben beim Anblick deines Erlösers und höre den Vorwurf, den Er Seinen Jüngern macht! Mehreren kommt dies Glück so unerwartet, dass sie ihren Augen nicht trauen. Sie haben Angst, sich der Freude hinzugeben, und fürchten neue Enttäuschungen. Sie öffnen die Augen des Leibes und schließen die Augen der Seele. Gott lässt das zu, um auch unseren Glauben zu festigen.
Und Er sprach zu ihnen: «Seht meine Hände und meine Füße, Ich bin es.» Und Er zeigte ihnen Seine Hände, Seine Füße und Seine Seite. Er fordert die Seinigen auf, Seine Wundmale zu betrachten. Betrachte auch du ganz nahe die heiligen Quellen, denen das Erlöserblut entströmt ist, und küsse die Wunden, die deine Genesung bewirkt haben; sie sind der unzweifelhafte Beweis der Liebe Gottes zu dir. Für dich ist Jesu heiliger Leib verwundet worden, in Seine Wundmale hat Er deinen Namen geschrieben und Er erinnert Seinen himmlischen Vater an dich, so oft Er Ihm Seine Wunden zeigt. Jetzt weißt du so sicher, dass du niemals daran zweifeln darfst, wer dein bester Freund in dieser Welt ist. Wie wirst du Seine Liebe erwidern? Fürchtest du noch immer, Ihm zu folgen?
Jesus will Seinen Jüngern noch einen Beweis Seiner Auferstehung geben. «Habt ihr etwas zu essen hier?» fragt Er. «Da Ich Mich an euren Tisch setze, will Ich euch beweisen, dass Ich wirklich Derjenige bin, Den ihr gekannt habt und Der euer Leben jahrelang geteilt hat. Der Leib, den Mein Vater glorreich auferweckt hat, ist wirklich derselbe, der in Bethlehem geboren wurde. Ich gehöre zu euch mehr als je.»
Freue dich bei diesen Worten! Sieh, wie Jesus die Speise nimmt, die man Ihm anbietet. Erbitte dir ein Stückchen aus Seiner Hand!



21.01.2021
318. Der Abend des Auferstehungstages
(Mk 16, Lk 24, Joh 20)

I Der auferstandene Heiland erscheint Seinen Aposteln
Am Abend jenes ersten Wochentags waren die Jünger versammelt und hatten aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: «Friede sei mit euch! Ich bin es, fürchtet euch nicht.»
Geselle dich wieder zu den Jüngern im Abendmahlssaal! Sie haben sich dort versammelt, um sich gegenseitig ihre Erleuchtungen, Freuden und Hoffnungen mitzuteilen. Sie fürchten sich immer noch aus Angst vor den Juden. Flüchte in ihre Mitte mit deiner furchtsamen Frömmigkeit und rufe dir mit ihnen die Freuden des Osterfestes in Erinnerung!
Die heilige Jungfrau ist auch in dieser Versammlung. Sie bittet ihren Sohn, den Abend dieses Tages durch Seine Gegenwart zu verherrlichen und ihre Kinder zu trösten und zu erfreuen.
Höre den liebevollen Gruß des Heilands: «Der Friede sei mit euch. Ich bin es, fürchtet euch nicht!» So hat Er im furchtbaren Sturm gesprochen, so auch vor seinem bitteren Leiden. Dasselbe Wort wiederholt Er nun am Abend des Tages Seiner Auferstehung: «Der Friede sei mit euch; Ich bin es! Ich bin treu; Ich habe meine Versprechungen gehalten, Ich bin eurer ganzen Liebe würdig.» Öffne deine Seele dem Frieden, den Jesus den Seinen mitteilt, und stille so alle Unruhe! Unter Seinem Blick bist du immer in Sicherheit.



20.01.2021
317. Die Emmausjünger
(Lk 24)

III Er nimmt ihre Einladung an und offenbart Sich ihnen
So kamen sie dem Flecken nahe, dem sie zustrebten. Er tat, als wolle Er weitergehen. Sie aber nötigten Ihn und sagten: «Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich schon geneigt.»
Versetze dich in die Gemütsverfassung der Jünger! Die Stimme Jesu dringt in ihr Herz wie die Frühlingssonne in die winterliche Erde. Das Feuer der Liebe, das unter der Asche glimmte, wird zu heller Flamme entfacht. Sie wissen nicht, wer Derjenige ist, Der mit ihnen spricht; aber sie fühlen, dass das, was Er sagt, Wahrheit ist. Sie haben also nichts verloren von dem, was sie beweinen; die Zukunft ist sogar schöner als sie geträumt haben. Jetzt heißt es, die letzten Zweifel zu lösen, die letzten Wolken zu verscheuchen.
Höre, wie sie sich an den Fremdling wenden, der so beglückend wahr geredet hat: «Bleibe bei uns! Vollende das Gute, das Du angefangen hast. Die Nacht bricht herein, sie könnte auch über unsere Seelen hereinbrechen, wenn Du uns verlässt, denn dann würden wir in die Mutlosigkeit zurückfallen.» — Vereinige deine Bitten mit den ihrigen. Bitte Jesus, dass Er sich allen, denen Er Anteil an Seinem Leiden gegeben hat, auch in der Herrlichkeit seiner Auferstehung offenbare!
Da kehrte Er mit ihnen ein. Während Er mit ihnen zu Tische saß, nahm Er das Brot, segnete es, brach es und reichte es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten Ihn. Er aber entschwand ihren Blicken. — Nimm auch du an dem Tisch Platz, an den dein Meister sich setzt. Erwecke in deinem Herzen Glaube, Demut und Liebe! Was tut der Heiland? Er spricht nicht mehr, denn Er hat den Seinigen noch Besseres zu geben als Sein Wort. Seine Offenbarungen werden vollendet an dem heiligen Tisch, an dem die Jünger Platz genommen haben. Demütige dich, schlage an deine Brust und sprich: «Herr, ich bin nicht würdig!» Empfange aus den Händen Jesu das Brot, das Er gesegnet hat. Es ist das Brot der Auserwählten, das Brot der Starken.
Teile die Freude der beiden Tischgenossen Jesu. Ihre Augen wurden geöffnet, die ewigen Güter sind ihnen wieder geschenkt und der Himmel ist in ihrer Seele. Und sie sagten zueinander: «Brannte nicht das Herz in uns, als Er unterwegs mit uns redete und uns die Schrift erschloss?»
Aber warum entschwindet Jesus? Weil wir Ihn erst im Himmel ganz besitzen können und weil alle Seine Gunstbezeugungen hienieden eine Aufforderung sind, für Seine Ehre zu kämpfen. Beherzige das und erhebe dich mit den Jüngern. Biete dem Heiland, der zwar deinen Blicken entschwunden, deinem Herzen aber in Wahrheit stets gegenwärtig ist, deine Arbeiten und dein Leben an!



19.01.2021
317. Die Emmausjünger
(Lk 24)

II Er bestärkt sie im Glauben
«Wir aber hatten gehofft, Er werde Israel erlösen. Und nun ist nach alldem heute schon der dritte Tag, seit dies geschehen ist.»
Die Jünger erzählen dem Heiland vertraulich, was sich zu ihrem Schmerz in Jerusalem ereignet hat. «Wir hatten gehofft!» sagen sie. — Sie hofften nach ihrem Sinn, jetzt hoffen sie überhaupt nicht mehr. Die Dinge haben sich nicht so entwickelt, wie sie es sich vorgestellt hatten. Diese Männer bedenken nicht, dass die Erlösungstat ein Werk der Allmacht ist und dass Gott bei seinen Werken Mittel anwenden kann, die der menschlichen Vernunft und Erfahrung widerstreiten. Sie haben aufgehört zu hoffen, weil sie aufgehört haben zu glauben. Die Mutlosigkeit rührt immer von einem Mangel an Glauben her, wodurch der Mensch die göttlichen Verheißungen vergißt.
Die Jünger berichten weiter: «Zwar haben uns einige von unsern Frauen in Aufregung versetzt. Sie waren frühmorgens am Grabe, fanden aber Seinen Leichnam nicht. Sie kamen mit der Kunde, es seien ihnen Engel erschienen, die versichert hätten, dass Er lebe. — Wir möchten wenigstens die Vergangenheit vergessen, aber wir werden stets von neuem daran erinnert. Alles, was wir davon hören, bereitet uns neuen Schmerz. Was für ein Geheimnis liegt alledem zugrunde?»
Ja, es gibt hier ein Geheimnis aufzuklären, und der Augenblick ist gekommen, für immer das Dunkel zu lichten. Den Seelen, die guten Willens sind, wird Jesu Hilfe niemals fehlen. Da sprach Er zu ihnen: «O ihr Unverständigen! Wie schwer wird es eurem Herzen, alles zu glauben, was die Propheten verkündet haben. Musste der Messias nicht dies alles leiden und so in Seine Herrlichkeit eingehen?» Er wirft ihnen vor, dass sie das Geheimnis des Kreuzes nicht verstehen. Sie sind nicht zu entschuldigen nach all den Unterweisungen, die sie von Ihm erhalten hatten. Die göttliche Gerechtigkeit brauchte eine Sühne für die Sünden der Welt, die göttliche Majestät verlangte ein ihrer würdiges Anbetungsopfer, und die Menschen bedurften eines Vorbildes heroischer Tugend. Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, hat sich der Sohn Gottes am Kreuz zum Opfer gebracht.
Warum haben die Jünger diese Gründe nicht verstanden? Weil ihr Auge von Tränen verdunkelt und ihr Herz von schmerzlichen Gemütsbewegungen erschüttert war. Sie haben nicht nachgedacht, nicht gebetet und nicht in den heiligen Büchern nachgelesen, wo geschrieben steht, daß Gott Sorge trägt für die Welt, die Er geschaffen hat, und dass Seine unendliche Weisheit alle Ereignisse lenkt.
Und Er begann mit Moses und allen Propheten und erklärte ihnen, was in allen Schriften von Ihm geschrieben steht. Folge aufmerksam diesem Unterricht in der Heiligen Schrift, der den Glauben stärkt, die Hoffnung belebt und das Herz zur Liebe entflammt!



18.01.2021
317. Die Emmausjünger
(Lk 24)

I Jesus trifft mit den beiden Jüngern zusammen
Noch am selben Tage wanderten zwei von ihnen nach einem Flecken mit Namen Emmaus, der sechzig Stadien von Jerusalem entfernt war. Sie unterhielten sich miteinander über alles, was sich zugetragen hatte.
Folge den beiden mutlosen Jüngern auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Was sprechen sie miteinander? Warum sind sie so betrübt? Ihr Glaube wankt, ihre Hoffnung ist dahin und ihre Liebe erkaltet. Die traurigen Ereignisse der letzten Tage haben all ihre Erwartungen und ihr ganzes Glück zerstört. Sie sind enttäuscht, denn mit Christus ist alles anders gekommen. Sie hatten Seinen Triumph erhofft, und nun ließ Er Sich von den Feinden ergreifen und kreuzigen. Statt aber die Ereignisse genauer zu prüfen, statt zu ihrem himmlischen Vater zu beten und das heilige Grab aufzusuchen, entfernen sie sich, um ihre Gedanken abzulenken. Sie suchen zu vergessen und wollen ihr altes Leben wieder aufnehmen, das sie verlassen hatten, um damals Jesus nachzufolgen. Kennst du diesen Seelenzustand? Hast du ihn nicht schon an dir erfahren? Lerne hier, wie man sich daraus befreien kann!
Beachte zuerst, dass sie von Jesus sprechen. Wenn auch ihre Liebe zu Ihm erkaltet ist, so ist sie doch noch nicht erloschen. Sie haben Ihm trotz alledem einen Platz in ihrem Herzen bewahrt. Das genügt dem Heiland, um Sich ihnen zu nähern und Sich ihrer zu erbarmen.
«Während sie sich so miteinander unterhielten und besprachen, nahte sich Jesus Selbst und ging mit ihnen. Ihre Augen aber waren gehalten, dass sie Ihn nicht erkannten.» Grüße den guten Hirten, der dem verirrten Schaf nachgeht! Sein Herz strömt über von Freude, die Er in alle Menschenherzen ergießen möchte. Er bietet für alle Lebenslagen Licht, Mut und Kraft. Aber warum erkennen die beiden Jünger den Herrn nicht, Den sie doch so oft gesehen haben? Weil die Mutlosigkeit, die ihren Glauben verminderte, auch ihre Augen trübte.
Er sprach zu ihnen: «Was sind das für Reden, die ihr auf dem Wege miteinander führt?» Da hielten sie traurig inne. Der eine, namens Kleophas, antwortete Ihm: «Bist Du der einzige Fremdling in Jerusalem, Der nicht weiß, was dort in diesen Tagen geschehen ist?» Er fragte sie: «Was denn?» Betrachte, wie der Heiland es anstellt, um diesen trostlosen Seelen die verlorene Freude wiederzugeben, ihren Glauben zu wecken und ihre Hoffnung aufzurichten! Zuerst gewinnt Er mit unwiderstehlicher Güte ihr Herz und entlockt ihnen das Geständnis ihrer bitteren Enttäuschung. Beachte auch, wie Jesus von den Ereignissen spricht, als ob Er nichts von alledem wüsste. «Was hat sich denn zugetragen?» fragt Er, um ihnen Gelegenheit zu geben, ihr Herz ausschütten zu können. — So sollen auch wir Jesus alles sagen, was uns bedrückt, obwohl Er ja schon alles weiß.



17.01.2021
316. Der Betrug der Hohenpriester und Ältesten
(Mt 28)

II Der Hohe Rat ersinnt eine neue List gegen den auferstandenen Heiland
Diese versammelten sich mit den Ältesten und hielten Rat. Sie gaben den Soldaten reichlich Geld und sprachen: «Sagt aus: Seine Jünger sind nachts gekommen und haben Ihn gestohlen, während wir schliefen.»
Die Feinde Jesu hoffen durch List die Pläne des Allmächtigen zu durchkreuzen. — «Fürchtet euch nicht zu lügen», sagen sie den Wächtern, «wir werden euch eure Lügen mit Gold bezahlen.» Alles lieber als eine Niederlage! Du siehst von neuem, dass der Stolz der unversöhnliche Feind der Wahrheit des Evangeliums ist. Nichts ist imstande, Ihn zu entwaffnen; er kann sich nicht beugen, um Gott herrschen zu lassen.
Was kann aber aus einer Seele werden, welche die angebotene Gnade hartnäckig zurückweist? Sie will Gott nicht angehören, darum wird sie auch keinen Teil an Gott haben; sie stößt Jesus zurück, deshalb wird Jesus sie Seinerseits zurückstoßen. Er wird für sie kein Wunder mehr wirken, Er wird an ihr vorübergehen, ohne Sich zu erkennen zu geben, und Er wird sie nicht mehr vor Angriffen des Feindes bewahren. Da sie sich freiwillig in die Gewalt Satans begibt, wird sie dessen Opfer werden und seine Verwerfung teilen. Der Sieg wird bei Gott bleiben und die Wahrheit muss triumphieren. Vergleiche die so verschiedene Sprache der Lüge und der Wahrheit! «Ihr sollt behaupten, was nicht wahr ist», fordern die Hohenpriester und Ältesten von den Wächtern des Grabes; «es ist nötig, damit wir die Herrschaft behalten!» Jesus hingegen befiehlt Seinen Jüngern: «Ihr sollt verkünden, was wirklich ist, denn Gott muss herrschen. Wenn ihr aber die Wahrheit sprecht, so wird man euch foltern und euch behandeln, wie man Mich behandelt hat. Fürchtet euch aber nicht, denn Ich bin mit euch!»
Ist die Sprache der Wahrheit nicht die einzige, die deiner würdig ist? Bestärke dich in deinem Entschluss, für Jesus Christus zu leben und zu sterben!



16.01.2021
316. Der Betrug der Hohenpriester und Ältesten
(Mt 28)

I Die Wächter teilen den Hohenpriestern die Auferstehung Jesu mit
Als die Frauen weggegangen waren, begaben sich einige von der Wache in die Stadt und meldeten den Hohenpriestern alles, was sich zugetragen hatte.
Betrachte das Verhalten der Wächter des Grabes! Diese Männer sind sehr zu bedauern. Sie sind die ersten Zeugen des Auferstehungswunders und denken nicht daran, es sich zunutze zu machen. Die Wahrheit erstrahlt vor ihren Augen, und sie wenden sich davon ab und verharren absichtlich in der Finsternis. Gott zwingt niemand zur Teilnahme an Seinen Festen. Die Osterfreude ist nur für die, welche mit dem auferstandenen Heiland in einem neuen Leben wandeln und von Ihm die Zusicherung ihrer künftigen Auferstehung erhalten wollen. Das bedeutet der Jubelruf des Alleluja.
Erneuere deinen Entschluss, einzig im auferstandenen Jesus zu leben! Der Glaube an die Auferstehung festigt die Seele gegen jede Menschenfurcht. Weder Tod noch Leiden noch Versuchung noch Verachtung noch Verfolgung können den geistig Erstandenen etwas anhaben. Lass die Wächter Schrecken verbreiten unter jenen, die nichts vom Heiland wissen wollen; du aber freue dich über ihre Nachricht und schöpfe daraus Vertrauen und Frieden!



15.01.2021
315. Jesus erscheint den heiligen Frauen
(Mk 16, Lk 24, Mt 28)

II Sie erfreuen sich mit ihren Gefährtinnen der Erscheinung Jesu
Sie gingen vom Grabe weg, und siehe, Jesus begegnete ihnen und sprach: «Seid gegrüßt!» Sie aber gingen auf Ihn zu, umfassten Seine Füße und beteten Ihn an.
Der Engel des Herrn hat den heiligen Frauen einen tröstlichen Auftrag gegeben: Sie sollen an der Gnade, die ihnen zuteil geworden ist, auch andere teilnehmen lassen. Sie erfüllen den Auftrag freudig und gehen wieder der Stadt zu. Was ereignet sich da plötzlich? Weil sie dem Wort des Engels geglaubt haben, verdienen sie, den auferstandenen Heiland selbst zu sehen.
Da ist Er! Falle mit ihnen nieder und überlasse dein Herz der Freude dieser göttlichen Erscheinung. «Seid gegrüßt!» sagt Jesus. Sie erkennen Seine Stimme, die stets so gütig mit ihnen sprach und sie zum Vertrauen ermunterte. «Ich grüße euch, Ich kenne euch, Ich danke euch, Ich segne euch. Ich gebe euch Meinen Frieden, den Ich durch Meinen Sieg errungen habe und den die Welt nicht geben kann. Für die ganze Ewigkeit gehöre Ich euch und ihr gehört Mir!» Der liebevolle Gruß des Heilands gilt auch dir. Küsse in dankbarer Liebe die Füße deines Erlösers!
Da sprach Jesus zu ihnen: «Fürchtet euch nicht! Gehet hin und verkündet meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen, daselbst werden sie Mich sehen.» Der Heiland gibt nun selbst den heiligen Frauen einen überaus freudigen Auftrag. Und mit welchen Worten tut Er es? Danke Ihm in staunendem Entzücken, dass Er die Menschen Seine Brüder nennt! Wenn Er dich Bruder nennt, dann bist du es in Wahrheit. Bitte Ihn inständig, dass du niemals durch dein Betragen diese göttliche Verwandtschaft verleugnen mögest!
Die heiligen Frauen erheben sich wieder und gehen ihren Weg. Mögen ihnen nun auch Voreingenommenheit, Widerspruch, ungerechte Verfolgung begegnen, sie werden sich nicht aufhalten lassen. Sie werden allen, die sie treffen, sagen, was sie gesehen und gehört, welche Freuden sie verkostet und wie viel Hoffnung sie geschöpft haben. Nimm sie dir zum Vorbild!



14.01.2021
315. Jesus erscheint den heiligen Frauen
(Mk 16, Lk 24, Mt 28)

I Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome treffen mit ihren Gefährtinnen am heiligen Grab zusammen
In der Morgenfrühe des ersten Wochentages, als die Sonne schon aufgegangen war, kamen Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome zum Grabe. Sie gingen in das Grab hinein und sahen zur Rechten einen Jüngling in weißem Gewande sitzen und sie erschraken sehr.
Teile noch einmal mit den heiligen Frauen die Freude über den auferstandenen Heiland! Maria und Salome fangen erst an, das Wunder zu ahnen. Aber wer den Heiland in der Einfalt seines Herzens sucht, dem schickt Er Seinen Engel.
Höre, was dieser zu den heiligen Frauen spricht: «Erschrecket nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten; Er ist auferstanden, Er ist nicht hier, sehet da den Ort, wo sie Ihn hingelegt hatten.» — «Erschrecket nicht! Ihr habt nichts zu fürchten.» In der Tat, was könnten diejenigen fürchten, die Jesus lieben? «Ich weiß, wen ihr sucht, ich kenne eure Absichten, ich bin gesandt, um euch zu beruhigen und zu erfreuen.»
Lege auch du zu den Füßen dieses guten Engels die Last deiner Sorgen und Kümmernisse nieder. Reinige deine Absichten und weite dein Herz in froher Hoffnung!
Der Engel fährt fort: «Sehet den Ort, wo sie euren Meister hingelegt haben!» — Schaue mit ihnen, was sich zeigt! Was sagen dir dieses Schweißtuch, dieses Linnen, diese Spezereien, diese Blutspuren, dieser Grabstein? Dort hat Jesus in Seiner äußersten Entblößung im Todesschlaf gelegen. Dieses Lager ist die Stätte Seiner tiefsten Armut und Erniedrigung und gibt so Seine Liebe zu den Menschen kund. Verehre andächtig diese heiligen Reliquien!



13.01.2020
314. Die Engel der Auferstehung
(Lk 24)

II Sie werden von den heiligen Engeln getröstet
Während sie darüber ganz bestürzt waren, standen zwei Männer in strahlendem Gewande vor ihnen. Vor Schrecken senkten sie den Blick zu Boden. Jene aber sprachen zu ihnen: «Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, Er ist auferstanden.»
Engel erscheinen den heiligen Frauen. Höre, was sie sagen: «Er lebt, Den ihr habt sterben sehen. Er hat den Tod besiegt und ihn Sich unterworfen; der Tod muss Ihm, wenn Er es verlangt, seine Opfer zurückgeben. Freuet euch, der auferstandene Heiland lässt euch jene lebend wiederfinden, die ihr unter den Toten sucht und beweint.»
Die Engel fügen hinzu: «Erinnert euch, wie Er zu euch geredet hat, als Er noch in Galiläa war.» O Seele, was sagte dir dein Heiland auf den Wegen von Galiläa, wo du mit Ihm warst? Verweile auf der Schwelle des heiligen Grabes zwischen den Engeln und den heiligen Frauen und gehe betrachtend die Worte Jesu durch!
Er hat gesagt: «Der Menschensohn muss leiden und sterben.» Er hat gesagt: «Wenn jemand Mir nachfolgen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz täglich auf sich.» Er hat gesagt: «Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt, ist Meiner nicht wert», Er hat auch gesagt: «Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid. — Ich bin der Weg, der zum Leben führt. — Es ist der Wille Meines Vaters, dass ich diejenigen, die Er Mir gegeben hat, zum Leben erwecke.»
Es ist tröstlich, sich dieser Worte zu erinnern angesichts des verherrlichten Grabes, dieses Zeugen Seines Triumphes. Wie ermutigend ist es zu sehen, welchen Abschluss ein Leben im Dienste Jesu Christi findet!



12.01.2020
314. Die Engel der Auferstehung
(Lk 24)

I Einige fromme Frauen kommen zum Grab Jesu
Am ersten Tage der Woche gingen sie in aller Frühe mit den Gewürzkräutern, die sie zubereitet hatten, zum Grabe.
Begib dich von neuem mit diesen heiligen Frauen zum Grab des Herrn. Auch sie beeilen sich, um früh dort anzukommen. Sie bringen dem Heiland Balsam, feines Linnen, und was noch mehr wert ist: ein reines Gewissen, ein liebendes Herz und eine lautere Gesinnung. Sie zeigen dir, was auch du tun musst; nimm dir ein Beispiel an ihnen und eigne dir ihre Gesinnung an, denn auf diese Weise musst du dich auf die Begegnung mit Jesus vorbereiten.
Sie gingen hinein, fanden aber den Leib des Herrn Jesus nicht. Auch sie können nur die Abwesenheit ihres Meisters feststellen. Was sagen und tun sie bei diesem Anblick? Sie weinen, dass sie Jesus verloren haben, und bitten Gott, ihnen den Herrn wiederzugeben. Sie fühlen sich vielleicht schuldig, dass sie nicht genug für Jesus getan haben, weil andere ihnen zuvorgekommen sind und Seinen Leichnam geraubt haben. Die Frömmigkeit dieser zarten, liebenden Seelen ist dem Heiland überaus wohlgefällig und veranlasst Ihn, sie durch Seine Gegenwart zu erfreuen. Demütige dich, weil du so wenig von der Liebe eines zarten Gemütes verstehst, und erbitte dir von den heiligen Frauen das, was dir fehlt!



11.01.2021
313. Jesus erscheint Maria Magdalena
(Joh 20, Mk 13)

III Sie erkennt Ihn und teilt mit Ihm die Freuden Seiner Auferstehung
Da sprach Jesus zu ihr: «Maria!» Sie wandte sich um und sagte zu Ihm auf hebräisch: «Rabboni», das heißt «Meister». Jesus sprach zu ihr: «Halte Mich nicht fest! Ich bin noch nicht zu Meinem Vater aufgefahren. Doch gehe zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu Meinem Vater und eurem Vater, zu Meinem Gott und eurem Gott.1»
Sammle dich, um nichts von diesem ergreifenden Geschehen zu verlieren! Die Unvollkommenheiten Marias konnten Jesus einen Augenblick zurückhalten; aber Seine Liebe besiegt die letzten Hindernisse. Er offenbart Sich allen, die Ihn lieben.
«Maria!» sagt Jesus. — «Meister!» ruft Maria. Was enthalten diese beiden Worte? Jede Erläuterung würde sie entstellen. Flehe den Heiligen Geist an, dir all ihre Schönheit zu offenbaren und dich all ihre Freude verkosten zu lassen! Eine Begegnung, ein Blick, ein Wort genügt, um ein ganzes Leben zu verklären.
Wer ist diejenige, der Jesus Sich so herrlich offenbart? Diese so glücklich beschenkte Frau ist eine erst kürzlich bekehrte Sünderin! Warum solltest du nicht eine gleiche Gnade erlangen können, wenn du den Heiland liebst wie sie und dich ganz Ihm hingibst?
O meine Seele, Jesus spricht auch zu dir: «Ich bin es!» — Er hat Sein Blut vergossen, um dir die Himmelsfreuden zu erkaufen, und Er teilt sie dir jetzt schon mit, damit du davon lebest. Lerne von Ihm, dass man auf dieser Welt durch den Tod zum Leben und durch das Leiden zur Freude eingeht. Antworte dem Heiland wie Maria: «Meister! Ich gehöre einzig Dir und will ganz für Dich leben.»
1 Der Heiland gibt ihr hier die Hoffnung auf das vollkommene Glück und die Vereinigung mit Ihm im Himmel.



10.01.2021
313. Jesus erscheint Maria Magdalena
(Joh 20, Mk 13)

II Jesus zeigt Sich ihr unter fremder Gestalt
Sie wandte sich um und sah Jesus dastehen, erkannte aber nicht, dass es Jesus war. Jesus fragte sie: «Frau, was weinst du? Wen suchst du?» In der Meinung, es sei der Gärtner, antwortete sie Ihm: «Herr, hast Du Ihn weggetragen, so sage mir, wohin Du Ihn gelegt hast; dann will ich Ihn holen.»
Maria Magdalena weint immer noch, aber es sind ihre letzten Tränen. Auf dem Höhepunkt der Leiden findet man den Himmel. Der göttliche Meister ist einer Seele niemals näher, als wenn sie Ihn weit entfernt glaubt.
Ein Fremder tritt Maria entgegen; er fragt: «Warum weinst du?» und fügt hinzu: «Wen suchst du?» Er scheint sagen zu wollen: «Wozu die Tränen an diesem frohen Fest? Wozu dieses unruhige Suchen, da wir doch ans Ziel gelangt sind? Hat Der, Den du suchst, jemals Sein Wort gebrochen? Du gehörst doch zu den Seinigen, glaubst du, dass Er dich vergessen könnte?»
Betrachte diesen trostvollen Zuspruch! Maria nimmt sich nicht die Zeit, darüber nachzudenken. Sie wirft auf den Fremden nur einen flüchtigen, von Tränen verdunkelten Blick. Noch hindern sie ihre Hast und Überstürzung, ihre Erregung und übermäßige Sorge, die Gegenwart des Vielgeliebten zu erkennen.



09.01.2021
313. Jesus erscheint Maria Magdalena
(Joh 20, Mk 13)

I Maria Magdalena am Grab Jesu
Maria aber blieb draußen am Grab und weinte. Wie sie nun weinte, neigte sie sich vor und schaute in das Grab hinein.
Betrachte Maria Magdalena am Grab Jesu und schließe aus der Fülle ihrer Tränen auf die Glut ihrer Liebe und die Größe ihres Verlustes! Wer kann die Leere ergründen oder gar ausfüllen, die die Abwesenheit Jesu in solchen Seelen hinterlässt, die an die Freuden Seiner Gegenwart gewöhnt sind?
Maria weint, aber zugleich sucht sie eifrig ihren Meister. Die Trauer, die uns untätig macht, ist fruchtlos. Maria blickt um sich und fragt: «Wo ist Er, um Den ich weine?» Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen zu Häupten, den andern zu Füßen, dort, wo Jesu Leichnam gelegen hatte. — «Wo ist Er? Heilige Engel Gottes, sagt es mir! Alles will ich tun, um Ihn zu entdecken, kein Weg soll mir zu weit sein, um zu Ihm zu gelangen, kein Opfer wird mir zu schwer sein, um mein einziges Gut wiederzugewinnen.»
«Frau, warum weinst du?» fragen die Engel. Der Anblick eines Grabes soll uns nicht maßlos traurig machen, die Zeichen des Todes sollen uns nicht unversiegliche Tränen entlocken. Jenseits des Grabes erwartet uns die Auferstehung, der Himmel; dieser Gedanke trocknet die Tränen, tröstet und erfreut.
O meine Seele, beantworte du die Frage der Engel. Warum weinst du, wenn vom Sterben die Rede ist? Es fehlt dir an Glaubensgeist. Erhebe dich über alles, was vorübergeht, und erahne das helle Licht der Ostersonne!



08.01.2021
312. Petrus und Johannes am Grab
(Joh 20)

III Johannes betritt das leere Grab
Jetzt ging auch der andere Jünger, der zuerst am Grab angekommen war, hinein. Er sah und glaubte. Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass Er von den Toten auferstehen müsse. Dann kehrten die Jünger nach Hause zurück.
Begleite den Liebesjünger, wie er nun auch das Grab betritt! Er wird als erster zum Glauben an die Auferstehung Jesu kommen. Aber sein Herz hat am meisten am Heiland verloren. Wie sehnt er sich, noch einmal ein Haupt an Jesu Brust zu legen!
«O Gott, warum ist unser Glück von so kurzer Dauer? Warum können wir nur durch Leiden und Tod Denjenigen wiederfinden, der während Seines Erdenlebens uns die Schätze Seiner Liebe so freudig mitteilte?» So fragt sich der Liebesjünger und lehnt sein Haupt, statt an die Brust des Meisters, an den kalten Stein. Das Geheimnis bleibt undurchdringlich.
Doch plötzlich geht für Johannes wie für Petrus die Ostersonne strahlend auf. O Herrlichkeit und Freude! Im Glauben erkennt er, dass Jesus, Der ihn vor allen liebte, lebt. Jesus ist bei ihm und lässt ihn im Geist wieder an Seinem Herzen ruhen. Noch fester sind die Bande der Liebe, die Johannes nun mit seinem Meister verknüpfen, denn was der auferstandene Heiland bringt, ist ewig und unwandelbar. Sein Wort erhellt alle Finsternisse der Seele und Seine Nähe spendet Glück und Leben.



07.01.2021
312. Petrus und Johannes am Grab
(Joh 20)

II Petrus findet das Grab leer
Nun kam auch Simon Petrus ihm nach, ging in das Grab hinein und sah die Leinenbinden daliegen sowie das Schweißtuch, das auf Seinem Haupt gelegen hatte. Es lag aber nicht mit den Leinenbinden zusammen, sondern für sich zusammengefaltet an einer Stelle.
Folge dem Apostelfürsten, dessen innere Aufregung sich steigert, je näher er zum Grab kommt. «Ach, wenn es wahr wäre!» spricht er zu sich selbst. «Wenn es mir vergönnt wäre, Ihn wiederzusehen, Ihn, der mich so sehr geliebt hat und den ich so feige verleugnet habe. Wenn ich zu Seinen Füßen meine Sünden beweinen und aus Seinem Mund ein Wort der Verzeihung hören könnte!»
In dieser Stimmung betritt er das Grabgemach. Er küsst voll Liebe die Tücher, die Jesu Leichnam berührt haben, und benetzt sie mit Seinen Tränen. — «O Gott, gib uns den Führer unserer Seelen wieder. Wir haben noch so viel von Ihm zu lernen! Was soll aus uns werden ohne Ihn? Wer wird uns verzeihen, wer uns segnen, wer uns retten?»
So betet der reuige Apostel. Der verlorene Sohn steht wieder auf der Schwelle des Vaterhauses. Der gütige Heiland wird ihm an diesem Ostertag erscheinen. Höre, wie die Stimme des göttlichen Meisters Petrus antwortet: «Habe Vertrauen, fürchte nichts, Ich bin es!» — Lerne auch du, ein großes Vertrauen auf die Barmherzigkeit Jesu zu haben, die allen verzeiht, die ihre Sünden wahrhaft bereuen.
Sieh, wie Petrus von Freude überwältigt ist, als er Jesus sehen darf. — Freuet euch, all ihr Sünder, der Heiland ist wieder da, bereit, euch zu vergeben, damit ihr frohen Herzens an der Auferstehungsfeier teilnehmen könnt!



06.01.2021
312. Petrus und Johannes am Grab
(Joh 20)

I Petrus und Johannes eilen zum Grab Jesu
Da machten sich Petrus und der andere Jünger auf und gingen zum Grab. Die beiden liefen miteinander. Der andere Jünger lief schneller voran als Petrus und kam zuerst am Grab an.
Begib dich mit den beiden Aposteln, die Maria Magdalena benachrichtigt hat, wieder zum heiligen Grab. Versetze dich in ihre Stimmung; höre, was sie miteinander reden! Ist es wirklich wahr, was man ihnen angekündigt hat? Ist Jesus für sie verloren, oder bleibt ihnen noch eine Möglichkeit, Ihn wiederzufinden?
Das Herz der Jünger ist voll Bangigkeit, doch allmählich dringen die ersten Strahlen der Ostersonne hinein. Petrus und Johannes ahnen, dass die Ereignisse, deren Zeugen sie waren, nicht abgeschlossen sein können und dass Jesu Werk nicht mit Seinem Tod enden kann. Sie hören im Grund ihres Herzens die Stimmen des Himmels, die sie gleichzeitig mit Magdalena zum Grab des Meisters rufen, und obgleich sie nicht klar erkennen können, was diese Stimmen sagen, so lebt doch ihre Hoffnung wieder auf. Begleite sie und suche mit ihnen den auferstandenen Erlöser, das höchste Ziel unserer Sehnsucht! Der Weg ist dir bekannt, suche, und du wirst Ihn finden.



05.01.2021
311. Die heiligen Frauen am Grab
(Mk 16, Lk 24, Joh 20)

II Sie finden das Grab leer
Als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war. Er war nämlich sehr groß. Da lief Maria Magdalena zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte.
Betrachte die schmerzliche Überraschung der heiligen Frauen! Das Hindernis, das sie fürchteten, ist entfernt, aber Jesus ist nicht mehr da. Sie wollten dem Sohn Gottes einen letzten Dienst erweisen, nun ist ihnen auch dieser Trost geraubt.
So führt Gott die Seelen bisweilen durch immer dunklere Pfade bis zur äußersten Trostlosigkeit, um sie danach mit Freude zu überschütten. So hat Er es auch mit Seinem eingeborenen Sohn gemacht. Die Stunde, da alles verloren scheint, ist gerade die Stunde, da alles gewonnen ist, wie wir es bei den heiligen Frauen sehen werden.
Bewundere ihre demütige, aufrichtige Frömmigkeit. Sie weinen, aber sie murren nicht gegen Gott wegen ihrer schmerzlichen Enttäuschung. Sie sagen nicht: «Wozu haben wir nun soviel getan und uns so aufgeopfert?» — Sie lassen auch nicht von ihrem Vorhaben ab. Eine unerwartete Schwierigkeit ist aufgetaucht, sie eilen deshalb, um sich Rat zu holen. Dieses Verlangen treibt Magdalena zu den Aposteln.
Sie sprach zu ihnen: «Man hat den Herrn aus dem Grabe genommen, und wir wissen nicht, wohin man Ihn gelegt hat.» Was mögen die Apostel empfinden, als sie von den Frauen hören: «Sie haben den Meister fortgenommen; sie haben uns unsere letzte Hoffnung geraubt!» Beruhige sie, lade sie freundlich ein, sich auf den Weg zu begeben und die Freuden zu finden, die Jesus ihnen so teuer erkauft hat!



04.01.2021
311. Die heiligen Frauen am Grab
(Mk 16, Lk 24, Joh 20)

I Die heiligen Frauen auf dem Weg zum Grab
Früh am Morgen des ersten Wochentages kamen Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome zum Grabe. Sie sprachen zu einander: «Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?»
Schließe dich Maria Magdalena und den heiligen Frauen an! Es ist noch Nacht, als sie sich auf den Weg machen; ihre Liebe zu Jesus hat sie wach gehalten. Lerne von ihnen, wie man sich des himmlischen Trostes würdig macht. Die Freude, die Gott ihnen bereitet, wird um so größer sein, je besser sie sich darauf vorbereitet haben. Sie ahnen noch nichts von dieser Freude, sie glauben sogar, dass es in diesem Leben keine Freude mehr für sie geben wird. Aber Gott bereitet Seinen Kindern gern Überraschungen. Da, wo sie Traurigkeit und Tod erwarten, lässt er sie Freude und Leben finden.
Höre, wie die heiligen Frauen sich unterwegs ihre Befürchtungen mitteilen: «Wer wird uns den Stein wegwälzen, der vor der Türe des Grabes liegt?» Auch auf deinem Wege zur Vollkommenheit liegt ein Stein, der deinem Fortschritt hinderlich ist. Wer wird dir helfen, das Hindernis zu beseitigen und deine großmütigen Vorsätze auszuführen? Wer wird dir den Sieg verleihen?
So beunruhigen sich oft Seelen, die voll guten Willens an ihrer Heiligung arbeiten. Die heiligen Frauen wissen keine Antwort auf ihre bange Frage. Sie wandeln erst im Morgenrot des beginnenden Tages, der ihnen leuchtende Klarheit bringen wird. Dann werden sie einsehen, dass man niemals das Werk Gottes wegen scheinbar unüberwindlicher Hindernisse im Stich lassen soll. In Gottes Kraft vermag man alles. Bei Gott ist kein Ding unmöglich.



03.01.2021
310. Die Auferstehung
(Mt 28)

II Der Schrecken der Wächter
Die Wächter erbebten aus Furcht vor ihm und waren wie tot.
Wirf einen Blick auf die Hüter des Grabes! Hölle und Welt vermögen nichts gegen die Verheißungen Jesu Christi. Alles, was Er vorausgesagt hat, wird sich erfüllen. Der Himmel gehört uns trotz der Angriffe des Teufels und seiner Helfershelfer. Koste in deinem innersten Herzen die Freude, dass du in dieser Welt nichts mehr zu fürchten hast. Nähere dich dem Engel der Auferstehung, welcher sich auf den Grabstein gesetzt hat, und unterhalte dich unbefangen mit ihm! Von nun an sind die Engel deine Brüder, da du ja ein ganz himmlisches Leben führen sollst.
Betrachte ganz in der Nähe die Zeichen des bitteren Leidens. Das blutige Kreuz steht noch aufgerichtet, als ob die Qual noch nicht zu Ende wäre. Und doch herrscht schon Freude, Leben und Sieg. Wenn das Kreuz dich schreckt, so betrachte es in den ersten Strahlen des Ostertages! Bei diesem Anblick haben die Märtyrer sich unbesiegbar gefühlt und die Heiligen die Auflehnung der gefallenen Natur bezwungen. Baue deinen Mut und deine Hoffnung auf den Felsen der Auferstehung!



02.01.2021
310. Die Auferstehung
(Mt 28)

I Jesus aufersteht von den Toten
Und siehe, ein großes Erdbeben entstand, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
Eile frohen Herzens zum Grab, die Engel des Himmels erwarten dich dort! Der große Festtag hat begonnen.
Siehe, wie der Engel des Herrn vom Himmel herabsteigt. Mit welcher Leichtigkeit räumt er alle Hindernisse hinweg. Nichts widersteht der Allmacht Gottes. Betrachte Jesus, wie Er aus dem Grab hervorgeht, und rufe mit dem ganzen Himmel: Alleluja! — Er ist es, Den die heiligen Seelen beweinten, Er ist es, dem du auf dem Kreuzweg gefolgt bist, der sich hat geißeln, mit Dornen krönen und zum Tode führen lassen. Er ist auferstanden! Überzeuge dich selbst und küsse Seine strahlenden Wundmale!
Jesus kommt auch zu dir und fordert dich auf, Seine Freude zu teilen. Er kann nicht mehr leiden, nicht mehr sterben. Eine Freude ohne Schmerz wird nach dem Tod auch unser Anteil sein.
Was ist aus den Qualen geworden, die den Leib und die Seele deines Erlösers zerrissen? Sie haben sich gewandelt in unaussprechliche Freude. Die Leidenswerkzeuge haben ihre schneidende Schärfe verloren, der Hass der Bösen kann sich nicht mehr betätigen, die Demütigungen haben keine Bitterkeit mehr, die Trostlosigkeit kehrt nicht wieder. Aber ewig bleibt die Freude, für Gott gelitten zu haben, und der sichere Besitz der himmlischen Herrlichkeit. So geht das Leiden vorüber. Bitte den auferstandenen Heiland, deinem Herzen die Freude mitzuteilen, von der Sein Herz überströmt!



01.01.2021
309. Der Karsamstag
(Lk 23, Mt 27)

II Die Juden lassen das Grab Jesu versiegeln
Tags darauf, nach dem Rüsttag, kamen die Hohenpriester und Pharisäer gemeinsam zu Pilatus und sagten: «Befiehl, daß man das Grab bis zum dritten Tag bewache!» — Sie gingen hin und sicherten das Grab, indem sie in Gegenwart der Wache den Stein versiegelten.
Kehre zum Grab deines Erlösers zurück! Die Wut der Feinde hat sich noch nicht gelegt; sie fürchten Jesus noch nach seinem Tod. Sieh, wie die Pharisäer mit den Soldaten ankommen. Die Erinnerung an das Wort des Erlösers von seiner Auferstehung beunruhigt sie. So bringen die Worte Jesu den einen Trost im Unglück, den andern Unruhe mitten im vermeintlichen Erfolg. Dies bewirkt die Weisheit des himmlischen Vaters. Der Erfolg der Feinde Gottes ist stets nur scheinbar; gerade in der Stunde wird er zunichte, in der er am größten zu sein scheint. Trotz aller Anschläge der Bösen wird Jesus erkannt und geliebt. Er wird auferstehen, Er wird herrschen und seines Reiches wird kein Ende sein. Stärke dein Gottvertrauen! Tröste dich über die gegenwärtigen Schicksalsschläge in dem Gedanken an die zukünftige Seligkeit. Derjenige, der im Grab ruht, ist der Urheber des Lebens. Sein Tod hat weder die Wahrheit seiner Verheißung geändert noch die Schönheit seiner Wunder verdunkelt. Wanke also nicht in deiner Zuversicht, erwarte im Frieden die Ankunft desjenigen, den du beweinst! Morgen wird Er kommen und dich mit Gnaden überschütten.