Tagesstärkung

Jesus v. Nazareth
von Papst Benedikt XVI




13.04.2021

3. Kapitel: Die Fußwaschung (Teil XV)

Fußwaschung und Sündenbekenntnis

Das Wort „reinigen“ stellt den inneren Zusammenhang zur Fußwaschungs-Perikope dar. Die gleiche, aus dem Judentum kommende Übung des Sündenbekenntnisses ist auch im Jakobus-Brief (5,16) bezeugt, ebenso in der Didaché. Dort steht: „In der Gemeinde sollst du deine Sünden bekennen“ (4,14) und: „Am Tag des Herrn sollt ihr zusammenkommen, Brot brechen und danken, nachdem ihr zuvor eure Sünden bekannt habt“ (14,1). Franz Mußner sagt dazu im Anschluss an Rudolf Knopf: „An beiden Stellen ist an ein kurzes, öffentliches Einzelbekenntnis gedacht“ (Jakobusbrief, S. 226, Anm. 5).
Sicherdarf mannin diesem Sündenbekenntnis, das jedenfalls im Einflussnahme des Judenchristentums zum Leben der frühchristlichen Gemeinde gehörte, nicht das Bußsakrament in dem Sinn suchen, wie es sichnim Lauf der Geschichte in der Kirche ausgeprägt hat, wohl aber eine „Stufe dazu" (ebd., S. 226).
Letztlich geht es darum: Schuld darf nicht im Stillen in der Seele weiterschwären und sie so von innen her vergiften. Sie braucht Bekenntnis. Durch das Bekenntnis tragen wie sie ans Licht, halten sie in Christi reinigende Liebe hinein (vgl. Joh 3,20 f.)
Im Bekenntnis wäscht der Herr immer neu unsere schmutzigen Füße und bereitet uns für die Tischgemeinschaft mit Ihm.